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26.10.2013

12:31 Uhr

Medienbericht

EU plant Verkaufsverbot für stromfressende Hausgeräte

Erst die Glühbirne, jetzt der Staubsauger. Die EU will energiehungrige Haushaltsgeräte aus dem Verkehr ziehen, auch TV-Geräte könnte es treffen. Die Hersteller bleiben gelassen. Kritiker sprechen von „Verbotswut“.

Staubsauger auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin: EU plant Leistungsgrenze für Staubsauger. dapd

Staubsauger auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin: EU plant Leistungsgrenze für Staubsauger.

Brüssel/Berlin Die EU verbietet von September 2014 an stromfressende Staubsauger. Ab diesem Termin dürfen nur noch solche Geräte verkauft werden, die weniger als 1600 Watt Leistung erbringen - und damit weniger Strom verbrauchen. 2017 wird auf 900 Watt gedrosselt. Eine entsprechende Verordnung ist bereits im Juli in Kraft getreten - nun regt sich Kritik. „Die Verbotswut der Kommission muss dringend gebremst werden“, sagte der Chef der Unionsabgeordneten im EU-Parlament, Herbert Reul (CDU), der „Bild“-Zeitung. „In der Wirtschaftskrise gibt es weitaus Wichtigeres als die europaweite Regulierung von Haushaltsgeräten.“

Die Hersteller müssen ebenfalls ab 1. September 2014 alle Staubsauger mit einem Label versehen, das den Verbrauch anzeigt. Dies reicht vom grünen A für geringen Stromverbrauch bis zum roten G für hohen Verbrauch. Entscheidend ist die Leistung, also die Watt-Zahl.

Die Industrie sieht die ganze Sache anscheinend gelassen. Nach Angaben von EU-Diplomaten wurden große Staubsaugerhersteller vorab konsultiert. Die Hersteller hätten in den vergangenen Jahren bereits auf sparsamere Modelle umgestellt, so dass viele 1600 Watt bereits unterschreiten würden, heißt es. Zudem sei nicht allein die Wattzahl dafür entscheidend, wie gut ein Gerät Staub sauge, sondern etwa auch die Fähigkeit zur Staubaufnahme.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt

Platz 10

Tyson Foods

Umsatz 2012: 33,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus vier Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Quelle: OC&C

Platz 9

Archer Daniels Midland

Umsatz 2012: 34,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus sechs Prozent

Operative Marge (2012): zwei Prozent

Platz 8

Mondelez (ehemaliges Auslandsgeschäft von Kraft Foods)

Umsatz 2012: 35 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 15 Prozent

Platz 7

JBS

Umsatz 2012: 37,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus 24 Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Platz 6

AnheuserBusch Inbev

Umsatz 2012: 39,8 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 34 Prozent

Platz 5

Coca-Cola

Umsatz 2012: 47,9 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 24 Prozent

Platz 4

PepsiCo

Umsatz 2012: 65,5 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 3

Unilever

Umsatz 2012: 66 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 2

Procter & Gamble

Umsatz 2012: 83,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 18 Prozent

Platz 1

Nestlé

Umsatz 2012: 98,4 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 16 Prozent

Seit Jahren zieht die EU-Kommission Geräte mit hohem Energieverbrauch aus dem Verkehr. Bekanntestes Beispiel sind Glühbirnen, die in der EU durch Energiesparlampen ersetzt werden müssen. Damit will Europa die Verbraucher dazu bringen, weniger Strom zu verbrauchen und die Umwelt zu schonen. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur trägt die neue EU-Verordnung für die „umweltgerechte Gestaltung von Staubsaugern“ dazu bei, dass die EU bis 2020 die selbst gesetzten Klimaschutzziele erreicht.

Die neue EU-Ökodesign-Verordnung legt detailliert neue Normen fest. So muss die sogenannte maximale Nennleistungsaufnahme von Staubsaugern ab September nächsten Jahres unter 1600 Watt liegen. Drei Jahre später - ab dem 1. September 2017 - unter 900 Watt. Für die „Staubaufnahme auf Teppichen“ gibt es ebenso wie für die „Staubaufnahme auf harten Böden“ Mindestgrenzen. Die Verordnung nimmt ausdrücklich einige Geräte aus wie Nasssauger, Saugroboter, akkubetriebene Staubsauger, Industriestaubsauger und Bohnermaschinen.


Von

afp

Kommentare (3)

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LeniMarie

28.10.2013, 09:59 Uhr

.....Glühbirnen, Staubsauger ...... was kommt als nächstes ? Elektroherde, Waschmaschinen, Trockner... ?
.... und das ganze zugunsten von Elektro-Autos oder so ...? Die Verbraucher - vor allem die älteren - werden schon seit Jahren mehr und mehr verunsichert und ver..... - Sie wissen schon.

wolfi

28.10.2013, 14:17 Uhr

das bringt uns bestimmt einen Riesenschritt nach vorne. wenn da solche Vollpfosten am Werk sind, die keine größeren Sorgen haben, dann sollte man den Dekadenzzirkus bei der EU besser schließen
da geht mir die Galle hoch wenn ich sowas lesen muss und daran denken muss, dass für so einen Schwachsinn auch meine Steuern verbraten werden

Account gelöscht!

28.10.2013, 23:07 Uhr

Dieser Dekadenzzirkus will das Sie ein paar Cent beim Strom sparen, damit sie dann den restlichen Balkan auch noch in der EU aufnehmen können, was Sie allerdings mit ein paar Euro mehr finanzieren sollen. Und profitieren werden wir hinterher sowieso, wie immer bei allem was die EU so macht!

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