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27.02.2014

09:37 Uhr

Medienbericht

Bewaffnete besetzen Parlamentsgebäude auf der Krim

Auf der ukrainischen Halbinsel Krim sollen bewaffnete Männer das Parlamentsgebäude besetzt haben. Das Innenministerium versetzt die Polizei daraufhin in höchste Alarmbereitschaft. Auch Russland hat schon reagiert.

Parlament besetzt, russische Armee in Alarmbereitschaft

Lage auf der Krim spitzt sich zu

Parlament besetzt, russische Armee in Alarmbereitschaft: Lage auf der Krim spitzt sich zu

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Kiew/SimferopolAuf der ukrainischen Halbinsel Krim haben bewaffnete Männer die Gebäude von Parlament und Regionalregierung besetzt, wie die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag meldete. Die Männer hätten sich mit Waffen Zugang verschafft, sagte ein Behördenmitarbeiter am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Simferopol. Ein Sprecher der Krimtataren teilte mit, die Gruppe trage Uniformen ohne nähere Kennung. Es habe zunächst keine Forderungen gegeben.

Anschließend wurde die ukrainische Polizei in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Das gab der kommissarische Innenminister Arsen Awakow am Donnerstag bekannt. Außerdem erklärte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag, es habe Kampfflugzeuge an den westlichen Grenzen des Landes in Kampfbereitschaft versetzt. Das berichtete die Agentur Interfax.

Wenn Massenproteste außer Kontrolle geraten

Türkei

Die gewaltsame Räumung eines Protestcamps in Istanbul, mit dem die Zerstörung eines Parks am Taksim-Platz verhindert werden sollte, löst im Mai 2013 eine landesweite Protestwelle aus. Mittlerweile richten sich die andauernden Proteste vor allem gegen den autoritären Regierungsstil des islamisch-konservativen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Mehrere Menschen kamen bisher ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

Bulgarien

Nach Massenprotesten und schweren Ausschreitungen in der Hauptstadt Sofia tritt die bulgarische Regierung im Februar 2013 zurück. Die Proteste richteten sich zunächst gegen hohe Strompreise, wandten sich dann aber immer stärker gegen Ministerpräsident Boiko Borissow. Hintergrund war die Unzufriedenheit über geringe Einkommen, hohe Arbeitslosigkeit und Korruption.

Griechenland

Bei Massendemonstrationen von Hunderttausender gegen das massive Sparprogramm der Regierung sterben in der griechischen Hauptstadt Athen im Mai 2010 drei Menschen. Vermummte Randalierer hatten mit Molotowcocktails eine Bank in Brand gesetzt.

Serbien

Rund 200.000 Menschen demonstrieren im Februar 2008 gegen die Unabhängigkeit des Kosovos in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Mehrere tausend Randalierer demolieren Botschaften, plündern Geschäfte, zünden Autos und Busse an. Mindestens ein Mensch kommt ums Leben, mehr als 150 Menschen werden verletzt.

Frankreich

Der Tod zweier Jugendlicher, die auf der Flucht vor der Polizei nahe Paris tödlich verunglückten, löst im Herbst 2005 eine Welle der Gewalt in französischen Einwanderervorstädten aus. Sporthallen, Geschäfte und tausende Autos gehen in Flammen auf. Tausende Randalierer werden festgenommen. Nach drei Wochen erklärt die Polizei die Unruhen offiziell für beendet.

Italien

Das Gipfeltreffen der führenden Industrieländer in Genua wird im Juli 2001 von der schwersten Welle der Gewalt in seiner Geschichte überschattet. Ein 23-jähriger Italiener stirbt bei den Straßenschlachten durch eine Polizeikugel. Globalisierungsgegner demolieren Büros, Geschäfte und Bankautomaten. Hunderte Menschen werden verletzt. Kritiker werfen der Polizei übertriebene Härte vor.

Am Mittwoch war es vor dem Parlament in der Regionalhauptstadt Simferopol zu Feuergefechten zwischen pro- und antirussischen Demonstranten gekommen. Dabei wurden mindestens 20 Menschen verletzt. Ein Mensch starb an Herzversagen.

Insgesamt hatten rund 20 000 Krim-Tataren lautstark ihre Unterstützung für die neue politische Führung in Kiew gezeigt. Eine kleinere Gruppe pro-russischer Gegendemonstranten machte indessen Stimmung für eine engere Anbindung an Moskau. Die Krim-Tataren sind Muslime und haben sich aktiv an den Protesten gegen Ex-Präsident Viktor Janukowitsch beteiligt. Sie wollen sich von Russland abgrenzen, denn im Zweiten Weltkrieg wurden sie vom damaligen sowjetischen Machthaber Josef Stalin im großen Stil verfolgt und deportiert.

Kommentare (1)

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27.02.2014, 09:36 Uhr

Ria Novosti meldet, dass es sich bei den Besetzern nach deren Angaben um "Selbstverteidigungskräfte" der russischsprachigen Bevölkerung handele. Siehe:

http://de.ria.ru/politics/20140227/267931282.html

Es sieht so aus, dass den Putschisten von Kiew der schnelle Durchmarsch nicht gelingen wird.

Der Westen wäre daher gut beraten, endlich die Politik des Kalten Krieges gegen Russland, die Politik Unterstützung von gewalttätigen Putschisten in Kiew, die Politik der militärischen Einkreisung Russlands und des Aufstellens von Raketen an den russischen Grenzen aufzugeben und einen fairen und gleichberechtigten Dialog mit Russland anzustreben.

Nur auf diese Weise kann eine gefährliche Konfrontation, wie sie der Westen durch sein leichtfertiges, unverantwortliches Spiel mit dem Feuer heraufbeschworen hat, verhindert werden.

Europa hat andere Interessen als die USA. Europa braucht eine langfristige und friedliche Partnerschaft mit Russland.

Die USA dagegen wollen die Weltherrschaft. Sie wollen daher die Ausgrenzung Russlands und seinen Ausschluss aus internationalen Entscheidungsprozessen.

Europa sollte sich endlich vom US-Vasallenstatus befreien.

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