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05.10.2011

09:59 Uhr

Massenprotest

Staatsangestellte legen Athens Verkehr lahm

Vondapd

Die harten Einschnitte der griechischen Regierung haben zahlreiche Berufsgruppen zum Streik motiviert. Die Angestellten im öffentlichen Dienst wollen für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Sie sind nicht die einzigen.

Nicht nur griechische Schüler protestieren gegen die Sparpläne der griechischen Regierung. Auch die Angestellten im öffentlichen Dienst wollen die massiven Kürzungen nicht einfach hinnehmen. dapd

Nicht nur griechische Schüler protestieren gegen die Sparpläne der griechischen Regierung. Auch die Angestellten im öffentlichen Dienst wollen die massiven Kürzungen nicht einfach hinnehmen.

AthenDie griechischen Angestellten im öffentlichen Dienst sind aus Protest gegen die Sparmaßnahmen der Regierung in einen 24-stündigen Streik getreten. In den staatlichen Krankenhäusern hält nur eine Notbesetzung die Stellung und Anwälte, Lehrer sowie Finanzbeamte legten die Arbeit ganz nieder. Auch die Fluglotsen schlossen sich dem Streik an. Alle Flüge von und nach Griechenland wurden vorerst gestrichen.

Auch die Angestellten der Radio- und Fernsehstationen erschienen nicht zum Dienst. Die Mitarbeiter der Nahverkehrsbetriebe wollten ihre Arbeit nur am Morgen und am Abend einstellen. Für den Lauf des Tages sind in der Hauptstadt Athen Demonstrationen geplant.

Die Staatsbediensteten protestieren gegen die Suspendierung von 30.000 Mitarbeitern bei nur eingeschränkter Bezahlung. Nach Gehalts- und Pensionskürzungen ist die Maßnahme ein weiterer Teil des Sparpakets der Regierung.

Die Finanzexperten der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hatten zuvor angekündigt, über die Genehmigung der nächsten Tranche des Hilfspakets im Umfang von acht Milliarden Dollar im Laufe dieses Monats zu entscheiden.

Finanzminister Evangelos Venizelos sagte am Dienstag, Griechenland könne noch bis Mitte November Renten und Gehälter zahlen. Zuvor hatte es geheißen, ohne weitere internationale Kredite sei Griechenland bereits Mitte Oktober zahlungsunfähig.

Die Troika verlangt von Athen im Gegenzug für die Überweisung der nächsten Tranche weitere Sparmaßnahmen. Neben der Suspendierung zahlreicher Angestellter im öffentlichen Dienst hat die Regierung auch die Einführung einer zusätzlichen Grundsteuer angekündigt. Mittlerweile regt sich jedoch selbst in den Reihen der regierenden Sozialisten Widerstand gegen die Einführung neuer Steuern.

Griechenland erlebt derzeit eine schwere Rezession. Analysten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 5,5 Prozent zurückgehen wird. Die Arbeitslosenquote ist angesichts zahlreicher Insolvenzen auf über 16 Prozent gestiegen.

 

Kommentare (6)

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ThomasC

05.10.2011, 11:03 Uhr

Lasst Griechenland endlich Pleite gehen. Gebt den Menschen
die Drachme zurück. Sie wollen unseren Euro nicht. Bei einer
Staatspleite können Sie wieder ganz von vorne anfangen. Die
Banken haben sicher schon Vorsorge für eine Staatspleite ge-
troffen und die Forderungen größtenteils abgewertet oder abgeschrieben. So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen.

Demokrat

05.10.2011, 11:19 Uhr

Schon mal den ESM Vertrage GELESEN ?
Vileicht STREIKEN die GRIECHEN auch um IHRE Freheit schon mal darüber NACHGEDACHT ?
Die Griechen sind an der Missere nicht ganz Unschuldig die HAPTSCHULDIGEN sind in der politik und bei unseren ach so LIEBEN und VERARMTEN Banken zu suchen.

Kamera

05.10.2011, 11:48 Uhr

Die Banken sind nicht Schuld. Sie haben nur den Vorgaben der Politiker vertraut und haben wie Versicherungen auch, Griechenland Geld geliehen indem Sie deren Anleihen gekauft haben. Dies geschah unter der von der Politik gegebenen Voraussetzung, dass Europa dafür haftet.
Die wahren Schuldigen sitzen in Brüssel. Sie haben einen Staat ungeprüft in die EU aufgenommen, der nicht erst heute!!! ein Steuer und Wirtschaftschaos ist mit Geldstreuung für zuviele Beamte und Korruption. Das geht auch immer so weiter, weil größer für die Bürokratie in Brüssel einfach schöner ist. Das Schlimme ist nur, dass bei der Kommission in Brüssel kein Verantwortlicher zu finden und haftbar zu machen ist. Wo bleiben dort die Rücktritte? Der Ablauf der Krise erinnert an Diktaturen, aber nicht an demokratische Strukturen.
Das Schlimmste kommt erst noch, nämlich das EU-Finanzministerium, besetzt mit Leuten aus Staaten, die nur Defizit erwirtschaften und bei wohlhanbenden Staaten die Steuereintreibung gestalten.

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