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04.07.2013

08:54 Uhr

Medienbericht

US-Regierung überwacht auch Briefverkehr

Die US-Regierung lässt offenbar nicht nur Telefonverbindungen und Internet überwachen: Nach einem Zeitungsbericht wird auch bei Briefen registriert, wer an wen schreibt – 160 Milliarden Sendungen im vergangenen Jahr.

Lieferwagen der US-Post: Offenbar wird bei sämtlichen Briefen registriert, wer an wen schreibt. AFP

Lieferwagen der US-Post: Offenbar wird bei sämtlichen Briefen registriert, wer an wen schreibt.

New YorkDie USA lassen einem Zeitungsbericht zufolge den gesamten Briefverkehr innerhalb des Landes registrieren. Absender und Empfänger von jeder Sendung, die über den staatlichen Postdienst USPS verschickt wird, werden von Computern abfotografiert, berichtet die „New York Times“ (Mittwoch). Sie beruft sich dabei unter anderem auf Mitarbeiter des US-Justizministeriums und einen ehemaligen Agenten der amerikanischen Bundespolizei FBI.

Rund 160 Milliarden Postsendungen sollen vergangenes Jahr von außen fotografiert worden sein, wie lange die Regierung die Aufnahmen speichere, sei unbekannt, schrieb die Zeitung weiter. Das Überwachungsprogramm mit der Bezeichnung „Mail Isolation Control and Tracking“ (MICT) diene vor allem der Arbeit von amerikanischen Strafverfolgungsbehörden. Es sei 2001 nach den sogenannten Anthrax-Anschlägen geschaffen worden, bei denen mehrere mit Milzbrand vergiftete Briefe bei Nachrichtensendern und Senatoren eingingen und fünf Menschen starben.

Ähnlich wie die Abhörmaßnahmen des US-Geheimdienstes NSA diene das MICT-Programm vor allem der Arbeit amerikanischer Strafverfolgungsbehörden, schreibt die Zeitung. Dank der gesammelten Daten sei es dem FBI gelungen, die Schauspielerin Shannon Guess Richardson wegen des mutmaßlichen Versands von Giftbriefen an Präsident Barack Obama und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg aufzuspüren.

„Es ist eine Informations-Goldgrube“, wird ein ehemaliger FBI-Agent in der „New York Times“ zitiert. Schon die Briefumschläge reichten aus, um wertvolle Hinweise für die Ermittler zu sammeln. Einen Brief tatsächlich zu öffnen, erfordert dagegen den Beschluss eines Richters.

Der bekannte Kryptografie-Experte Bruce Schneier kritisierte MICT gegenüber der „New York Times“ als Eingriff in die Privatsphäre – es ähnele den jüngst bekannt gewordenen Überwachungsprogrammen. Die Sammlung von Informationen wie Absender und Empfänger gebe der Regierung einen guten Überblick über die Kontakte einer Person, ähnlich wie die Telefonverbindungsdaten. In den vergangenen Wochen war ans Licht gekommen, dass der amerikanische Geheimdienst NSA Telefonverbindungen und Internet massiv überwacht.

Kommentare (25)

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Account gelöscht!

04.07.2013, 07:35 Uhr

Die sind ja schlimmer als die Staasi im ehemaligen Osten.
Überwachen die Briefe und Sperren auch die Menschen sogar ohne Urteil ein (Guantanamo). In der Zone gabs zumindest Prozesse!
Und bezeichnen wir die EX-DDR deshalb nicht als Unrechtsstaat?

Account gelöscht!

04.07.2013, 08:05 Uhr

ach deswegen braucht mein internationaler Brief aus L.A. so lange.., Warte jetzt schon fast 6 Wochen drauf, selbst mit dem Ruderboot wäre ich schneller gewesen..

freddi

04.07.2013, 09:02 Uhr

Ich glaube damals hat der CIA die Steuerdaten CD von einem Banker erpresst und Merkel dann zugespielt, die dann natürlich von nichts wusste.Dafür musste sie sich nur wie gewohnt weg ducken. Wenn Sie nun aus der Deckung kommt,und Ed Snowden bei seiner Mamutaufgabe hilft, wird das an die Öffentlichkeit kommen, was ihren politischen Tot bedeuten würde. Für die USA ist es nur eine Frage der Zeit bis das passiert, da dreht sich der Wind schon.(Link dazu:http://www.nzz.ch/aktuell/international/uebersicht/birkenfeld-spekulationen-ohne-grundlage-1.18097002 )

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