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20.09.2014

11:19 Uhr

Mehr Investitionen

G20 machen Druck auf Deutschland

Wachstumskurs um jeden Preis: Beim G20-Finanzministertreffen in Australien wird vor allem der Sparkurs Wolfgang Schäubles kritisiert. Trotz Risiken soll es nach vorne gehen – und auch Russland darf weiter mit dabei sein.

Der australische Finanzminister Joe Hockey: Wortführer beim G20-Treffen. dpa

Der australische Finanzminister Joe Hockey: Wortführer beim G20-Treffen.

CairnsDie führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen trotz konjunktureller Risiken an ihren ehrgeizigen Wachstumszielen festhalten. Zwei Prozentpunkte mehr Wachstum für die Weltwirtschaft seien zwar sehr ehrgeizig. Aber alle G20 gäben sich Mühe, sagte der australische Finanzminister Joe Hockey vor einem Treffen mit seinen Amtskollegen und den Notenbankchefs der G20 am Samstag in Cairns. Er verwies auf mehr als 900 Initiativen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt schuldenfinanzierte Wachstumsprogramme ab und wirbt unter den G20-Partnern für solide Staatsfinanzen und vor allem mehr private Investitionen.

Die G20-Länder wollen sich verpflichten, mehr für Wachstum zu tun. Angestrebt wird, dass die Weltwirtschaft in den nächsten fünf Jahren zwei Prozentpunkte mehr zulegen soll als bisher prognostiziert. Dies bedeutet ein geschätztes Konjunkturplus von zwei Billionen Dollar. Dafür soll jedes G20-Land nationale Strategien vorlegen. Der „Brisbane-Aktionsplan“ soll dann beim G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im November in Brisbane endgültig vereinbart werden.

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Vor allem von Deutschland fordern einige Staaten mehr Ausgaben zur Stärkung der Binnennachfrage. Schäuble hatte vor dem G20-Treffen auch mit Blick auf die Politik des billigen Geldes gesagt: „Der Spielraum von der Nachfrageseite her und von der Geldpolitik für die Förderung von nachhaltigem Wachstum ist (..) generell gering.“ US-Finanzminister Jack Lew hatte an Länder mit Exportüberschüssen wie Deutschland appelliert, die Inlandsnachfrage anzukurbeln.

Und der Bundesfinanzminister reagiert: Wolfgang Schäuble hat sich zur Förderung des globalen Wachstums bekannt, aber auch auf Risiken verwiesen. Was politische kurzfristig richtig sei, könnte mittel- und langfristig aber zu spekulativen Preisblasen an den Aktien- und Immobilienmärkten führen, warnte er nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen am Samstag bei Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs aus den wichtigsten Schwellen- und Industrieländern (G20). Risikofaktoren seien auch die Staatsschulden wie auch die Finanzstabilität. Schäuble habe zudem gewarnt, dass eine expansive Geld- und Finanzpolitik Reformdruck von den Länder nehmen könnte.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

22.09.2014, 17:04 Uhr

Deutschland spart? Frau Merkel hat doch die größte Verschuldung Deutschlands durch gesetzt!!! Schulden machen, die niemand zurück zahlen kann bzw. will wie Fr. Merkel, bedeutet also sparen!!!

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