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28.04.2014

10:05 Uhr

Massenprozess

683 Mursi-Anhänger in Ägypten zum Tode verurteilt

Bei einem neuen Massenprozess in Ägypten sind fast 700 Islamisten zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht in Minja sprach die Angeklagten wegen der Teilnahme an gewalttätigen Protesten und wegen Mordes schuldig.

Gericht in Ägypten

Todesstrafe für 680 Mursi-Anhänger

Gericht in Ägypten: Todesstrafe für 680 Mursi-Anhänger

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KairoIn einem weiteren Massenprozess in Ägypten sind 683 Angeklagte zum Tode verurteilt worden, darunter ein Anführer der Muslimbruderschaft des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi. Dies teilten Anwälte am Montag in der Stadt Minja mit. Unter den Angeklagten, die nunmehr von einem Gericht in der zentralägyptischen Stadt Minja in erster Instanz zum Tode verurteilt wurden, befindet sich auch der Anführer der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie. Zugleich seien 492 von 529 im März verhängte Todesurteile aufgehoben und zum größten Teil in lebenslange Haftstrafen umgewandelt worden.

Denn bereits Ende März waren nämlich bereits in einem ersten Massenprozess in Minja Todesurteile gegen 529 Mursi-Anhänger verhängt worden. Hintergrund sind die gewaltsamen Auseinandersetzungen nach Mursis Sturz im Juli 2013, bei denen auch Polizisten getötet worden waren.

500 Muslimbrüder zum Tode verurteilt

Massen-Todesurteil: „Fairness fehlte“

500 Muslimbrüder zum Tode verurteilt: Massen-Todesurteil: „Fairness fehlte“

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Die Islamisten in der Provinz Minja hatten im Sommer 2013 – wie auch ihre Gesinnungsgenossen anderswo in Ägypten – gegen die Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär demonstriert. Nach der blutigen Unterdrückung dieser Proteste in Kairo und Alexandria durch die Sicherheitskräfte mit mehr als 1000 Toten kam es in der oberägyptischen Provinz zu Unruhen mit Todesopfern.

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten den Mord an einem stellvertretenden Bezirks-Polizeikommandeur, Angriffe auf Regierungsgebäude und Brandschatzung von Kirchen der christlichen Kopten vor.

Kommentare (3)

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28.04.2014, 10:50 Uhr

Fairness? Wo bleibt diese gegenüber den Christen von den Islamgläubigen?

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28.04.2014, 11:00 Uhr

Mein Mitleid mit den Islamisten hält sich in Grenzen. Im umgekehrten Fall würden noch viel mehr Köpfe rollen und die Militärdiktatur wäre eine Islamdiktatur, die allerdings mittelfristig die übrige Welt als Feind ins Visier nehmen würde.

Interessant ist allerdings mal wieder die Verlogenheit des feudalen Westen. Solange ein Richtergremium Massentötungen absegnet ist ja alles Rechtsstaatlich und der Protest entsprechend lauwarm, zumal in diesem Fall zukünftige Erzfeinde vorsorglich eliminiert werden. Also protestieren wir mal gegenüber der ägyptischen Militärdiktatur, mit einem weinenden und einem zuzwinkernden Auge, ein wenig. Hintenherum werden die Herren des ägyptischen Militärs aber weiterhin schön vom Westen abgefüttert. Die Ägypter benötigen Bildung, Bildung und eine rigorose Eindämmung des ungezügelten Bevölkerungszuwachs, andernfalls wird dieses Land auf ewig ein gescheiterter Staat bleiben. Der feudale Westen und die militärischen Herren Ägyptens haben an einer grundlegenden Änderung aber definitiv kein Interesse. Das Elend Ägyptens wird in den nächsten Jahrzehnten noch zunehmen.

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28.04.2014, 11:41 Uhr

Sie tragen Anzüge und Krawatten, fahren dicke Nobelkarossen, haben die modernsten Waffen zur Verfügung, sehen obendrein hier und da sogar wie intelligente, zivilisierte Menschen aus und leben doch noch in der Steinzeit.
Massenhinrichtungen wie zu "guten alten Zeiten" und man vernimmt keinerlei Proteste in den Medien. Sind wir auch schon bald wieder so weit?

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