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29.05.2011

18:21 Uhr

Merkel-Besuch

Indien wird Chefsache

VonStefan Mauer

Mit vier Ministern im Schlepptau landet Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag in Indien. Ihr Besuch beweist, welchen der Stellenwert der Subkontinents mittlerweile einnimmt. VON STEFAN MAUER

Kanzlerin Merkel wird bei ihrem Staatsbesuch von Indiens Premierminister Manmohan Singh begrüßt. Quelle: ap

Kanzlerin Merkel wird bei ihrem Staatsbesuch von Indiens Premierminister Manmohan Singh begrüßt.

DelhiWenn Angela Merkel am Dienstag auf den indischen Premierminister Manmohan Singh trifft, ist sie nicht alleine. Vier Bundesminister und mehrere Staatssekretäre sind Teil der 175 Köpfe starken Delegation, die die Bundeskanzlerin begleitet. Zum ersten Mal überhaupt reist die Führungsspitze der deutschen Politik in dieser Stärke in Indien an. Die Regierungskonsultationen, die sie in Indien abhalten wollen, gab es in dieser Art bisher lediglich mit europäischen Partnern und mit Israel. Noch vor China macht Deutschland diese Verbindung nun mit der zweiten großen wachsenden Volkswirtschaft in Asien.

„Das Treffen ist ein Meilenstein in der Zusammenarbeit der beiden Länder“, sagte Thomas Mattusek, der deutsche Botschafter in Indien, am Freitag. Es solle die Basis bilden für regelmäßige Zusammentreffen dieser Art.

Zu den wichtigsten Gesprächsthemen aus deutscher Sicht gehört die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Mit 18 Prozent Wachstum und einem Gesamtvolumen von 15,5 Milliarden Euro im Jahr 2010 hat der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Indien bisher nie gekannte Größenordnungen erreicht. Im Jahr 2011 gab es eine weitere Steigerung auf 4,5 Milliarden allein im ersten Quartal. Das von Merkel und dem indischen Premierminister Manmohan Singh gesetzte Ziel von 20 Milliarden Euro im Jahr 2012 scheint damit mehr als erreichbar.

Zwar sind die Handelszahlen und auch die deutschen Direktinvestitionen in Indien noch immer weit entfernt von denen Chinas, und auch die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt in Indien bei weniger als einem Drittel der Zahl in der Volksrepubik. „Betrachtet man jedoch die Entwicklung beim bilateralen Handel, erinnert das aktuelle Wachstum sehr an die Zahlen, die wir früher in China gesehen haben“, sagte Botschafter Mattusek. Auch viele Wirtschaftslenker trauen dem Subkontinent noch deutlich mehr zu. So hatte zum Beispiel Daimler-Vorstand Dieter Zetsche zuletzt gesagt, Indien sein das mögliche nächste China.

„Deutsche Investoren sind so überzeugt wie nie zuvor, dass Indien sich weiter auf einem nachhaltigen und schnellen Wachstumspfad befindet“, sagte Bernhard Steinrücke, Hauptgeschäftsführer der Außenhandelskammer (AHK) Indien, als er die aktuelle Ausgabe des jährlichen „Business Monitor“ vorstellte. Die repräsentative Umfrage unter 175 deutschen Unternehmen in Indien unterstreicht: Die deutschen Unternehmenslenker haben 2010 in Indien glänzende Geschäfte gemacht - und erwarten für das laufende Jahr noch eine Steigerung. Acht von zehn Befragten schätzten dabei, dass Indiens Aussichten mindestens gleichwertig mit denen von China sind und das Wirtschaftswachstum sich innerhalb der kommenden zehn Jahre mindestens dem von China angleichen, wenn es nicht übertreffen wird.

Kommentare (2)

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Michail

29.05.2011, 18:36 Uhr

Die Inder wären gut beraten, nicht auf die Ratschläge der Frau zu hören. Sie versucht sicher schon wieder jemandem "Investitionen in die Zukunft" aufzudrücken, damit sie danach irgendwelche Wucherzinseszinsen für ihre Freunde an den Chefetagen der Grosskonzerne holt.Davon sollen dann auch die Schmiergelder an Politiker und Medien von Indien finanziert werden. Immer das gleiche Spiel.

Indogermanbusinessnetwork

30.05.2011, 12:52 Uhr

bei der erste Reise vor etwa 4 Jahren ist Frau Merkel am Grabmal vom Gandhi mit Bade Laschen hin gegangen. Mit Autos aus Deutschland und Wafenlieferung machen wir größte Handelsvolumen. Herr Gutenberg wollte gleich von Indien aus nach Pakistan reisen und Waffen an Pakistan verkaufen. Sonst deutsche Geschäfteleute vertehen gar nicht, dass ohne Regional (indische Bundesländer!) Sprachen und ohne Regional Arbeitsakultur werden wir kaum in Indien Erfolg haben werden. Indische Englisch (HINGLISH) und deutsche English (DINGLISH)klapt mit Komminikation nicht so gut mit Handelsparnern in Indien. Visum für Familienangehörigen ist ein Punkt wo indische IT Experten sagen "No way!" Deutsche Experten lernen nie eine indische Sprache und Arbeitkultur ist total Fremd, aber jeder Inder soll Perfekt Deutsch können und voll mit Arbeitkultur vertruat sein. Deutsche Geschäftsleute tun schwer, wenn die mehr indische Frauen im Führugspositionen finden als in BRD.Indische Geschäftsleute lachen darüber, dass in BRD Frauen etwa 23% weniger Gehalt bekommen als ihre männlische Kollegen.
Wir Indo-German Business Network Experten sehen handelspartner Indien mit andere Augen als Politik/Industrie in BRD.

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