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28.08.2014

14:52 Uhr

Menschenrechtlern zufolge

IS-Kämpfer richten wohl syrische Soldaten hin

Menschenrechtlern zufolge haben Angehörige der Terror-Miliz Islamischer Staat mehrere syrische Soldaten hingerichtet. Die Männer waren nach der Eroberung des Luftwaffen-Stützpunktes Tabka als Geiseln geommen worden.

Mehrere syrische Soldaten sind angeblich durch Angehörige der Terror-Miliz IS hingerichtet worden. dpa

Mehrere syrische Soldaten sind angeblich durch Angehörige der Terror-Miliz IS hingerichtet worden.

BeirutNach der Einnahme des syrischen Luftwaffen-Stützpunktes Tabka haben Kämpfer der Extremisten-Miliz Islamischer Staat nach Angaben von Menschenrechtlern Dutzende Soldaten hingerichtet. Die Islamisten hätten die Soldaten als Geiseln genommen, als sie versuchten, von dem Gelände zu flüchten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

Am gleichen Tag stellte IS ein Video ins Internet, auf dem zu sehen war, wie die Extremisten viele gefangene syrische Soldaten zwangen, in Unterwäsche durch die Wüste zu laufen. Mindestens 135 Männer rannten barfuß durch eine öde Landschaft, einige mit den Händen auf dem Kopf, während bewaffnete Männer ihnen zujohlten. Die Authentizität der Aufnahmen ließ sich nicht bestätigen.

Was danach mit den Geiseln geschah, ist unklar. IS stellte jedoch Fotos ins Internet, die die Extremisten bei der Erschießung von mindestens sieben gefangenen Soldaten zeigten.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Die staatlichen syrischen Medien bestätigten lediglich den Angriff auf den Armee-Stützpunkt, berichteten aber nicht über Verluste auf Seiten der Regierungstruppen. Tabka war der letzte Stützpunkt der syrischen Streitkräfte in einer Region, die sonst von IS beherrscht wird.

Die Extremisten hatten bei ihrem rasanten Vormarsch in den vergangenen Monaten weiter Teile Syriens und des Iraks erobert und dort ein Kalifat ausgerufen.

Von

rtr

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