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16.09.2014

16:48 Uhr

Medienberichte

Türkei bereit zur Aufnahme von Muslimbrüdern

Mehrere führende Mitglieder der ägyptischen Muslimbrüder müssen ihr Exil in Katar verlassen, weil sich das Emirat wieder an Saudi-Arabien angenährt hat. Zuflucht könnten sie in der Türkei finden.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kann sich die Aufnahme führender ägyptischer Muslimbrüder offenbar vorstellen. AFP

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kann sich die Aufnahme führender ägyptischer Muslimbrüder offenbar vorstellen.

IstanbulDie Türkei ist Medienberichten zufolge zur Aufnahme führender ägyptischer Muslimbrüder bereit. Die Mitglieder der in Ägypten verbotenen islamistischen Organisation hatten zuvor angekündigt, sie wollten ihr Exil in Katar verlassen. „Wenn es keinen Hinderungsgrund gibt, können sie wie andere Ausländer auch als Gäste in unser Land einreisen“, zitierte die Zeitung „Cumhuriyet“ am Dienstag den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Erdogan sprach auf einem Rückflug von Doha am Montagabend mit türkischen Journalisten.

Sieben führende Muslimbrüder hatten am Wochenende angekündigt, Katar zu verlassen. Als Grund gaben sie wachsenden Druck anderer arabischer Staaten wie Ägypten an. Dort ist die Muslimbruderschaft seit Dezember verboten. Nach dem Sturz des islamistischen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 flüchteten zahlreiche Muslimbrüder nach Katar. Die Türkei hatte den Sturz Mursis durch das Militär scharf verurteilt.

Türken in Deutschland

Wahlen in der Türkei

Der türkische Staatspräsident wird erstmals direkt vom Volk gewählt. Nach Angaben des Zentrums für Türkeistudien sind 2,7 Millionen türkische Staatsbürger im Ausland wahlberechtigt.

Wahlberechtigte Türken in Deutschland

Mehr als die Hälfte der im Ausland leben Türken wohnen in Deutschland. Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik knapp 1,6 Millionen Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit. Gut 200 000 von ihnen sind unter 20 Jahre alt.

Die Zeit der Gastarbeiter

Im Jahr 1961 trat das Anwerbeabkommen mit der Türkei in Kraft, erste „Gastarbeiter“ von dort kamen in die Bundesrepublik. Bis zum Anwerbestopp 1973 bewarben sich 2,7 Millionen Türken um einen Arbeitsplatz, bis zu 750 000 von ihnen kamen dann nach Deutschland.

Wie viele Türken leben in Deutschland?

Heute leben insgesamt drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in der Bundesrepublik (Stand: 2012). Im vergangenen Jahr ließen sich etwa 28 000 Türken einbürgern.

Deutsch-türkischer Wirtschaftsmotor

Etwa 90 000 deutsch-türkische Unternehmer erwirtschaften mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr.

Die überregionale arabische Tageszeitung „Al-Hayat“ berichtete am Dienstag, neben den bisher genannten sieben Personen wollten 200 weitere Islamisten innerhalb der nächsten Wochen das Emirat verlassen. Dabei handele es sich um Mitglieder der Muslimbrüder und der radikal-islamischen Al-Gamaa Al-Islamija.

Der Druck auf die Islamisten in Katar ist gestiegen, nachdem sich das Emirat wieder an Saudi-Arabien angenährt hatte. Die Regierung in Riad und andere Golfstaaten hatten Katar vorgeworfen, Islamisten zu fördern und insbesondere die ägyptischen Muslimbrüder zu unterstützen. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain zogen deshalb ihre Botschafter aus Doha ab.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

16.09.2014, 18:51 Uhr

Ich gehe doch davon aus, daß eigene Staatsangehörige, von der Türkei, in Zukunft auch zurückgenommen werden.

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