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03.02.2012

19:21 Uhr

Medien-Bericht

Israel könnte Iran im Frühjahr angreifen

Säbelrasseln, kalkulierte Drohung oder steht ein Angriff auf iranische Atomanlagen bevor? US-Medien berichten, Israel könne bereits im Frühjahr zuschlagen. Ayatollah Ali Chamenei wies die Drohungen aus dem Westen zurück.

Ein israelischer Scharfschütze reinigt sein Gewehr in der Negev Wüste. AFP

Ein israelischer Scharfschütze reinigt sein Gewehr in der Negev Wüste.

Washington/Tel Aviv/TeheranIsrael könnte nach einem Bericht der „Washington Post“ schon im Frühjahr einen militärischen Angriff auf iranische Atomanlagen starten. US-Verteidigungsminister Leon Panetta gehe davon aus, dass es eine „starke Wahrscheinlichkeit“ dafür im April, Mai oder Juni gebe, berichtet das Blatt ohne konkrete Quelle online. Auch der TV-Sender CNN berichtete über ähnliche Befürchtungen Panettas.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak leistete solchen Erwartungen weiteren Vorschub: „Wer 'später' sagt, könnte herausfinden, dass es (für einen Angriff) schon zu spät ist“, zitierte ihn die Zeitung „Haaretz“.

Israel befürchte, dass Teheran bereits sehr bald über genügend angereichertes Uran verfüge, um eine Atombombe zu bauen - dann könnten nur noch die USA den Iran militärisch stoppen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wolle aber verhindern, „dass das Schicksal Israels vom amerikanischen Handeln abhängt“, schreibt die „Washington Post“. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Israel gehe davon aus, dass ein begrenzter Militäreinsatz möglich sei. Den Plänen zufolge könnten die Atomanlage bei Natans und andere unterirdische Anlagen das Ziel sein, hieß es. Die Anlage in Qom sei dagegen mit einem Luftangriff schwieriger auszuschalten.

Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Mosche Jaalon betonte jedoch, alle iranischen Nuklearanlagen seien durch Militärschläge verwundbar. Das Gespenst eines atomar bewaffneten Irans wäre ein „Alptraum für die freie Welt“.

US-Medien berichteten weiter, für den Fall eines Angriffs rechne Israel mit iranischen Vergeltungsaktionen. Einer israelischen Quelle zufolge sei von 500 möglichen Opfern die Rede. Hier hatte es in den vergangenen Monaten aber auch Warnungen vor wesentlich höheren Opferzahlen in Israel gegeben.

Irans oberster geistlicher Führer, Ayatollah Ali Chamenei, hat „Kriegsdrohungen“ aus dem Westen zurückgewiesen. Chamenei sagte bei einer im Fernsehen übertragenen Ansprache am Freitag, sein Land habe seine eigenen Drohpotenziale, um auf Kriegs- und Ölembargo-Drohungen „zum richtigen Zeitpunkt“ zu antworten.

Kommentare (42)

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peer

03.02.2012, 12:41 Uhr

hmmm neee

Israel ist nicht Repräsentant für die Freie Welt.
Israel ist genau das Gegenteil.

Gibt es überhaut noch eine Schweinerei in der Welt, wo nicht diese beschnittenen Glaubensbrüder im Hintergrund die Fäden ziehen?


Kein Wunder, dass sich die Welt angeekelt von Israel abwendet.

faelltnichtsein

03.02.2012, 12:52 Uhr

Die Reaktion Israels ist meines erachtens nachvollziehbar, im Falle einer iranischen Atombombe würde sich Israel sehr schnell in einer ausichtslosen und leicht erpressbaren Situation wiederfinden...

Wenn man über die iranische Atombombe spricht darf man niemals die Verbindungen des Irans zur Hisbolla und vor allem der Hammas vergessen, die seit der Existenz Israels daran arbeiten die Juden wieder zurück ins Meer zu drängen.
Dass dabei eventuelle eigene Opfer billigend in kauf genommen werden könnten sollte man niemals vergessen, wer glaubt hier ginge es primär um paar Streifen Land auf welche die Hamas nicht verzichten könnte täuscht sich gewaltig...

Die Gefahr also, dass die iraner kleinere nukleare Sprengköpfe oder schmutzige Bomben an die Hamas liefern könnte ist durchaus real, schon allein durch diese mögliche Option bekäme Israel unglaublich angreifbar und vorallem erpressbar....

Iran könnte indirekt dafür sorgen das Israel unbewohnbar würde ohne sich selbst direkt die Hände schmutzig zu machen und die Palästinenser hätten sicherlich kein großes Problem damit auf dieses fleckchen Erde zu verzichten wenn sie damit die Vertreibung der Juden von den heiligen Städten erreichen könnten...

Ich errinnere bei dem Gedanken nur einmal an das Experiment bei welchem 100.- unter 2 Personen aufgeteilt wird. Einer bestimmt wer wieviel bekommt und sollte der andere der Verteilung nicht zustimmen bekommt keiner von beiden etwas... das Ergebnis sollten allen bekannt sein...

Wer glaubt der Iran oder irgendeines der beteiligten Länder fürchtete sich vor einem Vergeltungsangriff des Westen sollte sich nicht lächerlich machen... die hießige Öffentlichkeit täte solch eine Vergeltungsaktion, bei der unweigerlich Millionen Zivilisten sterben würden, nicht aktzeptieren...
dies hier ist nicht mit dem Kalten Krieg vergleichbar schon allein nicht weil in diesem Konflikt keiner der beiden Seiten je das Ziel verfolgte die Bevölkerung des anderen Landes auszulöschen...


Account gelöscht!

03.02.2012, 13:10 Uhr

Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Mosche Jaalon betonte jedoch, alle iranischen Nuklearanlagen seien durch Militärschläge verwundbar. Das Gespenst eines atomar bewaffneten Irans wäre ein „Alptraum für die freie Welt“.
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Das ist meiner Meinung nach der wichtigste Absatz !
Israel ist nach wie vor die einzige wirkliche Demokratie in dieser Region - teil der freien Welt also !!!

Der Iran hingegen hat ein immer wieder erklärtes ziel , Kampf gegen die "Zionisten " und gegen die ungläubigen , das sind alle nicht- Muslime !

Dieser Kampf der sich Dschihad nennt lässt sich nicht mit konventionellen mitteln führen , dazu braucht der Islamische Gottesstaat die Bombe .

Selektive Angriffe auf Atomanlagen sind real machbar und sollten wirklich nicht länger hinausgeschoben werden !!!

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