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21.08.2015

10:44 Uhr

Mazedonien

Mit Tränengas und Blendgranaten gegen Flüchtlinge

Mazedonien ist mit der Flüchtlingswelle völlig überfordert. Einen Tag nach Ausrufung des Notstands geht die Polizei mit Tränengas und Blendgranaten gegen Flüchtlinge vor. Mindestens vier Menschen werden verletzt.

Eskalation in Mazedonien

Mit Tränengas gegen Flüchtlinge

Eskalation in Mazedonien: Mit Tränengas gegen Flüchtlinge

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Idomeni/GevgelijaEinen Tag nach Ausrufung des Notstands sind Sondereinheiten der mazedonischen Polizei mit Blendgranaten und Tränengas gegen Flüchtlinge vorgegangen. Damit wollten sie am Freitag rund 3000 Migranten auseinandertreiben, die in dem Niemandsland zwischen Griechenland und Mazedonien zusammengekommen waren. Dabei wurden mindestens vier Menschen verletzt. Die Polizei spannte zudem Stacheldrahtzaun über Schienen, die von den Flüchtlingen benutzt werden, um zu Fuß von Griechenland nach Mazedonien zu gelangen.

Die Menschen, die die Nacht draußen verbrachten, hatten mehrfach versucht, die mazedonische Polizei anzugreifen, nachdem die Grenze am Tag zuvor geschlossen worden war. Mazedonien hatte seine die Truppen an seiner Grenze zu Griechenland am Donnerstag aufgestockt, um Tausende Flüchtlinge an der Einreise zu hindern. Dazu wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.

Zahlen und Fakten zu Flüchtlingen

219.000 Menschen...

...flohen laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR 2014 über das Mittelmeer nach Europa; 2015 waren es bis zum 20. April 35.000.

3500 Menschen...

...kamen 2014 bei ihrer Flucht ums Leben oder werden vermisst; im laufenden Jahr sind es bis zum 20. April 1600.

170.100 Flüchtlinge...

...erreichten 2014 über das Meer Italien (Januar bis März 2015: mehr als 10.100); weitere 43.500 kamen nach Griechenland, 3500 nach Spanien, 570 nach Malta und 340 nach Zypern.

66.700 Syrer...

...registrierte die EU-Grenzschutzagentur Frontex 2014 bei einem illegalen Grenzübertritt auf dem Seeweg, 34.300 Menschen kamen aus Eritrea, 12.700 aus Afghanistan und 9800 aus Mali.

123.000 Syrer...

...beantragten im vergangenen Jahr in der EU Asyl (2013: 50.000).

202.700 Asylbewerber...

...wurden 2014 in Deutschland registriert (32 Prozent aller Bewerber), 81.200 in Schweden (13 Prozent) 64.600 in Italien (10 Prozent), 62.800 in Frankreich (10 Prozent) und 42.800 in Ungarn (7 Prozent).

Um 143 Prozent...

...stieg die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zu 2013 in Italien, um 126 Prozent in Ungarn, um 60 Prozent in Deutschland und um 50 Prozent in Schweden.

Mit 8,4 Bewerbern...

... pro tausend Einwohner nahm Schweden 2014 im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Flüchtlinge auf. Es folgten Ungarn (4,3), Österreich (3,3), Malta (3,2), Dänemark (2,6) und Deutschland (2,5).

600 000 bis eine Million Menschen...

...warten nach Schätzungen der EU-Kommission allein in Libyen, um in den nächsten Monaten die Überfahrt nach Italien oder Malta zu wagen.

Mazedonien ist für die Flüchtlinge, die von Griechenland kommen, eine wichtige Transitroute auf dem Weg in wohlhabendere EU-Staaten geworden. Seit Juni gilt ein neues Gesetz, das Flüchtlingen 72 Stunden Zeit gibt, durch Mazedonien zu reisen und dabei auch öffentliche Verkehrsmittel kostenlos zu nutzen.

Seitdem schwoll die Zahl der Flüchtlinge im Grenzort Gevgelija täglich an. Fast 39.000 Flüchtlinge, die meisten Syrer, wurden im vergangenen Monat bei ihrem Weg durch den verarmten Balkanstaat registriert. Das ist das Doppelte im Vergleich zum Vormonat.

Kommentare (14)

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Herr Josef Blomenkamp

21.08.2015, 11:15 Uhr

So ein Mist aber auch, daß in so einem Fall die EU-Willkommenskulturer keine Handhabe haben, Mazedonien zu einer ebensolchen "Willkommenskultur" zu nötigen.

Es hat durchaus Vorteile, kein Mitglied der EU zu sein, wenn die Regierung eines Landes an seine eigene Bevölkerung zuerst denkt und dann an "Flüchtlinge".

Account gelöscht!

21.08.2015, 11:24 Uhr

Frankreich, England, Mazedonien und selbst Österreich betreiben eine härtere Gangart gegen die Flüchtlingswellte und die Gutmenschenpolitik der Grün-Sozialisten im Deutschen Reichstag puschen diesen Flüchtlingsstrom aus Arabien, den Nahen Osten, Afrika und Teilen Asiens weiter nach oben. Taschengeld, Sozialleistungen...wer möchte da nicht gerne nach Deutschland kommen. Und eine Willkommeskultur der Medien-Politik, die die eigene Gesellschaft verdammt und die Flüchtlinge als Könige behandelt

Herr Josef Blomenkamp

21.08.2015, 11:34 Uhr

Die m.E. nach wirklich Verfolgten aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Teilen von Schwarzafrika sind nicht die Moslems sondern alle Nichtmoslems.

Wenn man sich alleine hierzulande die Übergriffe islamischer Hardcore-Frömmler auf Nicht-Moslems ansieht wird schnell klar, daß nur wenige wirkliche Flüchtlinge ins Land gelassen werden.

Angehörige des Islam halte ich lediglich für "Flüchtlinge" vor anderen Angehörigen des selben Islam und deren Animositäten werden dann in den Aufnahmeländern weiterhin ausgetragen - entgegen der hier geltenden Gesetze.

Daß es Länder gibt, die präventiv solche "Flüchtlinge" erst gar nicht ins Land lassen wollen halte ich dem Selbsterhaltungstrieb zugute.

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