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10.09.2012

11:32 Uhr

Medienbericht

Westerwelle warnt Israel vor Iran-Angriff

Irans Atomanlagen verschwinden zunehmend in Bunkern, die israelischen Waffen bei einem Angriff widerstehen könnten. Für Israel drängt die Zeit. Guido Westerwelle warnt: Vorschnelles Handeln könnte zur Gefahr werden.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (li.) beim Besuch von Benjamin Netanjahu in Jerusalem. AFP

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (li.) beim Besuch von Benjamin Netanjahu in Jerusalem.

Tel Aviv/JerusalemBundesaußenminister Guido Westerwelle hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu einem Zeitungsbericht zufolge erneut vor einem Angriff auf iranische Atomanlagen gewarnt. Eine israelische Militäraktion zum jetzigen Zeitpunkt könne die internationale Anti-Iran-Koalition auseinanderbrechen lassen, habe der FDP-Politiker im Gespräch mit Netanjahu gesagt, berichtete die Zeitung „Haaretz“ am Montag unter Berufung auf eine hochrangige deutsche Quelle.

Damit bekräftigte Westerwelle die Haltung Deutschlands und anderer westlicher Staaten. Bei seinem am Sonntag beendeten Israel-Besuch hatte er zugleich den Iran aufgefordert, endlich „substanzielle Angebote“ vorzulegen.

Israel hat wiederholt gewarnt, dass es eine atomare Bewaffnung des Irans nicht hinnehmen und sie notfalls militärisch verhindern werde. Medienberichten zufolge bleibt den israelischen Streitkräften jedoch nur wenig Zeit, die zunehmend in Bunker verlegten iranischen Atomanlagen wirksam zu treffen. Die USA könnten dies jedoch wegen ihrer stärkeren Bewaffnung auch später noch, heißt es in diesen Berichten, und drängten Israel deshalb, Diplomatie und Sanktionen mehr Zeit einzuräumen.

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Der Iran soll außerdem Spuren von geheimen Sprengstofftests beseitigt haben.

Die Geduld des Staates scheint sich jedoch ihrem Ende zu nähern. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat der internationalen Gemeinschaft Nachlässigkeit im atom-Streit mit Iran vorgeworfen. „Ich denke, wir sollten die Wahrheit aussprechen - die internationale Gemeinschaft zieht keine klare rote Linie für den Iran“, sagte Netanjahu zum Auftakt einer Kabinettssitzung vergangene Woche. Weil international nicht mit Entschlossenheit gegen das iranische Atomprogramm vorgegangen werde, sehe Teheran auch keinen Anlass, seine Nuklearpläne aufzugeben.

Der Iran selbst bestreitet zudem, Atomwaffen anzustreben. Die Regierung betont hingegen das Recht auf die zivile Nutzung der Kernenergie.

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