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20.06.2017

02:09 Uhr

Mehr als 120 Menschen ertrunken

Schlepper nehmen Flüchtlingen den Schlauchbootmotor

Erneut sind bei einem Bootsunglück im Mittelmeer Flüchtlinge ums Leben gekommen. Vier Männer überlebten – und berichteten den italienischen Behörden, wie es zu dem Unglück gekommen war.

Mitglieder der italienischen Küstenwache beobachten die symbolische Rettung von Papierschiffchen bei einer Aktion der Hilfsorganisation Uncef im Mai 2017 in Palermo. AP

Palermo

Mitglieder der italienischen Küstenwache beobachten die symbolische Rettung von Papierschiffchen bei einer Aktion der Hilfsorganisation Uncef im Mai 2017 in Palermo.

Rom/BerlinBei einem neuen Flüchtlingsunglück im Mittelmeer könnten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 120 Menschen ums Leben gekommen sein. Überlebende hätten bei der Ankunft in Palermo auf Sizilien von möglicherweise 126 Toten berichtet, schrieb IOM-Sprecher Flavio di Giacomo am Montag auf Twitter. Am Wochenende waren bei zahlreichen Operationen tausende Migranten von seeuntüchtigen Booten geborgen worden.

Vier Überlebende hätten erzählt, dass Schlepper ihnen den Motor des Bootes gestohlen hätten, so der IOM-Sprecher laut italienischer Medien. Darauf sei das Schlauchboot mitsamt der Menschen gesunken.

Di Giacomo erklärte, die Überlebenden seien in Sizilien angehört worden, nachdem ein Schiff der italienischen Küstenwache sie am Montag in den Hafen von Palermo gebracht habe. Die zwei Sudaner und zwei Nigerianer sagten, die Schlepper seien wenige Stunden nach Beginn der Fahrt in einem anderen Boot verschwunden. Das Schlauchboot mit den Flüchtlingen sank.

Ein libysches Fischerboot nahm die Überlebenden auf und setzte sie in ein anderes Schlauchboot, das ebenfalls mit Flüchtlingen besetzt war. Ein Rettungsschiff fand schließlich die Menschen und übergab sie der Küstenwache. Insgesamt waren es fast 1100 Flüchtlinge, die nun in Sizilien versorgt werden und einen Asylantrag stellen können.

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Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR schlägt Alarm: Niemals zuvor waren so viele Menschen auf der Flucht. Syrien bleibt die schlimmste Krise. UN-Generalsekretär António Guterres appelliert an die Regierungen zu helfen.

Die zentrale Mittelmeerroute von Libyen in Richtung Italien gilt als gefährlichster Seeweg von Afrika nach Europa. Mehr als 1800 Menschen kamen laut IOM seit Jahresbeginn ums Leben oder werden vermisst, das neue Unglück wurde darin noch nicht eingerechnet.

Außenminister Gabriel fordert internationale Hilfe

Unterdessen forderte Außenmister Sigmar Gabriel mehr internationale Unterstützung bei der Bewältigung der weltweiten Flüchtlingsnot. „Deutschland kann diese Herausforderungen nicht alleine meistern“, sagte der SPD-Politiker anlässlich des Weltflüchtlingstags an diesem Dienstag in einer in Berlin verbreiteten Erklärung. „Wir brauchen gemeinsame internationale Anstrengungen und eine gerechtere Verantwortungsteilung, um das Leid von Flüchtlingen in aller Welt zu lindern und langanhaltende Flüchtlingskrisen gar nicht erst entstehen zu lassen.“

Im Vordergrund der deutschen Bemühungen stehe es, den notwendigen Schutz der Flüchtlinge vor Ort zu gewährleisten, etwa in Syrien und den betroffenen Nachbarländern. Unter anderem verwies Gabriel darauf, dass nach seinen Angaben in den letzten fünf Jahren das Budget für die humanitäre Hilfe der Bundesregierung im Ausland mehr als verzehnfacht wurde. Damit sei Deutschland einer der größten humanitären Geber und habe über das Auswärtige Amt im vergangenen Jahr humanitäre Hilfsmaßnahmen für rund 1,3 Milliarden Euro finanziert.

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

20.06.2017, 08:44 Uhr

Die Verantwortung für diese regelmässigen Unglücke tragen die Verursacher des Geschäftsmodells, die NGO die mit ihren Schiffen die Einwanderer dicht vor der lybischen Küste von den Schlauchbooten in die Sozialhilfe retten, die linken Schlechtmenschen die vermeintlich leicht indoktrinierbare Mitmenschen suchen, die Politiker in Deutschland die in einer Vision der Umvolkung schwelgen und diese ineffiziente Einwanderungsprozedur gut heissen.

Am einfachsten liessen sich die Unglücke mit einer Änderung des Visasystems für die 3. Weltstaaten beenden. Ehrlich wäre es wenn Fr. Merkel für eine Umvolkung in einen afrikanisch, islamischen Staat innerhalb von 10 - 20 Jahren werben würde. Die Grünen könnten dies mit einer kürzeren Zeitspanne toppen. Dann könnte man die gewünschte Zahl an Visas vergeben.

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