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11.01.2010

08:48 Uhr

Mega-Inflation

Chávez' Alleingang macht Venezuelaner arm

Die Inflation in Venezuela nimmt Kurs auf die 30-Prozent-Marke: Der Wechselkurs vom heimischen Bolivar zum Petro-Dollar verdoppelt sich zum Wochenbeginn. Importwaren sollen dennoch nicht teurer werden – befiehlt zumindest Präsident Hugo Chávez.

Befehl von Präsident Chavez: Trotz Mega-Inflation dürfen Importwaren nicht teurer werden. Reuters

Befehl von Präsident Chavez: Trotz Mega-Inflation dürfen Importwaren nicht teurer werden.

HB CARACAS. Venezuelas linksgerichteter Staatschef Hugo Chávez hat die Händler in dem südamerikanischen Land davor gewarnt, die angekündigte drastische Abwertung der Nationalwährung Bolivar für exzessive Preissteigerungen zu missbrauchen. Im Fall von Spekulationen könne er die Enteignung dieser Geschäfte anordnen, sagte Chávez am Sonntag in seiner Sendung „Aló, Presidente“. Zugleich rief er Militär und Polizei auf, auf die Straßen zu gehen und die Preisstabilität zu kontrollieren. „Es gibt keinen Grund für irgendwelche Preisanhebungen“, sagte Chávez, der für diesen Montag die Bolivar-Abwertung und die Einführung eines „Doppelkurssystems“ angekündigt hatte.

Danach verdoppelt sich der für die Industrie und wichtige Importe wie Autos und Elektronikprodukte maßgebende Kurs des sogenannten Petro-Dollars von bisher 2,15 auf 4,30 Bolivar je US-Dollar. Der Kurs etwa für Importe von Lebensmitteln und Medikamenten wird dagegen „nur“ auf 2,60 Bolivar angehoben. Die Opposition warnte, die Abwertung gehe allein zulasten der Bevölkerung. Künftig müssten die Venezolaner für viele Produkte das Doppelte bezahlen, kritisierte der Oberbürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma. Die Abwertung des Bolivar werde das Leben der Menschen verteuern und die heute schon hohe Inflation beschleunigen, die jetzt Kurs auf 30 Prozent nehmen werde.

Bereits 2009 registrierte Venezuela mit 25,1 Prozent Inflation die höchste Rate in Südamerika. Die Regierung in Caracas rechnet in diesem Jahr mit einer Abschwächung der Inflation auf 20 bis 22 Prozent. Durch die Abwertung dürften vor allem die öffentlichen Einnahmen Venezuelas aus den Ölexporten steigen, die etwa 50 Prozent zum nationalen Haushalt beitragen. Das Bruttoinlandsprodukt des südamerikanischen Landes schrumpfte 2009 um 2,9 Prozent.

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