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22.06.2013

12:34 Uhr

Massenproteste

Brasiliens Präsidentin will mit Demonstranten sprechen

Brasiliens Präsidentin macht einen Schritt auf die Demonstranten zu und lädt sie zum Dialog ein. Rousseff kündigte einen „großen Pakt“ an. Die FIFA verschärft unterdessen die Sicherheitsvorkehrungen beim Confed Cup.

Brasilianische Präsidentin kündigt Dialog mit Protestbewegung an

Video: Brasilianische Präsidentin kündigt Dialog mit Protestbewegung an

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Brasília/Rio de Janeiro/Sao PaoloNach Massenprotesten in rund 440 Städten hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff den Demonstranten einen „großen Pakt“ für ein besseres Brasilien versprochen. Sie wolle das öffentliche Verkehrssystem ausbauen, mehr Öleinnahmen in die Bildung investieren und Ärzte aus dem Ausland anwerben, sagte Rousseff am Freitag (Ortszeit) in einer TV-Ansprache. „Die Stimme der Straße muss gehört und respektiert werden und kann nicht verwechselt werden mit dem Krach und der Grausamkeit einiger Rabauken.“

In der Nacht zum Freitag hatten die Proteste einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Nachrichtenagentur Agência Brasil zählte fast zwei Millionen Demonstranten in 438 Städten.

Brasilien habe die historische Gelegenheit, die Kraft der Proteste zu nutzen und die Lage zu verbessern, sagte Rousseff am Freitag. Sie werde sich die Forderungen anhören. Zugleich verurteilte sie Ausschreitungen und rief die Sicherheitskräfte auf, jede Form von Gewalt oder Vandalismus zu verhindern. „Mit dieser Gewalt, die Brasilien beschämt, können wir nicht leben“, sagte die Präsidentin. Rückendeckung erhielt sie von Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari, der zur Zusammenarbeit mit der Regierung aufrief.

Die Botschaft der Straße sei friedlich und demokratisch, sagte Rousseff. „Sie fordert einen systematischen Kampf gegen die Korruption und die Veruntreuung öffentlicher Gelder. Alle kennen mich. Davon werde ich nicht ablassen.“ Sie werde dafür Gouverneure, Bürgermeister und Anführer der Demonstranten zusammenrufen.

„Wir können sehr viele Dinge viel besser machen“, sagte Rousseff einen Tag, nachdem mehr als eine Millionen Menschen gegen gestiegene Lebenshaltungskosten, Korruption und die hohen Ausgaben für bevorstehende Großereignisse wie die WM und die Olympischen Sommerspiele 2016 auf die Straße gegangen waren. „Meine Regierung hört die demokratischen Stimmen, die Veränderungen fordern.“ Sie lade deswegen die Gouverneure und die Bürgermeister ein, einen großen Pakt zu schmieden. Insbesondere versprach die Präsidentin, für einen öffentlichen Verkehr zu „gerechten Tarifen“ zu sorgen. Die Wut über gestiegene Fahrpreise hatte die Proteste vor mehr als einer Woche ausgelöst.

An die Kritiker gerichtet, die statt Milliardenausgaben in Fußballstadien mehr Investitionen in Bildung und Gesundheitsversorgung fordern, sagte Rousseff: „Fußball und Sport sind Symbole für Frieden und ein friedliches Zusammenleben.“ Der Staat werde sich die Kosten von den Unternehmen und den Regionalregierungen wiederholen, die die Stadien nutzen würden. „Wir werden eine großartige Fußballweltmeisterschaft hinbekommen.“

Gleichzeitig warb Rousseff hat die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in ihrem Land. „Brasilien ist das einzige Land, das an allen Fußball-Weltmeisterschaften teilgenommen hat, wurde fünf Mal Weltmeister und wurde immer überall gut aufgenommen“, sagte sie. Brasilien müsse seine Gästen mit „Achtung, Warmherzigkeit und Freude“ empfangen. Sie werde nicht zulassen, dass die Ausgaben für das Turnier auf Kosten der Gesundheit oder der Bildung gingen.

Kommentare (5)

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RumpelstilzchenA

22.06.2013, 10:41 Uhr

Lieber zu spät als gar nicht!

Account gelöscht!

22.06.2013, 11:08 Uhr

Weltjugendtag der katholischen Kirche? Oh man; auch die sind richtig im krass religiösen Brasilien. In einem Land, wo Vorsitzende der Menschenrechte Gesetze durchbringen wollen die Homosexuelle als "krank mit entsprechender (Behandlung)" klassifizieren lassen wollen. Von kirchlichen "Fehltritten", egal ob evangelisch oder katholisch, ganz zu schweigen.

Charly

22.06.2013, 11:41 Uhr

"Brasiliens Präsidentin will mit Demonstranten sprechen"

Was soll dabei herauskommen?
diese Tussie hat Korruption immer gebilligt.
Die Fifa-Mafia hat doch ihre Zustimmung gefunden.

Wenn sie jetzt "reden" will, dann doch nur um ihren Hals zu retten.

Aus rationaler Sicht gibt es 2 Dinge die die Brasilianer tun können.
- Einmal den Sturz des korrupten Regimes herbeiführen, wobei niemand sagen kann ob das nachfolgende besser ist.
- Und solange weiterzudemonstrieren bis die Fussball-Partie platzt, damit schadet man der korrupten FIFA, würgt dem korrupten Blatter eins rein und zeigt den sogenannten "Sponsoren" der FIFA wo's lang geht.

(und - Nebeneffekt - vielleicht wird dann der Michel mal vor dem Fernseher aufwachen wenn Fussball ausfällt.

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