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21.04.2013

09:44 Uhr

Medienbericht

Nordkorea trifft Vorbereitungen für Raketentest

Pjöngjang bereitet womöglich einen Raketentest vor: Einem Medienbericht zufolge hat Nordkorea zwei weitere mobile Abschussrampen an seine Ostküste verlegt. Ein mögliches Datum für einen Test könnte schon feststehen.

Bereitet Nordkorea einen weiteren Raketentest vor? dpa

Bereitet Nordkorea einen weiteren Raketentest vor?

SeoulNordkorea trifft einem südkoreanischen Medienbericht zufolge weitere Vorbereitungen für einen Raketentest. Die Streitkräfte des Nordens hätten zwei bewegliche Raketenwerfer für Scud-Kurzstreckenraketen an die Ostküste gebracht, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag unter Berufung auf einen südkoreanischen Militärvertreter. Dies zeigten Satellitenbilder.

Dabei könnte Nordkorea den Jahrestag der Gründung seiner Armee am 25. April zu einer Machtdemonstration nutzen, hieß es. Die Gedenkfeiern für Staatsgründer Kim Il Sung waren zuletzt ohne die erwarteten martialischen Gesten über die Bühne gegangen.

Nordkorea und seine Rakete

Was deutet auf einen bevorstehenden Test hin?

Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat Geheimdienstberichte bestätigt, wonach Nordkorea mindestens eine Mittelstreckenrakete mit dem Zug an die Ostküste des Landes transportiert habe. Die Rakete wurde demnach bereits auf eine mobile Abschussvorrichtung montiert. Südkoreanische Medien berichteten, dass zwei Raketen an die Küste gebracht wurden.

Um was für Raketen handelt es sich?

Dazu äußerte sich das südkoreanische Verteidigungsministerium nicht genau. Es sprach lediglich von einer Mittelstreckenrakete mit "erheblicher Reichweite". Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Militär- und Regierungsvertreter, es handele sich um Raketen des Typs Mudusan.

Was ist über die Mudusan-Rakete bekannt?

Dieser Raketentyp wurde erstmals im Oktober 2010 bei einer Militärparade in Pjöngjang präsentiert. Die Sicherheitsberatungsfirma IHS Jane's ist der Ansicht, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete mit einem einzelnen Sprengkopf handelt, die auf der Straße transportiert werden kann und mit flüssigem Treibstoff betrieben wird. Sie basiere auf der russischen R-27 und nutze auch Technik von Raketen des Typs Scud.

Welche Reichweite und Tragfähigkeit hat die Rakete?

Den Sicherheitsexperten zufolge kann die Rakete 2500 bis 4000 Kilometer weit fliegen. Damit könnte sie von Nordkorea aus mindestens Südkorea und Japan erreichen, möglicherweise aber auch US-Militärstützpunkte auf der Pazifikinsel Guam.

Kann die Rakete Nuklearsprengköpfe transportieren?

Das ist theoretisch möglich. Die meisten Experten sind allerdings der Ansicht, dass Nordkorea bislang nicht über die nötige Technologie verfügt, um Nuklearsprengköpfe auf Raketen zu montieren.

Gibt es Experten, die diesen Beschreibungen widersprechen?

Ja, und zwar zwei deutsche Experten. Markus Schiller und Robert Schmucker aus München sind der Ansicht, dass es die Mudusan-Rakete gar nicht gibt. Das im Oktober 2012 vorgeführte Modell sei lediglich eine Attrappe gewesen. Zwar sei ein Raketentest durchaus vorstellbar, meinen die beiden Experten. Doch dann würde höchstwahrscheinlich ein ausländisches Modell verwendet und kein in Nordkorea hergestelltes.

Yonhap zufolge verlagerte das nordkoreanische Militär bereits Anfang April zwei Musudan-Mittelstreckenraketen und postierte sieben bewegliche Raketenwerfer in der genannten Region. Der südkoreanische Armeevertreter wurde mit den Worten zitiert: "Das Militär beobachtet aufmerksam die jüngsten Vorbereitungen des Nordens für einen Raketentest."

Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wollte die Meldung nicht bestätigen. Er sagte lediglich, es gebe keine Anzeichen für ungewöhnliche Aktivitäten im Norden. Dieser feuert relativ regelmäßig zu Testzwecken Kurzstreckenraketen in das Meer vor seiner Ostküste.

Nordkoreas Verbündete

China

Die Volksrepublik ist mit Abstand Nordkoreas größter Exportpartner. Nicht in den Statistiken tauchen umfangreiche Nahrungsmittel- und Energiehilfen auf. Peking hat mehr Einfluss auf Pjöngjang als jeder andere Staat. Allerdings hat auch China Nordkoreas dritten Atomtest verurteilt und den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zugestimmt - das zeigt die Verärgerung über den jungen Machthaber Kim Jong Un.

Als Gastgeber organisierte Peking mehrere Runden der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Japan und Russland. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms standen diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht. Doch Nordkorea ließ die Verhandlungen 2009 platzen und setzt bis heute allein auf Konfrontation.

Iran

Nordkorea ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant für Teheran. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportierte Pjöngjang auch für Atom-Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran. 2012 vereinbarten das Mullah-Regime und die kommunistische Diktatur eine noch engere Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck unterzeichneten Vertreter beider Länder mehrere Kooperationsabkommen im Technologiebereich. Konkret geht es um Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Lebensmittel, eine engere Zusammenarbeit bei der Forschung sowie um Austauschprogramme für Studenten.

Russland

Pjöngjang steht in Moskau noch aus sowjetischer Zeit mit rund elf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das Verhältnis der einst engen Verbündeten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. Noch im Sommer 2011 wollten der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew und der bereits von Krankheit geschwächte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il neuen Schwung in die Beziehungen bringen. Sie kündeten zahlreiche gemeinsame Projekte an, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen. So scheiterte auch der Bau einer Pipeline, die russisches Erdgas über nordkoreanisches Gebiet nach Südkorea transportieren sollte.

Kuba

Nordkorea und Kuba kooperieren unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Seit 1960 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Havanna und Pjöngjang. Auf den Tod des „Genossen Kim Jong Il“ im Dezember 2011 reagierte Kubas Regierung mit einer dreitägigen Staatstrauer.

Nordkorea hatte den USA, Südkorea und Japan in den vergangenen Wochen immer wieder mit Angriffen gedroht. Der Eskalation vorangegangen waren neue UN-Sanktionen nach dem jüngsten Atomwaffentest Nordkoreas im Februar. Die USA reagierten mit der Verlegung von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen in die Region. In den vergangenen Tagen hatte sich die Lage allerdings wieder etwas entspannt.

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Nachdem die USA und Südkorea den Norden zu Gesprächen aufriefen, war auch dort von Dialog die Rede. Am Samstag allerdings bekräftigte Nordkorea, auf seine Atomwaffen nicht verzichten zu wollen, und wies damit eine Gesprächsbedingung der USA zurück. Das kommunistische Land zeigte sich aber zu Abrüstungsgesprächen bereit.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

21.04.2013, 10:43 Uhr

Schickt ihnen ein Transportflugzeug mit "Geist " das ist es , was den Sozialisten in Korea am meisten fehlt !

maximilian@baehring.at

21.04.2013, 10:52 Uhr

man liest meine Beiträge!

http://www2.peugeot.de/iframes/faq/?frage=396

Heinrich

21.04.2013, 11:57 Uhr

Sozialisten sind die bestimmt nicht. Eher verkappte Kommunisten ala Stalin und Co.

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