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12.01.2015

16:21 Uhr

Merkel bei Davotoglu-Besuch

„Islam gehört zu Deutschland“

Einigkeit in Berlin: Während eines Besuchs des türkischen Ministerpräsidenten Davotoglu bekräftigt Merkel die alte Formel, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Davutoglu hatte indes ein anderes Anliegen im Gepäck.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

"Integration muss gelingen!"

Bundeskanzlerin Angela Merkel : "Integration muss gelingen!"

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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) räumt dem Islam einen festen Platz in der deutschen Gesellschaft ein. Bei einem Besuch des türkischen Ministerpräidenten Ahmet Davutoglu am Montag im Berliner Kanzleramt sagte sie in Erinnerung an eine Äußerung des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU): „Der Islam gehört zu Deutschland - und das ist so, dieser Meinung bin ich auch“, sagte die Kanzlerin. Es gebe aber sicherlich die „Notwendigkeit, den Dialog zwischen den Religionen noch zu verstärken, es gibt viel Unkenntnis“.

Die Kanzlerin würdigte die Türkei als Partner im Kampf gegen islamistischen Terror. Einen Zusammenhang zwischen dem Widerstand gegen einen EU-Beitritt der Türkei und den islamistischen Angriffen in Frankreich wies sie jedoch zurück. Derartige Überlegungen seien „sehr spekulativ“, sagte Merkel. Zugleich machte sie deutlich, dass sie „neben der Skepsis über die Vollmitgliedschaft“ den Prozess der Verhandlungen mit der Türkei über einen EU-Beitritt immer unterstützt habe und dies auch weiterhin tue.

Davutoglu hatte am Wochenende bei seinem Besuch in Paris den Widerstand gegen die türkische EU-Bewerbung als einen Grund für die Spannungen zwischen der westlichen und der islamischen Welt genannt. Hätte es in den vergangenen Jahren keine Blockadehaltung gegen die Türkei in der EU gegeben, hätten die „kulturellen Spannungen“ nicht das heutige Niveau erreicht, sagte Davutoglu laut türkischen Zeitungsberichten.

Türken in Deutschland

Wahlen in der Türkei

Der türkische Staatspräsident wird erstmals direkt vom Volk gewählt. Nach Angaben des Zentrums für Türkeistudien sind 2,7 Millionen türkische Staatsbürger im Ausland wahlberechtigt.

Wahlberechtigte Türken in Deutschland

Mehr als die Hälfte der im Ausland leben Türken wohnen in Deutschland. Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik knapp 1,6 Millionen Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit. Gut 200 000 von ihnen sind unter 20 Jahre alt.

Die Zeit der Gastarbeiter

Im Jahr 1961 trat das Anwerbeabkommen mit der Türkei in Kraft, erste „Gastarbeiter“ von dort kamen in die Bundesrepublik. Bis zum Anwerbestopp 1973 bewarben sich 2,7 Millionen Türken um einen Arbeitsplatz, bis zu 750 000 von ihnen kamen dann nach Deutschland.

Wie viele Türken leben in Deutschland?

Heute leben insgesamt drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in der Bundesrepublik (Stand: 2012). Im vergangenen Jahr ließen sich etwa 28 000 Türken einbürgern.

Deutsch-türkischer Wirtschaftsmotor

Etwa 90 000 deutsch-türkische Unternehmer erwirtschaften mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr.

Auf Nachfrage erläuterte der türkische Regierungschef in Berlin, er habe darauf hinweisen wollen, dass durch den EU-Beitritt eines muslimischen Landes wie der Türkei „Kreisen, die Konflikte schüren wollen,“ der Boden „entzogen würde“. Zugleich rief er dazu auf, dass nicht nur auf islamistische Gewalttaten wie die Angriffe in Frankreich mit 17 Todesopfern entschiedene Reaktionen folgten, sondern auch auf Gewalt gegen Muslime. Bei Angriffen auf Moscheen und andere islamophobe Übergriffen sei eine klare Verurteilung durch die Bundesregierung sehr wichtig.

Davutoglu hätte sich nach eigener Aussage außerdem gewünscht, dass die internationale Gemeinschaft auch Anschläge in der Türkei wie vor einer Woche in Istanbul derart entschieden verurteilt hätte wie den Angriff auf die französische Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt in Paris. Davutoglu hatte am Sonntag gemeinsam mit Merkel, Frankreichs Präsidenten François Hollande und dutzenden Staats- und Regierungschef in Paris an einem Trauermarsch zu Ehren der Opfer der islamistischen Anschlagsserie teilgenommen.

Von

afp

Kommentare (31)

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Account gelöscht!

12.01.2015, 15:50 Uhr

Das geht aber schnell bei der Merkel-Diktatur in Deutschland....Islamkritisch darf jetzt nicht mehr in Deutschland sein...wird wahrscheinlich in Zukunft mit Gefängnis bestraft und damit alle, die Islamkritisch sind, sind so zu sagen als Terroristen im eigenen Land einzustufen....der Rote Teppich mit grünen Zutaten wird schon mal für den IS-Terror im deutschen Bundestag ausgerollt....es darf ja keine Kritik am Islam mehr geäußert werden...bahn frei für den Terror im Namen des Islam...Danke Angie, danke für deine Offenheit und Weitsicht.

Herr Edmund Stoiber

12.01.2015, 16:04 Uhr


Warum, Sie hat doch recht .... vielleicht in ca. 60 Jahren!

Herr Josef Blomenkamp

12.01.2015, 16:20 Uhr

Mir scheint, daß die Frau Bundeskanzlerin der deutschen Sprache nicht ganz mächtig ist.

Richtig muß es lauten: " Der Islam ist in Deutschland".

Zu Deutschland gehören aber ganz sicher Atheisten/Religionslose, die ca. ein Drittel der Bevölkerung ausmachen.

Diese Drittel scheint für Frau Bundeskanzlerin nicht zu D zu gehören, da es noch nie, auch nicht von anderen Politikern, nur ansatzweise einmal erwähnt wurde.

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