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23.08.2012

18:41 Uhr

Medienbericht

USA wollen Raketenschirm auch in Asien ausbauen

Der von den USA geplante Raketenschirm mit Stationen in Europa regt Russland regelmäßig auf. Jetzt will Washington die Schutzvorkehrungen einem Zeitungsbericht zufolge auch in Asien ausbauen - aus Sorge vor Nordkorea.

Nordkoreanische Soldaten bei einem Manöver. dapd

Nordkoreanische Soldaten bei einem Manöver.

WashingtonDie USA wollen nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ die Raketenabwehr in Asien ausbauen. Geplant sei ein starkes neues Frühwarn-Radarsystem (X-Band) im südlichen Japan, möglicherweise ein weiteres in Südostasien, berichtet die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Es gehe um den besseren Schutz vor möglichen Bedrohungen aus Nordkorea und China. Die USA stellen sich schon jetzt auf Proteste aus Peking ein, schreibt das Blatt.

Die neuen Radarsysteme in Asien sollten mit landgestützten Raketenarsenalen und ballistischen Raketenabwehr auf Schiffen koordiniert werden. Die Zeitung spricht von einer „größeren Erweiterung“ der Raketenabwehr. Mit Japan, wo es bereits eine solche Radaranlage im Norden des Landes gebe, würden bereits Gespräche geführt. Das neue System könnte innerhalb von Monaten eingerichtet werden. Als zweites Land seien die Philippinen im Gespräch.

Es handele sich um ein ähnliches Abwehrsystem wie das, das derzeit zum Schutz gegen Angriffe etwa aus dem Iran in Europa eingerichtet werde, heißt es. In Europa wurde in einer ersten Phase in der südöstlichen Türkei eine hochmoderne Radaranlage aufgestellt, im rheinland-pfälzischen Ramstein entstand die Kommandozentrale der Raketenabwehr, während im Mittelmeer US-Kreuzer stationiert wurden. Zu einem späteren Zeitpunkt kommen bodengestützte Abfangraketen in Polen und Rumänien hinzu.

Präsident Barack Obama hatte erst vor einigen Monaten einen Strategiewandel der Streitkräfte verkündet. Demnach wollten sich die Militärs mehr als bisher auf Bedrohungen in Asien konzentrieren. Stützpunkte in Europa werden dagegen abgebaut.

„Die aufgestockte US-Präsenz wird sicherlich die Spannungen mit den Chinesen verschärfen“, schreibt das „Wall Street Journal“. Doch Washington sei zunehmend besorgt über die „aggressive Haltung“ Pekings im regionalen Gebietsstreit im Südchinesischen Meer, bei dem es vor allem um die Kontrolle über Öl und andere Bodenschätze gehe.

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Die mögliche Bedrohung aus China sei das eigentliche Augenmerk des Ausbaus, zitiert das Blatt den Raketenabwehr-Experten Steven Hildreth. „Der Fokus unserer Rhetorik ist Nordkorea“, meint er. In Wirklichkeit schaue man aber „auf den Elefanten im Raum, und das ist China.“

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dpa

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