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15.11.2012

10:35 Uhr

Mehrere Tote

Raketenangriffe im Gazastreifen gehen weiter

Drei Menschen wurden am Donnerstag bei Raketenangriffen aus dem Gazastreifen in Israel getötet, als ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen wurde. In der Nacht zuvor hatte die israelische Luftwaffe ihre Attacken fortgesetzt.

Gewalt im Gazastreifen

Israel kündigt weitere Angriffe an

Gewalt im Gazastreifen: Israel kündigt weitere Angriffe an

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Tel Aviv/GazaBei einem Raketenangriff militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen sind am Donnerstag in Israel nach neuen Angeben mindestens drei Menschen getötet worden. Ein vierstöckiges Wohnhaus in dem Ort Kiriat Malachi habe einen Volltreffer erhalten, sagte der Sprecher der israelischen Polizei, Mickey Rosenfeld, der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst war von einem Toten und mehreren Verletzten berichtet worden.

Weitere Verletzte mussten den Angaben zufolge unter Trümmern geborgen werden. Die heftigen Raketenangriffe auf Israel dauerten am Donnerstag an. In Städten in Reichweite des Gazastreifens heulten immer wieder die Sirenen, darunter in Aschdod und Beerscheva.

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Zuvor setzte die israelische Luftwaffe ihre massiven Luftschläge im Gazastreifen auch in der Nacht zum Donnerstag fort. Eine Armeesprecherin sagte, etwa 100 Ziele seien seit Mitternacht angegriffen worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Safa berichtete, seit Beginn der Militäroperation am Mittwoch seien elf Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt worden. Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch zwei Kinder und eine schwangere Frau. Israel warf nach Medienberichten Flugblätter über dem Gazastreifen ab, die Zivilisten dazu aufriefen, sich zu ihrem eigenen Schutz von Waffenlagern fernzuhalten.

Israel setzte seine Angriffe im nördlichen Gazastreifen fort. AFP

Israel setzte seine Angriffe im nördlichen Gazastreifen fort.

Zum Auftakt der Operation „Säule der Verteidigung“ hatte die israelische Luftwaffe gezielt den Militärchef der radikal-islamischen Hamas, Ahmed al-Dschabari, und seinen Assistenten getötet. Der militärische Hamas-Arm im Gazastreifen nannte die Tötung von Al-Dschabari eine „Kriegserklärung“ und kündigte massive Rache an. Die israelische Armee bezeichnete Al-Dschabari als „Terroristen Nummer eins“ im Gazastreifen.

Am Donnerstag versammelten sich Tausende von Palästinensern in Gaza, um Ahmed al-Dschabari das letzte Geleit zu geben. Der Trauerzug führte in die Al-Omari-Moschee, wo Gebete für den Toten gesprochen werden sollen. Anschließend soll der getötete Militärchef beigesetzt werden.

Unterdessen hat Ägypten offiziell den UN-Sicherheitsrat angerufen. Die Regierung In Kairo forderte das Gremium der Vereinten Nationen (UN) am Donnerstag auf, sich mit der Gewalt im Gazastreifen befassen. Wörtlich sprach das Kairoer Außenministerium von einer „Aggression Israels“ in dem Palästinensergebiet, die internationales Recht verletze. Die Lage sei ernst und erfordere dringend eine Reaktion der Weltgemeinschaft. Der UN-Sicherheitsrat war bereits in der Nacht zum Donnerstag zu einer Dringlichkeitssitzung über die jüngsten israelischen Angriffe zusammengekommen, hatte aber keine konkreten Beschlüsse gefasst.

Dies rief die Kritik des Iran hervor, der am Donnerstag das Schweigen internationaler Organisationen anprangerte. Das Teheraner Außenministerium verurteilte die jüngste Offensive Israels scharf: Es handele sich um „organisierten Terrorismus“, erklärte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur Fars zufolge. Den jüngsten israelischen Luftangriffen auf Gaza fielen der dort regierenden radikal-islamischen Hamas zufolge bislang 13 Palästinenser zum Opfer - darunter der Hamas-Militärchef. Bei Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels starben israelischen Medienberichten zufolge drei Menschen.

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