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11.07.2016

17:58 Uhr

May wird Premier von Großbritannien

Cameron tritt schon am Mittwoch zurück

Der Weg ist frei für die erste britische Premierministerin nach Margaret Thatcher. Sie soll am Mittwoch in Downing Street einziehen und nach dem Willen Brüssels möglichst bald den Austritt ihres Landes aus der EU in die Wege leiten.

Nachdem die Nachfolge geklärt war, hat sich David Cameron zu einem schnellen Rücktritt als Premier von Großbritannien entschieden. Reuters

Rücktritt vorgezogen

Nachdem die Nachfolge geklärt war, hat sich David Cameron zu einem schnellen Rücktritt als Premier von Großbritannien entschieden.

LondonDie Briten bekommen am Mittwoch eine neue Premierministerin. Amtsinhaber David Cameron kündigte am Montag an, mit seinem Rücktritt den Weg für die bisherige Innenministerin Theresa May an die Spitze der Konservativen Partei und der Regierung freizumachen. Zuvor hatte sich mit Energiestaatssekretärin Andrea Leadsom die einzige innerparteiliche Rivalin Mays überraschend selbst aus dem Rennen genommen.

Der Wechsel an der Regierungsspitze infolge des Brexit-Votums geht damit schneller als gedacht. Cameron hatte nach der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU erklärt, er werde bis zum Parteitag der Konservativen im Oktober abtreten. Später wurde dann der 2. September als Stichtag genannt.

Doch zuletzt hatte sich May immer deutlicher als klare Favoritin etabliert. Es sei offensichtlich, dass sie die Unterstützung der „überwältigenden Mehrheit“ der konservativen Abgeordneten im Unterhaus habe, sagte Cameron. Er wolle sich am Mittwoch dort noch der Fragestunde des Premierministers stellen. Danach werde er Königin Elizabeth II. aufsuchen und seinen Rücktritt einreichen. „Wir werden in diesem Haus hinter mir bis Mittwochabend eine neue Premierministerin haben“, sagte er vor seinem Amtssitz in der Downing Street.

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Jetzt geht es ganz schnell: Der britische Premier David Cameron tritt schon am Mittwoch zurück. Dann übernimmt Innenministerin Theresa May. Sie hält am Brexit fest und will den EU-Austritt zu einem „Erfolg“ machen.

Nach parteiinternen Vorwahlen in der vergangenen Woche waren May und Leadsom als Kandidatinnen für den Parteivorsitz übrig geblieben. Damit war bereits klar, dass das Land seine zweite Premierministerin nach Margaret Thatcher bekommen würde.

Leadsom war im Gegensatz zu May eine Vertreterin des Pro-Brexit-Lagers. Am Wochenende hatte sie mit Äußerungen für einen Eklat gesorgt, wonach es im Job von Vorteil wäre, Mutter zu sein. Leadsom hat Kinder, May nicht. Am Montag erklärte Leadsom nun, sie glaube nicht, dass sie genügend Unterstützer unter den Abgeordneten habe. „Den Interessen unseres Landes ist am besten mit der sofortigen Ernennung einer starken und breit unterstützten Premierministerin gedient.“

Die turbulenten Ereignisse vom Montag waren der vorläufige Höhepunkt der dramatischen Umwälzungen in der britischen Innenpolitik nach dem Brexit-Referendum im Juni. Cameron, der sich für den Verbleib seines Landes in der EU eingesetzt hatte, wollte den Antrag für das Ausscheiden aus der EU nicht selbst stellen, sondern das seinem Nachfolger überlassen. Die übrigen EU-Partner mahnten hingegen zu einer raschen Umsetzung der Entscheidung.

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Das bekräftige auch Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Montag, als sich Mays Wechsel an die Regierungsspitze bereits abzeichnete. „Je schneller wir diese problematische Situation klären, umso besser“, sagte er vor einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel.

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