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17.12.2014

20:03 Uhr

Mehrheit wie erwartet verfehlt

Präsidentenwahl in Griechenland zunächst gescheitert

Spannung in Athen: Im griechischen Parlament misslingt in der ersten Runde die Wahl des neuen Präsidenten. Gelingt das nicht bis Ende Dezember, sind vorgezogene Wahlen vorgeschrieben. Die Krise könnte wieder aufflammen.

Nach der ersten Runde der griechischen Präsidentschaftswahl hat Stavros Dimas nicht genug Stimmen erreicht. ap

Nach der ersten Runde der griechischen Präsidentschaftswahl hat Stavros Dimas nicht genug Stimmen erreicht.

AthenDie Wahl eines neuen griechischen Staatspräsidenten ist am Mittwochabend im ersten Anlauf gescheitert. Der Kandidat der Regierungskoalition, der frühere EU-Kommissar Stavros Dimas (73), verfehlte im Parlament die notwendige Mehrheit. Nur 160 der anwesenden 295 Abgeordneten stimmten für ihn. Notwendig wären 200 Ja-Stimmen gewesen. 135 Parlamentarier enthielten sich der Stimme. Dies teilte das Parlamentspräsidium mit. Die Abstimmung muss nun am 23. Dezember wiederholt werden.

Sollte auch dieser Wahlgang ohne Ergebnis bleiben, wird nochmals am 29. Dezember abgestimmt. Dann sind lediglich 180 Stimmen für die Wahl notwendig. Scheitert auch diese Wahl, sind vorgezogene Wahlen vorgeschrieben.

„Ich bin optimistisch, dass (am Ende) ein Präsident der Republik gewählt wird“, erklärte Regierungschef Antonis Samaras nach dem ersten Wahlgang. Er sei sich sicher, die Abgeordneten verstünden, dass das Land kein „Abenteuer“ erleben dürfe.

Dimas soll griechischer Präsident werden: Volles Risiko Samaras

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Der griechische Regierungschef Samaras geht auf Risiko. Er lässt das Parlament zwei Monate früher als geplant einen neuen Präsidenten wählen. Die Angst vor einem Rückfall in die Krise geht um. Die Börse bricht ein.

Der Chef der stärksten Oppositionspartei, des Bündnisses der radikalen Linken, Alexis Tsipras, erschien sichtlich zufrieden nach diesem Ergebnis im Fernsehen. „Die Strategie der Angst (vor Abenteuern) ist zusammengebrochen“, sagte Tsipras. Bald werde das Volk das Wort haben, hieß es.

Das Ergebnis dieses ersten Wahlgangs gilt nach übereinstimmenden Einschätzungen aller Kommentatoren in Griechenland als ein schlechtes Zeichen für die Regierungskoalition. Sie hat 155 Angeordnete und konnte lediglich fünf unabhängige Abgeordnete überreden, für ihren Kandidaten Dimas zu stimmen. Beobachter rechnen in den kommenden Tagen mit einem harten Kampf hinter den Kulissen um die fehlenden 20 Stimmen. „Der Weg ist noch lang“, hieß es aus Kreisen der Regierung.

Sollte auch am 29. Dezember niemand gewählt werden, müssen vorgezogene Wahlen stattfinden. Das Land könnte ausgerechnet in der letzten Phase seines Konsolidierungsprogramms in eine lange Periode lähmender politischer Komplikationen fallen.

Die griechische Reformbilanz im Überblick. Hier klicken.

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Kommentare (3)

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17.12.2014, 19:24 Uhr

Wäre gut für alle Länder unterm Euro, wenn Griechenland infolge von Neuwahlen aus dem Euroverbund ausschiede.

Kurz- bis mittelfristige Reibereien wegen der nationalen Währungen blieben Peanuts gegen die aktuellen und zu erwartenden Schäden für alle wegen einer Beibehaltung des Euro.

So bleibt Hoffnung - auch wenn sie sich nur per Linksradikalen in Griechenland erfüllen ließe.

Herr Jürgen Clasen

17.12.2014, 20:07 Uhr

Es fehlen nur 20 Stimmen, um im dritten Wahlgang dem Kandidaten zum Präsidenten zu machen. Kann man abhaken.
Kostet in GR nur 20 Mio, wo doch 250 Mrd auf dem Spiel stehen. Am 29. haben wir einen neuen Präsidenten, vielleicht sogar dann mit 200 Stimmen. Keiner möchte sich was entgehen lassen.

Herr Teito Klein

17.12.2014, 20:08 Uhr

Ein guter Tag für die Syriza
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Die linke Oppositionspartei Syriza hofft auf Neuwahlen und würde bei einem Sieg den von der Europäischen Union verordneten Sparkurs nach eigenen Angaben umgehend beenden.
Somit würde Griechenland aus dem Euro ausscheiden und zur Drachme zurückkehren. Und das ist für Alle eine gute Nachricht.

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