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01.02.2011

11:06 Uhr

Massenprotest in Kairo

Mubarak-Getreue heizen Stimmung an

Die Opposition will in Kairo eine Million Menschen auf die Straße bringen. Doch das Regime versucht, den Massenauflauf zu unterbinden: Der Eisenbahnverkehr wurde unterbrochen, und auch eine Anreise mit dem Auto wird immer schwieriger, da das Benzin knapp wird. Die Massen lassen sich nicht einschüchtern. Doch Präsident Mubarak hat noch einen weiteren Trumpf in der Hand.

HB KAIRO. In Kairo marschieren die Massen gegen Mubarak: Am Dienstagvormittag versammelten sich bis zu hunderttausend Menschen auf dem zentralen Tahrir-Platz und den angrenzenden Straßen. In Sprechchören und auf Transparenten verlangten sie erneut den Rücktritt von Staatspräsident Husni Mubarak. Die Opposition will am achten Tag der Proteste eine Million Menschen auf die Beine bringen, um Mubaraks Rücktritt zu erzwingen. Die Armee zeigte Präsenz, ohne die Proteste dort zu behindern, berichtete ein dpa-Korrespondent.

Parallel zu der Massenkundgebung versammelten sich auch Anhänger des greisen Staatschefs. Etwa 2000 Teilnehmer riefen „Ja zu Mubarak, nein zu Demonstrationen und Sabotage“. Zusammenstöße mit den anderen Demonstranten gab es zunächst nicht. Die Stimmung war aber sehr aufgeheizt.

Am Vorabend hatte das Militär erklärt, dass es nicht auf friedliche Demonstranten schießen werde. An den Eingängen zum Tahrir-Platz kontrollierten Zivilisten Ausweispapiere und durchsuchten die Teilnehmer. Auffällig war, dass unter den Demonstranten deutlich mehr Vertreter der Muslimbruderschaft als zuletzt zu sehen waren. Ein Vertreter der islamistischen Organisation sagte einer dpa-Reporterin: "Wir sind eine gut organisierte Bewegung. Es wird Zeit, dass auch wir auf diesem Platz reden dürfen." Die Muslimbrüder sind in Ägypten offiziell verboten, haben aber viele Anhänger. Sie könnten an einer neuen, von der Opposition gebildeten Regierung beteiligt sein, was in Israel Ängste ausgelöst hat.

Zur Behinderung der Anreise der Regimegegner sei der Eisenbahnverkehr unterbrochen worden, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira. Auch eine Anreise mit dem Auto wird immer schwieriger, da das Benzin zunehmend knapp wird. Vor den Tankstellen bildete sich am Dienstag lange Schlangen.

Kommentare (1)

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Maria

01.02.2011, 12:54 Uhr

Unser "Außenministerchen" Guido Westerwelle hat nichts besseres zu tun, als die Rolle Mubaraks (Diktator, Folter, Polizeistaat) zu würdigen. Herr Westerwelle ist eine echte Schande für unser Land. Was hat dieser Mann denn bitte für ein Demokratieverständnis?! Wahrscheinlich hat er sich zu lange mit dem rechtsradikalen, israelischen Außenminister Avigdor Lieberman unterhalten.

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