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17.10.2013

15:09 Uhr

Menschenrechte

In Mauretanien leben die meisten Sklaven

Weltweit leben 29 Millionen Menschen als Sklaven oder unter ähnlich unwürdigen Bedingungen. Das geht aus einer Studie der Stiftung „Walk Free“ hervor. Auch in Deutschland gibt es Tausende Fälle von Sklaverei.

In Indien gibt es in absoluten Zahlen die meisten Sklaven weltweit: 14 Millionen. Unter ihnen ist die Zwangsarbeit verbreitet. dpa

In Indien gibt es in absoluten Zahlen die meisten Sklaven weltweit: 14 Millionen. Unter ihnen ist die Zwangsarbeit verbreitet.

SydneyMauretanien, Haiti, Pakistan und Indien führen die Rangliste an: In diesen Staaten gibt es im weltweiten Vergleich die meisten Sklaven. Mehr als 29 Millionen Menschen leben unter unwürdigen Bedingungen, heißt es in einem Bericht der neu gegründeten Stiftung „Walk Free“. Am schlimmsten sei die Lage in Mauretanien. Das Land habe den höchsten Anteil von Sklaven gemessen an der Bevölkerung, lautet ein Ergebnis der Studie. In absoluten Zahlen leben die meisten Sklaven in Indien: 14 Millionen Menschen.

Westliche Länder landen zwar im unteren Viertel des Index. „Das heißt aber nicht, dass es in diesen Ländern keine Sklaven gibt“, teilen die Autoren des Berichts mit. Deutschland kommt auf Platz 136 von 162 Ländern. Hier sollen etwa 10.000 Menschen wie Sklaven leben. Die Formen der modernen Sklaverei sind vielfältig: Aufgeführt werden Menschenhandel, Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, erzwungene Heirat, Missbrauch von Kindern in bewaffneten Konflikten.

Die Stiftung „Walk Free“ hat für die Studie eigenes Datenmaterial erhoben sowie Informationen des Kinderhilfswerks Unicef zur Verheiratung Minderjähriger und Angaben über Menschenhandel ausgewertet. Daraus wurden die Zahlen für die einzelnen Länder hochgerechnet. Mathematische Vergleiche waren dabei unerlässlich. „Weil moderne Sklaverei ein verdecktes Verbrechen ist, liegen die wahren Zahlen wahrscheinlich höher“, heißt es in dem Bericht. Ganz am Ende der Rangliste – also mit den wenigsten Problemen – liegen neun europäische Länder und Neuseeland.

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„Opfern moderner Sklaverei ist die Freiheit versagt, und sie werden von anderen benutzt und kontrolliert, entweder für Geld, Sex oder wegen der Lust der Beherrschung.“ In Mauretanien sei die Sklaverei tief verwurzelt, schreiben die Autoren. Sklavenfamilien würden weitervererbt wie andere Besitztümer, und Kinder von Sklaven würden auch wieder Leibeigene.

Auf den Plätzen zwei und drei des Länderrankings liegen Haiti und Pakistan. Nach absoluten Zahlen folgen hinter Indien mit großem Abstand China mit drei Millionen und Pakistan mit 2,1 Millionen Sklaven. Unter den ersten zehn Ländern tauchen nur Staaten aus Asien und Afrika auf – mit einer Ausnahme: Russland. Dort leben laut „Walk Free“ gut eine halbe Million Sklaven.

Der australische Rohstoffmagnat Andrew Forrest hat die „Walk Free“-Stiftung mit eigenem Geld vor wenigen Monaten gegründet. Ihr Ziel ist die Abschaffung der Sklaverei. Sie will ab jetzt jedes Jahr einen Sklaven-Bericht veröffentlichen. Autor ist der amerikanische Anthropologe und Soziologe Kevin Bales, der seit Jahren zum Thema Sklaverei forscht.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Treudoof

17.10.2013, 16:41 Uhr

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