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19.02.2017

15:25 Uhr

Massenkundgebung in Barcelona

Hundertausende demonstrieren für Flüchtlinge

In Barcelona sind am Wochenende mehr als 160.000 Menschen auf die Straße gegangen. Sie erinnerten an die Flüchtlinge, die im Mittelmeer starben und forderten, künftig mehr Migranten aufzunehmen.

Bei einer Großdemonstration in Barcelona haben am Wochenende Hundertausende die spanische Regierung zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aufgerufen. dpa

Demonstration in Barcelona

Bei einer Großdemonstration in Barcelona haben am Wochenende Hundertausende die spanische Regierung zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aufgerufen.

BarcelonaBei einer Massenkundgebung in Barcelona haben Zehntausende Menschen die spanische Regierung zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Kriegsgebieten ermahnt. Die Polizei bezifferte die Teilnehmerzahl am Samstag auf rund 160 000. Die Veranstalter - die Nichtregierungsorganisation „Casa Nostra Casa Vostra“ (Unser Haus ist euer Haus) – sprachen in einer Mitteilung von der „größten Demonstration in Europa für die Rechte der Flüchtlinge“ mit und bezifferten die Zahl der Teilnehmer auf eine halbe Million Menschen.

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Die Bundesregierung will die Fluchtursachen in Afrika vor Ort bekämpfen. Erste durchaus sinnvolle Ansätze sind bereits erkennbar. Offensichtlich ist allerdings auch, dass der Plan Jahre dauern dürfte. Eine Analyse.

Die Organisatoren hatten die Teilnehmer gebeten, blaue Kleidung und blaue Banner zu tragen, damit der Menschenzug, der sich seit dem Nachmittag in Richtung der Mittelmeerküste der katalanischen Metropole bewegte, wie eine gewaltige Welle wirkte. Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie „Schluss mit den Ausreden!“, „Keine Toten mehr!“, „Flüchtlinge willkommen!“ und „Öffnet die Grenzen!“.

2016 waren nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 5000 Menschen im Mittelmeer bei dem Versuch gestorben, Europas Küsten zu erreichen. Das waren so viele wie nie zuvor.

Etappen der Flüchtlingskrise

25. August 2015

Deutschland setzt das Dublin-Verfahren für Syrer aus. Es sieht die Rückführung von Flüchtlingen dorthin vor, wo sie zuerst EU-Boden betraten.

31. August 2015

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nennt die Bewältigung des Flüchtlingszustroms eine „große nationale Aufgabe“ und beteuert: „Wir schaffen das.“

5. September 2015

Deutschland und Österreich entscheiden, Tausende Flüchtlinge und Migranten aufzunehmen, die in Ungarn gestrandet sind. Bei der Ankunft in Deutschland werden sie bejubelt. CSU-Chef Horst Seehofer fühlt sich übergangen und warnt vor Überforderung.

23. September 2015

Die EU-Staats- und Regierungschefs beschließen, die Hilfen zu erhöhen und 160.000 Flüchtlinge auf die Mitgliedsländer zu verteilen. Eine große Entlastung für Deutschland bleibt aus.

24. September 2015

Der Bund stockt die Hilfe für Flüchtlinge an Länder und Gemeinden massiv auf.

15. Oktober 2015

Der Bundestag beschließt ein neues Asylrecht. Albanien, Kosovo und Montenegro werden zu sicheren Herkunftsländern. Asylbewerber sollen möglichst nur Sachleistungen erhalten.

5. November 2015

Die Koalition verständigt sich auf besondere Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge mit geringen Bleibechancen. Zudem wird eine zweijährige Aussetzung des Familiennachzugs bei Flüchtlingen mit niedrigerem Schutzstatus beschlossen.

20. November 2015

Auf dem CSU-Parteitag in München lehnt Merkel die CSU-Forderung nach einer Obergrenze für die Zuwanderung strikt ab.

9. März 2016

Nach Slowenien, Kroatien und Serbien schließt auch Mazedonien seine Grenze für Flüchtlinge und andere Migranten. Damit ist die Balkanroute faktisch dicht, über die 2015 mehr als eine Million Menschen nach Deutschland und Österreich gekommen waren.

18. März 2016

Die EU und die Türkei einigen sich darauf, Migranten, die illegal in Griechenland ankommen, in die Türkei zurückzuschicken. Im Gegenzug soll für jeden zurückgenommenen Syrer ein anderer Syrer legal und direkt von der Türkei aus in die EU kommen.

4. April 2016

Die Rückführung von Flüchtlingen und anderen Migranten von Griechenland in die Türkei sowie die Umsiedlung von Syrern aus der Türkei in die EU beginnt.

4. Mai 2016

Die EU-Kommission will Flüchtlinge gerechter verteilen. Wie viele ein Land aufnehmen muss, soll von Größe und Wirtschaftskraft abhängen. EU-Staaten, die bei dem System nicht mitmachen, sollen 250.000 Euro pro Flüchtling zahlen.

12. Mai 2016

Die EU verlängert die Erlaubnis für vorübergehende Grenzkontrollen im eigentlich passkontrollfreien Schengen-Raum.

13. Mai 2016

Der Bundestag erklärt Tunesien, Algerien und Marokko zu sicheren Herkunftsländern. Die notwendige Zustimmung des Bundesrates bleibt zunächst aus.

22. Juni 2016

Die EU einigt sich im Grundsatz auf eine gestärkte gemeinsame Grenzschutzagentur und Küstenwache. Die bestehende EU-Grenzschutzagentur Frontex soll in der neuen Behörde aufgehen.

13. Juli 2016

Die EU-Kommission will schärfer gegen Asylmissbrauch vorgehen. Wer nicht mit den Behörden des Aufnahmestaates zusammenarbeitet, müsse mit einer Ablehnung rechnen.

Spanien und die Europäische Union müssten endlich ihrer Verpflichtung nachkommen, notleidenden Menschen aus Konfliktregionen Zuflucht zu gewähren und eine integrative Gesellschaft aufzubauen, hieß es. Auch Vertreter verschiedener politischer Parteien, Gewerkschaften sowie kulturelle und soziale Organisationen nahmen an der Kundgebung teil. Barcelona gilt als besonders offene und integrationsfreundliche Metropole, wie die Stadtverwaltung auf ihrer Webseite betont.

Die konservative spanische Regierung von Mariano Rajoy hatte sich 2015 verpflichtet, 16 000 Asylbewerber aus anderen europäischen Ländern aufzunehmen, als Teil des von der EU beschlossenen Umverteilungsplans. Bislang nahm Spanien Medienberichten zufolge jedoch nur 1100 Menschen auf.

Von

dpa

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