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20.06.2013

14:56 Uhr

Menschenhandel

USA kritisiert China und Russland

Das US-Außenministerium wirft China und Russland Versäumnisse bei der Bekämpfung von Menschenhandel vor. Ein Ranking ordnet die Länder ganz hinten ein – zusammen mit Nordkorea und Iran. Nun könnten Sanktionen folgen.

Rund 27 Millionen Menschen weltweit sind von der modernen Sklaverei betroffen. Oft fallen ihre Frauen und Mädchen zum Opfer. dpa

Rund 27 Millionen Menschen weltweit sind von der modernen Sklaverei betroffen. Oft fallen ihre Frauen und Mädchen zum Opfer.

WashingtonDie USA haben Russland und China massive Versäumnisse bei der Bekämpfung von Menschenhandel vorgeworfen. Die beiden Staaten rutschten in einer jährlich erstellten Rangliste des US-Außenministeriums ebenso wie Usbekistan in die unterste Gruppe, in der auch Nordkorea und Iran sind. Weltweit wird die Zahl der Menschen, die von moderner Sklaverei betroffen sind, dem am Mittwoch vorgelegten Bericht zufolge auf 27 Millionen geschätzt, die meisten von ihnen Frauen und Mädchen.

Nach US-Recht können Länder in der untersten Gruppe der Liste mit Sanktionen belegt werden. Diese dürfen allerdings nicht die den Handel oder humanitäre Unterstützung betreffen. Möglich wären dagegen Strafmaßnahmen in den Bereichen Bildung und Kultur. Ob die US-Regierung solche Konsequenzen aus dem Bericht zieht war unklar. Menschenrechtler und Politiker forderten aber bereits entsprechende Schritte.

Russland habe nach wie vor kein konkretes System zur Identifizierung von Menschenhandelsopfern, befand das Außenministerium in Washington. In China habe die Ein-Kind-Politik und die Vorliebe für Söhne dazu geführt, dass es weniger Frauen im Land gebe. Das wiederum habe eine gestiegene Nachfrage nach Frauen zur Folge gehabt, die gegen ihren Willen verheiratet oder zur Prostitution gezwungen werden.

Eine der größten Herausforderungen besteht dem Bericht zufolge darin, die Opfer zu identifizieren, damit man ihnen helfen kann. Im vergangenen Jahr habe man gerade einmal in 40.000 Fällen herausgefunden, wer konkret betroffen war.

Die Regierungen in Moskau und Peking wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. Der Bericht wende eine inakzeptable Methoden an, durch die Länder eingruppiert würden je nachdem, wie viel Sympathien sie in Washington genössen, erklärte das russische Außenministerium. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums forderte die USA auf, einseitige und willkürliche Beurteilungen zu unterlassen und objektiv und unparteiisch Chinas Bemühungen im Kampf gegen Menschenhandel betrachten.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.06.2013, 16:15 Uhr

Dann hört auf in den Staaten zu kaufen, da die reichsten in den Staaten sitzen, sind da auch die größten Käufer wohl zu suchen. Kritisiert und sanktioniert mal lieber eure eigen Sklavenhaltungsmentalität!

Account gelöscht!

20.06.2013, 16:18 Uhr

Ziemlich gefährliches Geschäft erfordert, viel Geld. Da die Ware lebendig ist und auch noch ernährt und gepflegt werden muss. D.h. nur die reichsten können sich so etwas leisten. Wer ist das reichste Land auf der Welt? Sanktioniert und kritisiert mal eure eigen sklavenhalter Mentalität. Wo keine Nachfrage ist, ist auch kein Angebot!

RumpelstilzchenA

20.06.2013, 16:51 Uhr

Man soll nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst im Glashaus sitzt!

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