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06.09.2011

16:38 Uhr

Medienbericht

Euro-Zone berät über Kapitalnot der Banken

Auf dem Interbankenmarkt schrillen die Alarmglocken - die Banken leihen sich kaum noch Geld. Nach unbestätigten Berichten beraten Vertreter der Euro-Länder und der Finanzaufsicht bereits über neue staatliche Hilfen.

Dunkle Wolken über den Hochhäusern der Banken in Frankfurt am Main. dpa

Dunkle Wolken über den Hochhäusern der Banken in Frankfurt am Main.

BrüsselVertreter der Euro-Länder wollen nach Angaben aus EU-Kreisen am heutigen Dienstag über mögliche staatliche Kapitalverstärkungen von Banken beraten. An der Zusammenkunft der Euro-Finanzstaatssekretäre nähmen auch Abgesandte der Europäischen Finanzaufsicht EBA teil, hieß es in den Kreisen in Brüssel.

„Der Grund für das Treffen ist, dass sich die Konditionen der Banken zur Kapitalaufnahme verschlechtert haben“, sagte ein EU-Vertreter nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. Die EBA in London bestätigte auf Anfrage, dass das Treffen stattfindet, wollte sich aber nicht zu den Inhalten äußern.

Allerdings häufen sich die Anzeichen, dass die Lage sehr angespannt ist. Die Situation am Interbankenmarkt sei „grauenhaft“, sagte ein Disponent am Dienstag. „Irgendetwas muss passieren. Vielleicht wird die EZB-Sitzung am Donnerstag wieder für etwas Entspannung sorgen, aber mit Worten allein ist es auch nicht mehr getan.“

Angesichts des wachsenden Misstrauens infolge der Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks und der Verwerfungen an den Aktienmärkten leihen sich Banken derzeit untereinander immer weniger Geld. Die Tagesgeldsätze bewegten sich am Dienstag nur wenig. Disponenten nannten eine Spanne zwischen 0,78 und 0,81 Prozent.

Die eintägigen Einlagen der Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) erreichten am Montag einen neuen Rekordstand für dieses Jahr von 166,845 Milliarden Euro, teilte die EZB am Dienstag mit. Die Höhe der Banken-Einlagen bei der EZB ist ein Indikator für den Interbankenverkehr und damit für das Vertrauen der Banken untereinander: Die Banken deponieren ihr überschüssiges Geld lieber bei der sicheren Zentralbank, statt es zu besseren Zinssätzen untereinander zu verleihen.

Beim Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers war der Interbankenverkehr nahezu zum Erliegen gekommen. Damals lagen zeitweise 200 Milliarden Euro im EZB-Depot.

Kommentare (20)

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Quaxe_mit_Saucen

06.09.2011, 16:49 Uhr

Die haben sich so an staatliche Gelder gewöhnt bei den Banken, daß die inzwischen am Tropf hängen wie der Broiler im Grill. Dabei gehts denen lediglich darum, die leidige Basel III causa mit brauchbaren Untergangsszenariuen zu füttern?
Hört man heute das Wort Bank, oder das Wort geldinstitut kommt man nicht umhin an Pawlow zu denken: wie anders sollte auch die Traumrenditen zustande kommen, die da als Ziele angepeilt werden?

Ben

06.09.2011, 16:59 Uhr

Verlogenes, korruptes Politikerpack !

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13588084/Video-enthuellt-verborgene-Ziele-der-Euro-Rettung.html

Wissender

06.09.2011, 17:00 Uhr

Es wäre gut, die Fakten und Daten zu kennen, aufgrund derer dieser notorische Lügner und Schönredner den IWF kritisiert!

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