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26.06.2013

04:13 Uhr

Mehr Kooperation gefordert

EU-Staaten verschwenden bei Rüstung viel Geld

ExklusivEiner neuen Studie zufolge führt die Zersplitterung des Rüstungsmarkts unter den EU-Staaten zu unnötigen Ausgaben. Dagegen will die EU-Kommission nun vorgehen – und unter anderem eine bessere Kooperation anregen.

Neues französisches Atom-U-Boot: Die EU-Kommission möchte, dass europäische Rüstungsmärkte zusammenrücken. dpa

Neues französisches Atom-U-Boot: Die EU-Kommission möchte, dass europäische Rüstungsmärkte zusammenrücken.

BrüsselDie EU-Kommission will den europäischen Markt für Rüstungsgüter reformieren. Der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Michel Barnier will entsprechende Vorschläge voraussichtlich Ende Juli vorlegen.

Laut einem Entwurf, der dem Handelsblatt vorliegt, schlägt Barnier vor allem vor, dass die Mitgliedsstaaten in Forschung und Entwicklung mehr Synergien heben. So sollen die Ergebnisse auf den Feldern ziviler Forschung enger mit militärischen Entwicklungen verzahnt werden.

Zudem schlägt Barnier vor, mittelständische Rüstungszulieferer zu unterstützen und den Export in Drittländer wie die USA zu flankieren. Auch soll eine einheitliche Zertifizierung Geschäfte erleichtern.

Angesichts mangelnder Kooperation und ineffizienter Doppelstrukturen drohe Europa seine Expertise auf dem Gebiet zu riskieren, warnt die Kommission. „Wenn unmöglich ist, mehr Geld auszugeben, dann müssen wir Gelder besser ausgeben“, heißt es in dem Papier. Operationen wie in Libyen und Somalia hätten gezeigt, dass Europa in seinen militärischen Möglichkeiten zurückfalle.

Barnier reagiert mit seiner Mahnung auf die teuren Parallelstrukturen in der europäischen Verteidigung. Laut einer neuen Studie verschwenden die EU-Staaten durch den zersplitterten Markt für Rüstungsgüter viel Geld. Darin rechnen die Berater von McKinsey vor, dass sich die EU-Staaten sechsmal so viele unterschiedliche Waffensysteme leisten wie die USA, obwohl ihre Wehretats zusammengerechnet nur 40 Prozent des US-Budgets ausmachen. So betrieben die europäischen Armeen 14 unterschiedliche Kampfpanzer, die US Army nur einen, die Europäer 16 verschiedene Kampfjets, die Amerikaner nur sechs.

„Angesichts der hohen Fixkosten von Rüstungsgütern ist diese Fragmentierung eindeutig ineffizient“, schreiben die Autoren der Studie, die dem Handelsblatt vorliegt. Langfristig könnten die Staaten demnach rund 30 Prozent sparen, wenn sie bei der Rüstungsbeschaffung enger zusammenrückten. Bei gesamten Rüstungsausgaben von 43 Milliarden Euro im Jahr 2012 wären das immerhin 13 Milliarden.

Von

lud

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

26.06.2013, 06:31 Uhr

„So sollen die Ergebnisse auf den Feldern ziviler Forschung enger mit militärischen Entwicklungen verzahnt werden.“ …… und vollständig unter französische Kontrolle gestellt werden. Den letzten Satzteil hat er wohl nur vergessen.

Boersenguru

26.06.2013, 07:04 Uhr

Er hat sicher Recht, aber Deutschland soll sich hüten mit Frankreich ein weiteres Konstrukt wie maritime EADS oder Bodenfahrzeuge EADS zu bilden. Den kürzen zieht IMMER Deutschland. Airbus DE und Eurocopter DE sind zur Werkbank runtergestutzt (die Politik versucht nach jahrelangem Tiefschlaf mit dem A30x gegenzusteuern).
Man sollte exklusiv mit den Sweden, Balten, Polen zusammenarbeiten. Bloß nicht Frankreich!

Account gelöscht!

26.06.2013, 07:11 Uhr

Nicht nur bei der Rüstung verschwendet die EU viel viel Geld.
@Börsenguru: Frankreich hat sehr früh verstanden, dass sie in die EU nur ihre guten bis besten Leute schickt. Wir aber schicken dort unsere Versager und abgelafterten Politiker hin.

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