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22.09.2015

01:56 Uhr

Maßnahmen weltweit

Mehr Hilfe für Flüchtlinge

Unicef-Chef Lake fordert mehr Hilfe von den reichen Ländern für Flüchtlinge aus Afrika und Nahen Osten. Indes kündigen die USA weitere 419 Milliarden Dollar Ausgaben für Syrier an. Brasilien will Tausende Visa vergeben.

Ein Flüchtlingskind in Brüssel bedeckt sich mit einer Decke: Die Flüchtlingskrise schlägt weltweit hohe Wellen. Reuters

Flüchtlingskind

Ein Flüchtlingskind in Brüssel bedeckt sich mit einer Decke: Die Flüchtlingskrise schlägt weltweit hohe Wellen.

New York/Washington/BrasiliaUnicef-Chef Anthony Lake hat mehr Hilfe der reicheren Länder für die Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten gefordert. „Ich bete, dass die EU und die USA mehr tun“, sagte der Direktor des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen am Montag in New York. „Die Länder müssen eine Übereinkunft finden, wie sie gemeinsam mit dem Problem umgehen. Denn es gibt nicht nur eine rechtliche Pflicht, diesen Menschen zu helfen, sondern vor allem eine moralische.“

„Wir treten im Westen immer für die Menschenrechte ein. Jetzt kann man ganz konkret zeigen, was man damit meint“, sagte der Amerikaner. Dabei sei das auch für die Länder von Nutzen, die jetzt Flüchtlinge aufnehmen. „Untersuchungen haben gezeigt, dass der Vorteil der Einwanderer als künftige Arbeitskräfte, Konsumenten und Steuerzahler die anfänglichen Sozialkosten weit übersteigt.“ Das gelte gerade, aber nicht nur für Länder mit einer alternden Bevölkerung. „Wir können es uns nicht leisten, diese Investition nicht zu machen.“

Die USA haben indes vermeldet, weitere 419 Millionen Dollar für syrische Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Die Gesamthöhe der Hilfe beläuft sich nach Angaben des Weißen Hauses vom Montag auf dann 4,5 Milliarden Dollar. Sprecher Josh Earnest sagte, das Problem für die Flüchtlinge sei gleichwohl nur durch eine Änderung der politischen Situation in Syrien zu ändern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag von den USA mehr Hilfe bei der Aufnahme von Flüchtlingen gefordert.

Brasilien will als Reaktion auf die Flüchtlingskrise in Europa Tausende weitere Visa an Flüchtlinge aus Syrien vergeben. Ein entsprechendes Programm, das Ende des Monats auslaufen würde, werde um zwei Jahre verlängert, teilte das Justizministerium des fünftgrößten Landes der Welt mit. Damit können die Botschaften unbürokratisch Visa an vom Bürgerkrieg in Syrien betroffene Menschen ausstellen. Bei dem seit 2013 laufenden Programm wurden bisher 7752 Visa ausgestellt - die meisten in den brasilianischen Botschaften im Libanon, Jordanien und der Türkei.

Als Flüchtlinge anerkannt wurden bisher 2097 Syrer, insgesamt leben nach Angaben des Justizministeriums derzeit 8530 Flüchtlinge in Brasilien, darunter auch viele Haitianer. Die meisten Syrer fliegen über den Libanon, die Türkei und Dubai in das südamerikanische Land. Staatspräsidentin Dilma Rousseff hatte das Visa-Programm zuletzt als beispielhaft gelobt. Sie fordert, die Frage der Flüchtlingsverteilung müsse auch bei der anstehenden UN-Generalversammlung in New York breiten Raum finden.

Von

dpa

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