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25.11.2013

19:23 Uhr

Massenprotest

Lage in Bangkok eskaliert

Das Finanzministerium ist besetzt. Teile des Außenministeriums sind gestürmt. Auf den Straßen von Bangkok demonstrieren Tausende Menschen und fordern den Rücktritt von Präsidentin Shinawatra. Doch die bleibt stur.

Rund 1000 Demonstranten okkupierten in Bangkok das Finanzministerium. ap

Rund 1000 Demonstranten okkupierten in Bangkok das Finanzministerium.

BangkokIn Thailand sind die Proteste gegen die Regierung eskaliert. Rund tausend Menschen besetzten das Finanzministerium am Montag in der Hauptstadt Bangkok. Auch auf das Gelände des Außenministeriums drangen die Demonstranten vor und forderten den Rücktritt von Regierungschefin Yingluck Shinawatra. Sie lehnte das ab. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums äußerte sich besorgt über die wachsenden Spannungen in Thailand und rief alle Seiten zu Zurückhaltung auf. Bereits am Sonntag hatten sich rund 100.000 Menschen zu den größten Kundgebungen seit drei Jahren versammelt.

„Ich lade die Demonstranten ein, über Nacht hier im Finanzministerium zu bleiben“, sagte der Anführer der Regierungsgegner, Suthep Thaugsuban. Er war unter der früheren, von den Demokraten geführten Regierung stellvertretender Ministerpräsident. Das Ministerium sei besetzt worden, um die Regierung an Geldtransfers zu hindern, sagte er. „Unser einziges Ziel ist es, das Land vom Thaksin-Regime zu befreien.“

Die 46-jährige Yingluck ist die Schwester des 2006 gestürzten und wegen Korruption verurteilten Ex-Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Die Demonstranten werfen ihr vor, sie sei nur eine Marionette ihres Bruders, der vor einer Haftstrafe ins Ausland geflohen war. Ein von der Regierung unterstütztes Amnestie-Gesetz, das Thaksin die Rückkehr aus dem Exil erlaubt hätte, ist der Auslöser der Proteste.

Wissenswertes über Bangkok

Der älteste Ort der Stadt

Das Kloster des liegenden Buddhas Wat Pho wurde im 16. Jahrhundert errichtet und ein Jahr vor der Stadtgründung Bangkoks 1781 komplett neu gebaut. Damit ist die größte Klosteranlage Bangkoks älter als die Stadt selbst.

Die beste Thaimassage...

...kann man in der ganzen Stadt und an jeder Ecke suchen, man findet sie aber angeblich im Kloster Wat Pho. Hier ist nämlich die renommierteste Massageschule des Landes. Tipp: Sehr früh oder so spät wie möglich kommen, um nicht allzu lange auf die Behandlung warten zu müssen.

Längster Ortsname der Welt

Wir sparen uns an dieser Stelle den thailändischen zeremoniellen Namen für Bangkok. Ins Deutsche übersetzt bedeutet er aber: „Stadt der Engel, große Stadt [und] Residenz des heiligen Juwels Indras [ Smaragd-Buddha ], uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishnukarm gebaut wurde.“ Der Name beleuchtet zwar nur eine Seite der Medaille, dafür aber sehr präzise.

Abschlepp-Gefahr!

Besonders zwischen dem Tempel Wat Pho und dem Grand Palace treiben sich kriminell organisierte Schlepper umher, die Ihnen weismachen wollen, die royalen und heiligen Anlagen seien geschlossen. Sie bieten Ihnen dann eine sehr verlockende Alternative und sind natürlich bereit, Sie dort hin zu fahren. Fallen Sie nicht auf diese Maschen herein, es sei denn, Sie möchten den Tag in zwielichtigen Schmuck-, Stoff- und Souvenirläden verbringen.

Günstiges Gourmet-Fleisch

Sie wollten schon immer mal das berühmte zart massierte Kobe-Rind kosten, hatten bisher aber leider nicht das nötige Kleingeld? Vielleicht reicht es ja für den Genuss des Premium-Fleisches in Thailand, denn hier ist das Steak ein wenig günstiger. Eine der besten Adressen dafür ist das Nobel-Restaurant Banyan Tree. Abendgarderobe und ein paar Geldscheine sind trotzdem Pflicht.

Langsamste Metropole der Welt

In keiner anderen Stadt gibt es so viel Stau. Mit höchstens 15 Kilometern pro Stunde bewegen sich über sechs Millionen Fahrzeuge von A nach B. Die Polizei hat sogar Hebammen ausbilden lassen, da es viele schwangere Frauen nicht rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen. Der Verkehr Bangkoks ist also eine abenteuerliche Attraktion für sich, bedarf aber jeder Menge Vertrauen und Geduld.

„Ich sehe keine Veranlassung, zurückzutreten oder das Parlament aufzulösen“, verwahrte sich Regierungschefin Yingluck, die 2011 gewählt wurde, gegen die Forderung der Menge. Den Demonstranten warf sie vor, die Sicherheit der Regierung zu gefährden. Gleichwohl werde die Regierung keine Gewalt anwenden, um die Ministerien zu räumen.

„Raus mit euch!“, skandierten die Demonstranten, als sie sich am Morgen in Richtung Regierungsviertel aufmachten. Im Finanzministerium besetzten sie mehrere Stockwerke und legten in den Räumen Schlafmatten aus. Kurzzeitig fiel der Strom aus. Das Personal verließ das Gebäude. Polizei war nach Angaben von Augenzeugen kaum zu sehen.

Die Proteste belasteten die Währung des Landes. Der Baht verlor 0,5 Prozent an Wert und fiel auf den niedrigsten Stand seit elf Wochen. Auch am Aktienmarkt ging es bergab. Die Kundgebungen, die im Oktober begonnen hatten, wecken die Erinnerung an 2008, als Thaksin-Gegner, die sogenannten Gelbhemden, Bangkoks Flughäfen lahmgelegt und gegen Thaksins Partei demonstriert hatten. Er ist vor allem bei der armen Landbevölkerung noch immer beliebt. Korruptionsskandale sorgten jedoch dafür, dass er in der Mittelschicht in Bangkok viele Anhänger verlor.

Von

rtr

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