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21.03.2006

08:37 Uhr

McCain ist Republikaner-Favorit

Wettlauf um Bushs Nachfolge beginnt

VonTorsten Riecke

In den USA bringen sich die ersten Republikaner für die Nachfolge von George W. Bush bei den Präsidentschaftswahlen 2008 in Stellung. Vizepräsident Cheney und Außenministerin Rice haben eine Kandidatur bereits ausgeschlossen.

WASHINGTON. In den USA bringen sich die ersten Republikaner für die Nachfolge von George W. Bush bei den Präsidentschaftswahlen 2008 in Stellung. Als jetzt 2 000 Delegierte der Republikaner in Memphis (Tennessee) zusammenkamen, nutzten die Aspiranten für das Weiße Haus die Bühne, um schon mal den Finger in den politischen Wind zu halten. Aus einer Adhoc-Umfrage unter den Delegierten ging Bill Frist, Mehrheitsführer seiner Partei im Senat, mit fast 37 Prozent als klarer Sieger hervor. John McCain, der einflussreiche Senator aus Arizona, landete auf dem fünften Platz. Das Ergebnis ist jedoch irreführend und entlarvend zugleich.

Denn Frist konnte nur gewinnen, weil er Anhänger in Sonderbussen zu der Konferenz hatte karren lassen. McCain forderte dagegen seine Getreuen auf, für den amtierenden Präsidenten George W. Bush zu stimmen. „Wir müssen unsere Ambitionen zurückstellen und unserem Präsidenten den Rücken stärken“, begründete der Senator seinen ungewöhnlichen Wahlaufruf.

McCain kann sich diese Großzügigkeit leisten. Er hat in den meisten Umfragen die Nase vorn. „McCain ist der Kandidat, den es zu schlagen gilt“, sagt der Politikberater und Meinungsforscher Karl Struble aus Washington. Bei einer landesweiten Befragung unter Republikanern liegt er mit New Yorks Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani zwar Kopf an Kopf. „Als jemand, der für Abtreibung, Waffenkontrolle und gleichgeschlechtliche Ehen votiert, hat Giuliani bei den religiösen Rechten jedoch keine Chance“, sagt Charlie Cook, Herausgeber der einflussreichen Politgazette Cook Report in Washington.

Cook bezweifelt aber auch, dass McCain am Ende die Kandidatur gewinnen kann. Gilt der eigenwillige Politiker doch als Querkopf in der eigenen Partei und ist dem wertkonservativen Flügel suspekt. McCain hatte die Vorwahlen 2000 gegen Bush auch deshalb verloren, weil er religiöse Konservative wie den Fernsehprediger Pat Robertson als „Agenten der Intoleranz“ bezeichnete.

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