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27.01.2017

18:06 Uhr

Mauerbau

Trump riskiert Handelskonflikt mit Mexiko

Über Importsteuern will US-Präsident Donald Trump seine Grenzmauer finanzieren. Damit würde er allerdings zunächst mal den Amerikanern in die Tasche greifen.

US-Präsident Donald Trump manövriert die USA in einen waschechten Handelskrieg mit Mexiko. AP

Provokateur

US-Präsident Donald Trump manövriert die USA in einen waschechten Handelskrieg mit Mexiko.

WashingtonWegen der Finanzierung seiner Grenzmauer nimmt der neue US-Präsident Donald Trump einen schweren Konflikt mit dem wichtigen Handelspartner Mexiko in Kauf. „Mexiko hat die USA zu lange ausgenutzt“, schrieb der Staatschef am Freitag auf Twitter. „Massives Handelsdefizit und wenig Hilfe an der schwachen Grenze - das muss sich jetzt ändern.“

Zuvor hatte er Mexiko mit einer Importsteuer von 20 Prozent auf alle Produkte gedroht. Damit würden sich allerdings zunächst Produkte aus Mexiko wie Autos, Haushaltsgeräte und Lebensmittel für die US-Kunden verteuern. Außerdem könnte Mexiko mit ähnlichen Maßnahmen antworten. Es drohen Zollwettlauf und Preisspirale.

Auch die deutsche Wirtschaft beobachtet den eskalierenden Handelsstreit mit Sorge. „Die Verunsicherung nimmt zu“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Importzölle beträfen offensichtlich nicht nur Mexiko, sondern künftig auch andere Handelspartner.

„Wenn die Amerikaner sich abschotten, leiden darunter die deutschen Unternehmen, aber auch die US-Wirtschaft selbst“, sagte die Außenwirtschaftsexpertin Julia Howald vom Industrieverband BDI. Die USA führten viele Zwischenprodukte für eigene Produkte ein, Güter würden dort teurer, was amerikanischen Unternehmen wie Konsumenten schaden würde. „Eine Eskalation wäre am Ende für die US-Wirtschaft ein riesiges Eigentor“, sagte Howald.

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Trump will mit der Steuer den milliardenschweren Bau der Grenzmauer finanzieren. „Durch diesen Mechanismus können wir die Mauer leicht bezahlen“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses Sean Spicer. Nach massiver Kritik an den Plänen, die ein Ende des jahrzehntelangen, weitgehend zollfreien Handels bedeuten würden, ruderte er zurück: Das sei zunächst nur eine Option.

„Wir befinden uns nicht in einem Handelskrieg“, sagte der mexikanische Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo am Freitag in einem Interview des Fernsehsenders Televisa. Mexiko und die USA seien auf vielfältige Weise verbunden. Er räumte allerdings ein, dass sich die Nachbarn in einer Krise befinden. „Die Fortschritte der letzten 20 Jahre sind in Gefahr“, sagte Guajardo.

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