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18.09.2012

11:15 Uhr

Medienbericht

Syrische Geschäftsleute setzen Kopfgeld auf Assad aus

Laut Bericht einer türkischen Nachrichtenagentur haben syrische Geschäftsleute ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf Machthaber Assad ausgesetzt. Das Lockmittel zielt vor allem auf Mitglieder der politischen Führung.

Ein Foto des syrischen Präsidenten Assad: Wann und wie endet der Konflikt? dapd

Ein Foto des syrischen Präsidenten Assad: Wann und wie endet der Konflikt?

IstanbulSyrische Geschäftsleute haben laut einer Meldung der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar zur Ergreifung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad ausgesetzt. Das habe ein Offizier der Rebellentruppe „Freie Syrische Armee“ (FSA) in Kairo mitgeteilt, berichtete die halbamtliche türkische Agentur am späten Montagabend. FSA-Kommandeur Ahmed Hicazi sagte demnach, die Geldgeber wollten aus Angst um ihr Leben nicht namentlich genannt werden. Die FSA war am Dienstag für eine Stellungnahme zu dem Bericht zunächst nicht zu erreichen.

Hicazi, ein Ex-Oberst der syrischen Armee, sagte Anadolu, Ziel des Kopfgeldes sei es, Mitglieder der syrischen Führung um Assad dazu zu bringen, etwas gegen den Präsidenten zu unternehmen. Derjenige, der Assad „tot oder lebendig“ der Opposition ausliefere, habe zwar mehr als 25 Millionen Dollar verdient, sagte Hicazi. Doch dies sei die Summe, die bisher zusammengetragen worden sei.

Das Geld komme von syrischen Geschäftsleuten innerhalb und außerhalb Syriens, die regelmäßig die FSA unterstützten. Die Führung der FSA lenkt die Operationen der Rebellen in Syrien von der Türkei aus.

Am Dienstag traf der neue internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi in der südtürkischen Grenzprovinz Hatay ein, wo er ein Lager für syrische Flüchtlinge besuchen wollte. Brahimi hatte in den vergangenen Tagen mit der syrischen Führung in Damaskus gesprochen und sich am Montag in Kairo mit Abgesandten einer Syrien-Kontaktgruppe getroffen, der Ägypten, Saudi-Arabien, der Iran und die Türkei angehören.

Brahimi hatte den Posten des internationalen Syrien-Vermittlers vom ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan übernommen, der nach dem Scheitern seiner Friedensmission zurückgetreten war.

Regionale Player im Syrien-Konflikt

Israel

Ein Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen ist ein Alptraum für Israel, das dem Konflikt bisher eher als Beobachter beiwohnte. Jetzt warnt Jerusalem laut davor, dass Assads Chemie- und Flugabwehrwaffen in die Hände der Hisbollah oder Al-Kaidas fallen könnten. Positiv wäre für Israel, dass sein Erzfeind Iran mit Assad seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Region verlieren würde. Mit Assad könnte Israel allerdings auch einen Nachbarn verlieren, der für weitgehende Ruhe an der gemeinsamen Grenze gesorgt hat.

Saudi Arabien und Katar

Die sunnitischen Herrscher vom Golf unterstützen in Syrien - wie schon zuvor in Libyen - die islamisch-konservativen Kräfte. Und versuchen, einen Verbündeten ihres Erzfeindes Iran zu schwächen. Daheim können sie sich so als Unterstützer der Revolution präsentieren, ohne Protesten Vorschub zu leisten. Damaskus will in Saudi-Arabien und Katar die Urheber des „Komplotts“ gegen sich identifiziert haben.

Türkei

Das Nato-Mitglied ist seit langem einer der schärfsten Kritiker des syrischen Regimes. Weiter verschärft wurde das Verhältnis Ende Juni durch den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges vor der syrischen Küste. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem syrischen Volk daraufhin Unterstützung bis zur Befreiung von „Diktator“ Assad zu, bei weiteren Zwischenfällen werde sein Land mit Gewalt zurückschlagen. Ein Teil des Nachschubs der syrischen Rebellen wird durch die Türkei geschleust, die allerdings offiziell keine Waffen liefert.

Libanon

Das westliche Nachbarland Syriens ist zerrissen - eine gefährliche Lage. Die Sunniten im Libanon stehen mehrheitlich auf der Seite der syrischen Opposition, die zum Großteil ebenfalls aus Sunniten besteht. Über die Grenze werden auch Waffen geliefert. Die schiitische Hisbollah-Miliz hingegen, die in Beirut in der Regierung sitzt, ist mit dem Assad-Regime verbündet. Die Waffen, mit denen sie ihre Herrschaft sichert, kommen aus Damaskus. Seit einigen Wochen gibt es im Libanon Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Gruppierungen, dabei gab es auch Tote.

Iran

Aus iranischer Sicht darf das syrische Regime keinesfalls fallen. Im Frühjahr erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, er kenne keine Grenzen bei seiner Unterstützung für Präsident Assad. Angeblich schickte Teheran Militärberater und Kämpfer. Ohne Assads Regime würde es für den Iran schwerer, die eigene anti-israelische Ideologie zu verbreiten. Auch die pro-iranischen Milizen, besonders die Hisbollah in Libanon, würden geschwächt. Zuletzt bestätigte der Iran Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

Al-Kaida

Das Terrornetzwerk Al-Kaida versucht einmal mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Terroristen wollen sich als Speerspitze der Revolution präsentieren und das anschließende Tohuwabohu für ihre Zwecke nutzen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Rumpelstilzchen

18.09.2012, 13:31 Uhr

Diese Terroristen wollen dann die Geschäftspartner des Westens werden. Zeige mir deine Freunde und ich sage dir wer du bist.
Das passt zur unsere Elite.

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