Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.05.2012

21:40 Uhr

Mehr als 110 Tote

Massaker in Syrien weltweit verurteilt

Syrische Truppen und Milizen töten in der zentralen Provinz Homs mehr als 110 Menschen, rund ein Drittel von ihnen Kinder. International ruft das Blutbad Empörung hervor. Das Regime aber weist jede Schuld von sich.

Kofi Annan spricht kurz nach seiner Ankunft in Damaskus. dpa

Kofi Annan spricht kurz nach seiner Ankunft in Damaskus.

Damaskus/New YorkDas Massaker an Zivilisten in Syrien hat weltweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Die internationale Gemeinschaft kritisierte das Blutbad mit mehr als 110 Toten - etwa ein Drittel davon Kinder - in Al-Hula in der Provinz Homs scharf. Die Rufe nach einem Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad wurden lauter. Der UN-Sicherheitsrat in New York verurteilte das Massaker nach einer Sondersitzung am Sonntag „mit den stärksten möglichen Worten“. Das Regime in Damaskus wies jedoch jede Schuld von sich und schrieb die Tat vom Freitag „terroristischen Banden“ zu.

Das Massaker von Al-Hula war die schlimmste Gräueltat an einem Ort seit dem Ausbruch der Proteste gegen das Assad-Regime vor fast 15 Monaten. Syrische Aktivisten berichteten am Montag von neuen Bluttaten. Bei einem Angriff auf Wohnviertel in der Stadt Hama mit leichten und schweren Waffen seien 34 Menschen umgekommen, unter ihnen sieben Kinder und Jugendliche. Landesweit seien von Samstag bis Montag 108 Menschen getötet worden, meldeten Aktivisten.

Der UN-Sondervermittler für Syrien, Kofi Annan, traf am Montag in der Hauptstadt Damaskus ein. Er bezeichnete das Massaker als „schockierendes Ereignis mit schweren Folgen“. Annan will am Dienstag Assad treffen und auch mit Oppositionellen sprechen. Diplomaten in der Region nannten die Visite Annans „entscheidend“ für seinen Friedensplan. Die syrische Opposition und viele Experten sehen den Plan, der eine Waffenruhe beinhaltet, schon jetzt als gescheitert an.

Die syrische Opposition forderte den Weltsicherheitsrat auf, seine Verantwortung zum Schutz des syrischen Volkes zu übernehmen. Eine entsprechende Erklärung veröffentlichten drei Gruppen der syrischen Opposition am Montag nach einem Treffen in Bulgarien, wie das bulgarische Außenministerium mitteilte.

Frankreich und Großbritannien vereinbarten die Einberufung einer Syrien-Konferenz. Das gab der Élyséepalast bekannt. Ein konkretes Datum für die „Konferenz der Freunde des syrischen Volkes“ gab es zunächst nicht. Der britische Premierminister David Cameron und der neue französische Präsident François Hollande betonten, sie wollten den Druck der internationalen Gemeinschaft auf Assad verstärken.

UN-Beobachter hatten am Samstag zunächst bestätigt, dass bei Kampfhandlungen im Ortsteil Taldo in Al-Hula mehr als 90 Menschen getötet wurden, ein Drittel von ihnen Kinder. Die Zahl wurde nach oben korrigiert, nachdem weitere Leichen entdeckt worden waren.

Augenzeugen berichteten, syrische Artillerie habe mit Raketen und Granaten auf Wohnhäuser geschossen. Anschließend seien Angehörige der gefürchteten regimetreuen Schabiha-Miliz von Haus zu Haus gegangen, um die Bewohner mit Pistolen und Messern zu ermorden.

Offizielle syrische Stellen widersprachen. „Wir können versichern, dass keine syrische Artillerie oder schwere Waffen im Gebiet von Al-Hula eingesetzt wurden“, erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Dschihad Makdissi, in Damaskus. Vielmehr hätten „bewaffnete Gruppen“ den Ort mit Panzerfäusten und Mörsern angegriffen. Die Staatsmedien behaupteten, das Massaker sei das Werk von „Al-Kaida-Terroristen“.

UNO-Sicherheitsrat verurteilt Massaker

Video: UNO-Sicherheitsrat verurteilt Massaker

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

pappus

28.05.2012, 23:15 Uhr

Das Foto wurde bereits 2003 im Irak aufgenommen. http://www.radio-utopie.de/2012/05/28/foto-auf-bbc-vom-syrischen-massaker-in-houla-wurde-2003-im-irak-aufgenommen/

Das ist wieder typisch deutsche Mainstreampresse, nix recherchieren, munter drauflos schreiben und die Bevölkerung für blöd erklären. Der Konflikt wurde von der CIA angezettelt und ausgeführt und von Rothschild finanziert. Man nennt es auch NWO = Neue Welt Ordnung, Economic-hitmanship um dann wieder nach der UN zu schreien, dem wohl gefährlichsten Club. Wacht endlich auf und laßt Euren Maulkorb fallen. Die Bürger der BRD haben ein Recht auf wahre Berichterstattung!!Informationen dazu gbit es genügend im noch "unzensiertem" Netz. Warten wir mal ab wann ACTA spruchreif wird.

alex

29.05.2012, 09:30 Uhr

@pappus
Ich stehe vollkommen hinter dem was Du geschrieben hast. Leider werden im TV und Presse nur noch Lügen verbreitet und die Masse glaubt daran. Es gibt nicht genügend Menschen die die Zeit haben sich anderweitig zu informieren. Durch Herrn Hörstel und Herrn Bayerl via FB erhalte ich sehr viele Informationen über Syrien. Das sind keine Lügen!!

Baluba

29.05.2012, 10:00 Uhr

Eine Delegation der syrischen Opposition hat mit der Regierung in Pristina eine Vereinbarung getroffen, um die Erfahrungen aus dem Krieg gegen Serbien zu übernehmen. Die syrische Opposition entsendet ihre Militanten nach Kosovo, um aus den Taktiken zu lernen, damit sie die Macht in Syrien ergreifen kann. Der kriminelle Pseudostaat, den die Balkanmafia als Geschenk von der NATO bekommen hat, gibt seine Erfahrung weiter, wie man Terror gegen die Bevölkerung durchführt und es erfolgreich dem westlichen Publikum verkauft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×