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31.07.2014

13:01 Uhr

Medienberichte

Bundesregierung dementiert Geheimgespräche mit Moskau

„Der Bericht entbehrt jeder Grundlage“: Die deutsche Bundesregierung weist einen britischen Zeitungsbericht über Geheimverhandlungen mit Russland zurück. Der „Land für Gas“-Deal hätte für Furore gesorgt.

Während des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft sprachen Wladimir Putin und Angela Merkel noch öffentlich miteinander. Doch finden auch Verhandlungen hinter den Kulissen statt? AFP

Während des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft sprachen Wladimir Putin und Angela Merkel noch öffentlich miteinander. Doch finden auch Verhandlungen hinter den Kulissen statt?

Berlin/LondonDie Bundesregierung hat einen britischen Zeitungsbericht über angebliche Geheimverhandlungen mit Moskau in der Ukraine-Krise dementiert. „Der Bericht entbehrt jeder Grundlage“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Donnerstag. Die Tageszeitung „Independent“ meldete, Kanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin arbeiteten an einem geheimen Plan zur Lösung des Konflikts in der Ukraine.

Unter der Überschrift „Land für Gas“ schrieb die Zeitung am Donnerstag, zunächst solle Moskau den prorussischen Separatisten die finanzielle und militärische Unterstützung entziehen. Im Gegenzug werde die umkämpfte Region in der Ostukraine mehr Selbstbestimmungsrechte erhalten. Die Ukraine werde zusichern, nicht der Nato beizutreten. Putin seinerseits soll versprechen, die Handelsbeziehungen der Ukraine mit der EU nicht zu stören.

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In einem zweiten Schritt soll Russland dem Bericht zufolge der Ukraine einen langfristigen Deal mit dem Gaslieferanten Gazprom anbieten. Zudem soll Moskau eine Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen, da der Ukraine nach dem Wegfall der Krim künftig Einnahmen durch die russische Schwarzmeer-Flotte entgehen. Bedingung für diesen Plan wäre, so schreibt der „Independent“, dass die internationale Gemeinschaft die Annexion der Krim anerkennt.

Eine Bestätigung für diesen angeblichen Friedensplan hat die Zeitung nicht, sie beruft sich auf „Insider“, die über die Verhandlungen Bescheid wissen sollen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Ribbentrop

31.07.2014, 13:23 Uhr

Unsere "britische Freunde" wollen uns mal wieder schlecht aussehen lassen. Die können sich mit der derzeitigen Randrolle in der EU nicht abfinden, wobei sie sich selbst dahin manövriert haben!
Hast Du solche Freunde brauchst Du keine Feinde!

Drittes Auge

31.07.2014, 13:31 Uhr

Klingt doch wie ein vernünftiger Plan/Interessenausgleich. Wichtig für Russland ist, dass die NATO-Grenze nicht weiter nach Osten verschoben wird und die russophilen Ukrainer einen vernünftigen Status erhalten. Im Detail muss man wohl noch etwas feilen (z.B. sollte die Ukraine nicht einseitig an die EU gebunden werden, sondern auch offen für die Eurasische Union sein, eben eine Brücke) aber wenn die USA die ideologische Brechstange sowie Hammer und Keil endlich einpacken und aufhören würden, legitime russische Interessen zu verachten, könnten auch organisch-tragfähige Lösungen gefunden werden, die allen Beteiligten nützen.

Herr walter danielis

31.07.2014, 13:59 Uhr

Es wäre gut, wenn es so wäre. Leider müssen wir davon ausgehen, dass unsere Politiker ohne den Segen der USA nichts derartiges tun werden.

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