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04.10.2017

04:32 Uhr

Massenmord in Las Vegas

Behörden suchen nach Motiv des Attentäters

Ein 64-jähriger Rentner schoss auf Hunderte Menschen. Über sein Motiv rätseln die Ermittler. Neue Erkenntnisse erhoffen sie sich von der bislang noch nicht befragten Freundin des Attentäters.

Nach Attentat in Las Vegas

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Nach Attentat in Las Vegas: Rekordumsätze der Waffenindustrie – Trump gibt Lobby Rückendeckung

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Zwei Tage nach dem Blutbad bei einem Konzert in der US-Kasinometropole Las Vegas ist das Motiv des Todesschützen Stephen Paddock weiter unklar. Die Ermittler machten Fortschritte, hätten aber noch keine „vollständigen Antworten“, sagte Bezirkssheriff Joseph Lombardo am Dienstag vor Journalisten. US-Präsident Donald Trump wird Las Vegas am Mittwoch besuchen und dabei auch mit Angehörigen der Opfer zusammenkommen.

Der 64-jährige Paddock hatte am Sonntagabend (Ortszeit) von seinem Zimmer im 32. Stock eines Hotels auf Besucher eines Country-Music-Konzerts gefeuert. 59 Menschen starben, die Zahl der Verletzten korrigierte Sheriff Lombardo am Dienstag mit gut 500 leicht nach unten. Der Schütze hatte sich selber getötet, als die Polizei sein Hotelzimmer stürmte. Zuvor schoss er dem Sheriff zufolge neun Minuten hintereinander auf die Menschenmenge beim Konzert. Ein Hotelgast alarmierte nach ersten Schüssen die Polizei-Notrufzentrale.

Wie Lombardo bestätigte, laufen Gespräche mit der Freundin des Täters, die auf den Philippinen lokalisiert worden sei. Er nannte die 62-jährige Marilou Danley, die einen australischen Pass besitzt, eine „Person von Interesse“. So bezeichnen Ermittler Menschen, von denen sie sich wichtige Informationen versprechen, die aber gegenwärtig nicht zwangsläufig als Tatverdächtige eingestuft werden.

Lombardo sagte, er erwarte in den nächsten Stunden „wesentliche Informationen“, es blieb aber unklar, ob er sich dabei auf die Freundin bezog. Nach Medienberichten soll sie nach Las Vegas zurückgebracht werden und dort möglicherweise schon am Mittwoch eintreffen. Offiziell bestätigt wurde das aber nicht.

Neue Rätsel gibt eine Geldüberweisung Paddocks in Höhe von 100.000 Dollar auf die Philippinen auf. Zunächst war aber nicht bekannt, ob sie kurz vor der Tat erfolgte und an wen das Geld konkret ging. Medien spekulierten, es sei wahrscheinlich für die Freundin bestimmt gewesen.

Mittlerweile häufen sich die Hinweise darauf, dass Paddock seine Tat „umfassend“ vorbereitete, wie es der Sheriff formulierte. So fand die Polizei nach seinen Angaben neben 23 Schusswaffen in seiner Suite im Mandalay Bay Hotel mehrere Kameras vor, einige waren auch außerhalb seines Zimmers aufgebaut. Vermutungen gehen dahin, dass sie ihn beim Eintreffen von Polizisten vorwarnen sollten. Lombardo zufolge werden die Kameras nun von der Bundespolizei FBI untersucht.

Experten gingen auch der Frage nach, ob Paddock einige seiner Waffen mit einer ebenfalls in der Suite vorgefundenen Vorrichtung modifizierte: Sie dient dazu, das Abfeuern von Schüssen zu beschleunigen.

US-Fernsehsender zeigten am Dienstag Aufnahmen aus dem Hotelzimmer, die nach dem Blutbad gemacht wurden. Darauf sind unter anderem Waffen und zahlreiche Hülsen zu sehen. Wie sie zu den Medien gelangten, wurde nicht bekannt. Lombardo nannte den Vorgang „besorgniserregend“.

Insgesamt stellte die Polizei im Hotelzimmer und in zwei Häusern des Täters in Mesquite und Reno 49 Schusswaffen sicher. Hinzu kommen Tausende Schuss Munition und Sprengstoff - ein gewaltiges Arsenal.

Vor diesem Hintergrund ist die Debatte um die nach Ansicht von Kritikern viel zu laschen amerikanischen Waffengesetze wieder voll entbrannt. Der Chef der demokratischen Minderheit im Senat, Chuck Schumer, forderte in einer Rede in der Kongresskammer „vernünftige Reformen“. Man könne das Böse oder den Wahnsinn nicht von der Erde verbannen, sagte Schumer. „Aber wir müssen tun, was in unserer Macht steht, um unser Land zu einem sichereren Ort zu machen.“

Trump erklärte am Dienstag: „Wir werden mit der Zeit über Waffengesetze sprechen.“ Der Republikaner hatte sich in der Vergangenheit - vor seiner Bewerbung ums Präsidentenamt - für „vernünftige begrenzte“ Waffenkontrollmaßnahmen ausgesprochen. Dann schwenkte er aber um, wohl auch mit Blick auf die mächtige Waffenlobby-Organisation NRA.

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