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21.04.2012

10:54 Uhr

Medienbericht

Schäuble sieht kaum Chance für EU-Ratingagentur

Der Bundesfinanzminister kann sich nach eigenem Bekunden nicht vorstellen, dass sich eine europäische Ratingagentur gegen die Konkurrenz aus den USA behauptet könnte. Geld dafür ausgeben will er „ganz sicher nicht".

Das Triple „A" vor Euronoten. AFP

Das Triple „A" vor Euronoten.

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Hoffnungen auf eine neue Ratingagentur als Gegengewicht zur US-Konkurrenz gedämpft. „Eine vom Staat gegründete Ratingagentur, oder auch von der Europäischen Kommission, wird sich niemals in dem harten Wettbewerb mit den erfolgreichen Ratingagenturen durchsetzen“, sagte der CDU-Politiker der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstag). Auch ein Stiftungsmodell könne er sich nicht vorstellen.

Geld aus der deutschen Staatskasse werde es für eine solche Einrichtung „ganz sicher nicht“ geben, ergänzte er dem Blatt zufolge. „Jedenfalls von dieser Bundesregierung nicht.“ Den etablierten Bonitätswächtern warf Schäuble erneut schwere Versäumnisse vor: „Die Ratingagenturen haben zunächst einmal in der Entstehung der Finanz- und Bankenkrise, die ja heftig war, katastrophal versagt.“

Bisher dominieren die US-Platzhirsche Standard & Poor's, Moody's und Fitch den Markt der Ratingagenturen und verdienen mit ihren Benotungen Geld. Zuletzt hatte die Bertelsmann-Stiftung ein Konzept für ein Benotungsunternehmen vorgelegt, an dem sich auch Regierungen beteiligen können.

Mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise geht Schäuble davon aus, „dass wir das Schlimmste hinter uns haben“. Insgesamt seien die Grundentscheidungen richtig getroffen worden, „und deswegen haben wir auch eine gewisse Entspannung“. Bei einer einigermaßen normalen Entwicklung würden sich für Deutschland „die Kosten der Krisenbewältigung doch in einer vertretbaren Größenordnung halten“. Sie würden weit ausgeglichen durch das, was man an wirtschaftlichen Schäden habe vermeiden können.

<HEADER>Schäuble will kein Geld für europäische Ratingagentur geben</HEADER>

dapd LEIPZIG. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) steht dem Aufbau einer europäischen Ratingagentur skeptisch gegenüber. Eine solche Agentur müsse sich gegen harte Konkurrenz behaupten, besonders in den USA, sagte Schäuble der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. „Eine vom Staat gegründete Ratingagentur, oder auch von der Europäischen Kommission, wird sich niemals in dem harten Wettbewerb mit den erfolgreichen Ratingagenturen durchsetzen“, sagte Schäuble. Auch ein Stiftungsmodell könne er sich nicht vorstellen.

Schäuble sagte, für eine europäische Ratingangentur werde es sicher kein Geld aus der deutschen Staatskasse geben. „Jedenfalls von dieser Bundesregierung ganz sicher nicht“, sagte er.

Von

dpa

Kommentare (7)

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der-oekonomiker

21.04.2012, 15:07 Uhr

Unter diesen Umständen verbietet es sich von selbst, weiter an den US-Ratingagenturen rumzumäckeln, Herr Schäuble. Auf der anderen Seite das perfekte Beispiel dafür, wie scheinheilig in den letzten Jahre alle angeblichen Pläne waren, irgendetwas zu regulieren, zu kontrollieren oder gleich ganz zu verbieten. So also läuft der Hase ...

Der_Henker

21.04.2012, 17:29 Uhr

Schäuble dient doch nur der Lobby u. nicht dem Volk.

Wer ist denn nun der Bundeskanzler Merkel oder Schäuble .

Was hat die CDU noch mit Demokratie zu tun ,wo sie doch
die Diktatur präsentiert durch Merkel u. Schäuble .

Wo sind die Volksbegehren zum ESM !
CDU = Communistische Deutsche Union ?
Das deutsche Volk hat aber die Demokratie gewählt .
Wissen die Katholiken was sie mit dem " C "immer wählen ?

Die Bertelsmann-Stiftung bekundet ,daß sie die EU-
Ratingagentur realisieren will u. warum schießt Schäuble
wieder quer ?

Es wird Zeit zum Abdanken ,der alte Mann ist für das Amt als BFM überfordert .

Überall wo Schäuble drauf steht ist nur noch Mist drin .

Old_Player

21.04.2012, 17:44 Uhr

Eine Ratingagentur, die sich von denen bezuschussen lässt, die sie dann bewerten soll, wäre sowieso kaum glaubhaft.

Ich hoffe, dass hierfür keine Steuergelder verschwendet werden.

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