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06.08.2012

10:47 Uhr

Mehrere Verletzte

Bombenanschlag auf syrischen Staatssender

Ein Gebäude des syrischen Staatsfernsehens in Damaskus ist Ziel eines Bombenanschlags geworden. Wie der Sender meldete, wurden mehrere Menschen verletzt. Der Sendebetrieb wurde deswegen nicht unterbrochen.

Syrische Sicherheitskräfte in dem zerstörten Teil des Rundfunks. AFP

Syrische Sicherheitskräfte in dem zerstörten Teil des Rundfunks.

Beirut/DamaskusAuf das Gebäude des syrischen Rundfunks in Damaskus ist nach Angaben der Regierung ein Bombenanschlag verübt worden. In der dritten Etage des Sitzes in einem schwer gesicherten Stadtteil der syrischen Hauptstadt sei am Montag eine Bombe explodiert, "mehrere Mitarbeiter" seien verletzt worden, sagte Informationsminister Omran Al-Subi. Schwerverletzte und Tote habe es aber nicht gegeben und das Programm sei nicht unterbrochen worden, fügte er hinzu. Die Bombe sei von „feigen Terroristen“ gelegt worden, die „Syrien destabilisieren wollen“, sagte Al-Subi.

Zum Beweis, dass der Sendebetrieb nicht unterbrochen war, wurden die Äußerungen des Ministers im Staatsfernsehen ausgestrahlt. Der Betrieb gehe wie gewohnt weiter. "Wir haben viele Studios und viel Ausrüstung", sagte Al-Subi.

Regionale Player im Syrien-Konflikt

Israel

Ein Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen ist ein Alptraum für Israel, das dem Konflikt bisher eher als Beobachter beiwohnte. Jetzt warnt Jerusalem laut davor, dass Assads Chemie- und Flugabwehrwaffen in die Hände der Hisbollah oder Al-Kaidas fallen könnten. Positiv wäre für Israel, dass sein Erzfeind Iran mit Assad seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Region verlieren würde. Mit Assad könnte Israel allerdings auch einen Nachbarn verlieren, der für weitgehende Ruhe an der gemeinsamen Grenze gesorgt hat.

Saudi Arabien und Katar

Die sunnitischen Herrscher vom Golf unterstützen in Syrien - wie schon zuvor in Libyen - die islamisch-konservativen Kräfte. Und versuchen, einen Verbündeten ihres Erzfeindes Iran zu schwächen. Daheim können sie sich so als Unterstützer der Revolution präsentieren, ohne Protesten Vorschub zu leisten. Damaskus will in Saudi-Arabien und Katar die Urheber des „Komplotts“ gegen sich identifiziert haben.

Türkei

Das Nato-Mitglied ist seit langem einer der schärfsten Kritiker des syrischen Regimes. Weiter verschärft wurde das Verhältnis Ende Juni durch den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges vor der syrischen Küste. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem syrischen Volk daraufhin Unterstützung bis zur Befreiung von „Diktator“ Assad zu, bei weiteren Zwischenfällen werde sein Land mit Gewalt zurückschlagen. Ein Teil des Nachschubs der syrischen Rebellen wird durch die Türkei geschleust, die allerdings offiziell keine Waffen liefert.

Libanon

Das westliche Nachbarland Syriens ist zerrissen - eine gefährliche Lage. Die Sunniten im Libanon stehen mehrheitlich auf der Seite der syrischen Opposition, die zum Großteil ebenfalls aus Sunniten besteht. Über die Grenze werden auch Waffen geliefert. Die schiitische Hisbollah-Miliz hingegen, die in Beirut in der Regierung sitzt, ist mit dem Assad-Regime verbündet. Die Waffen, mit denen sie ihre Herrschaft sichert, kommen aus Damaskus. Seit einigen Wochen gibt es im Libanon Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Gruppierungen, dabei gab es auch Tote.

Iran

Aus iranischer Sicht darf das syrische Regime keinesfalls fallen. Im Frühjahr erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, er kenne keine Grenzen bei seiner Unterstützung für Präsident Assad. Angeblich schickte Teheran Militärberater und Kämpfer. Ohne Assads Regime würde es für den Iran schwerer, die eigene anti-israelische Ideologie zu verbreiten. Auch die pro-iranischen Milizen, besonders die Hisbollah in Libanon, würden geschwächt. Zuletzt bestätigte der Iran Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

Al-Kaida

Das Terrornetzwerk Al-Kaida versucht einmal mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Terroristen wollen sich als Speerspitze der Revolution präsentieren und das anschließende Tohuwabohu für ihre Zwecke nutzen.

Das Gebäude liegt im Bezirk Omajjad, einer streng gesicherten Zone der Stadt mit zahlreichen Sicherheitskontrollen. Auch für den Eintritt in das Rundfunkgebäude sind mehrere Kontrollen nötig. Am 18. Juli war in Damaskus ein Anschlag auf den innersten Zirkel der Regierung unter Staatschef Baschar al-Assad verübt worden. Dabei waren vier ranghohe Sicherheitsvertreter getötet worden.

Die vor allem aus Deserteuren gebildete Freie Syrische Armee hatte die Verantwortung für den Angriff übernommen. Der blutige Konflikt in dem arabischen Land dauert seit nunmehr anderthalb Jahren an.

Assads Regierungschef setzt sich ab

Video: Assads Regierungschef setzt sich ab

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