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10.07.2012

13:16 Uhr

Merkel-Besuch

Indonesien will offenbar deutsche Panzer kaufen

Indonesien will offenbar deutsche Leopard-2-Kampfpanzer kaufen - allerdings gebrauchte. Ob es wirklich zu dem Deal kommt ist nicht klar. Allerding wollen beide Staaten in Rüstungsfragen besser zusammenarbeiten.

Merkel und Yudhoyono haben eine Rüstungszusammenarbeit beschlossen. dpa

Merkel und Yudhoyono haben eine Rüstungszusammenarbeit beschlossen.

Deutschland und Indonesien wollen im Bereich der Verteidigung enger zusammenarbeiten. Eine von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono vereinbarte "Jakarta Erklärung" enthalte neben Passagen über eine enge Zusammenarbeit bei Wirtschaft und Umweltschutz auch einen Passus über eine Rüstungszusammenarbeit, wie der Präsident am Dienstag in Jakarta sagte.

Rüstungsgüter, die sein Land noch nicht alleine herstellen könne, "müssen wir von anderen befreundeten Staaten kaufen". Indonesien habe unter anderem von den USA, England und Australien militärisches Gerät bezogen und "jetzt Deutschland", sagte Yudhoyono. Er stellte klar, dass sein Land Rüstungsgüter nur für ein stehendes Heer brauche, um die Region weiterhin stabil zu halten. Sein Land habe nie Panzer oder Hubschrauber gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt und werde dies auch nicht tun.

Medienberichten zufolge stellte Indonesien in Deutschland eine Anfrage für die Lieferung von 100 Leopard-II-Panzern aus Bundeswehrbeständen. Die ersten 15 sollen bereits im Oktober geliefert werden, heißt es weiter. Aus deutschen Regierungskreisen gab es dazu bislang nur die Antwort, die Fragen der Rüstungskooperation "stehen nicht auf der Agenda" des Besuchs. In den Niederlanden war eine ähnliche Anfrage vom Parlament abgewiesen worden, weil die Abgeordneten fürchteten, die Waffen könnten für die Bekämpfung unliebsamer politischer Kräfte in Indonesien eingesetzt werden.

Merkel sagte allerdings in Jakarta, konkrete Gespräche "über einzelne Teile" habe es noch nicht gegeben. Sie bezog sich auf eine Erklärung der Verteidigungsminister beider Länder vom 27. Februar 2012, in der diese bereits eine Rüstungszusammenarbeit in Aussicht genommen hätten. Der Präsident und die Kanzlerin nannten allerdings auch auf Nachfrage keine Details.

Deutsch-indonesische Beziehungen

Handelsvolumen

Der deutsch-indonesische Handel stieg nach Angaben des Auswärtigen Amtes im vergangenen Jahr um rund zwölf Prozent auf ein Gesamtvolumen von 6,7 Milliarden Euro. Die deutschen Exporte nach Indonesien beliefen sich auf 3,4 Milliarden und die indonesischen Importe nach Deutschland auf 3,3 Milliarden Euro.

ASEAN

Der Inselstaat ist damit wirtschaftlich viertwichtigster deutscher Handelspartner im Verband der südostasiatischen Nationen (ASEAN), der zehn Mitgliedstaaten hat und mit rund 575 Millionen Menschen (acht Prozent der Weltbevölkerung) vergleichbar mit der Größe Europas ist. Der Sitz ist in Indonesiens Hauptstadt Jakarta.

Die wichtigsten Güter

Hauptausfuhrgüter waren Maschinen, Nachrichtentechnik, Geräte zur Elektrizitätserzeugung, Metalle, Kraftfahrzeuge und pharmazeutische Erzeugnisse. Haupteinfuhrgüter waren Nahrungs- und Futtermittel (pflanzliche Öle und Fette), Textilien, Schuhe, Erze, landwirtschaftliche Erzeugnisse und elektronische Geräte.

Deutsche Unternehmen vor Ort

Zur Zeit sind rund 250 deutsche Unternehmen in Indonesien vertreten, darunter Siemens, BASF, Bayer/Schering, Beiersdorf, Merck, Südchemie, Henkel, Heidelberger Zement, Fuchs Oil, die Schott AG, BMW und Mercedes. Die Allianz AG und die Deutsche Bank sind im Finanz- und Versicherungsbereich tätig, DHL, Schenker und Lufthansa im Transportsektor. Unternehmen wie die Siemens AG und die Linde AG planen den Ausbau ihrer Aktivitäten im Energiesektor.

Handelspartner

Deutschland ist mit Leistungen von insgesamt rund 3,35 Milliarden Euro nach Japan, Australien und den USA viertgrößter Partner Indonesiens in der Entwicklungszusammenarbeit. Schwerpunkte sind Klimawandel, die Förderung des Privatsektors, gute Regierungsführung, und Dezentralisierung. Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono werden Erfolge bei der Demokratisierung des Landes bescheinigt.

Yudhoyono versicherte, die Aufrüstung der Streitkräfte diene nicht feindlichen Absichten. Die indonesische Armee sei seit 20 Jahren nicht modernisiert worden, "viele Rüstungsgüter sind veraltet". Waffen und Hubschrauber würden "nie gegen die Bevölkerung eingesetzt" und dienten allein der Verteidigung.

Nach der Übereinkunft wollen Deutschland und Indonesien auch bei der Ausbildung von Militär und Polizei enger kooperieren. Die "Erklärung von Jakarta" sieht zudem eine engere deutsch-indonesische Zusammenarbeit in Wirtschaft, Handel, Investitionen sowie Forschung und Technik vor.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

10.07.2012, 13:43 Uhr

Das wird die Rüstungsindustrie aber freuen!
Export, Export, Export!
Egal was, zu wem und wohin!

Tabu

10.07.2012, 14:04 Uhr

man sollte in instabilen Ländern,jegliches Kriegsgerät
zerstören..Sollen sich die Barbaren doch mit Keulen
den Kopf einschlagen und vor allem,Kinder und Mütter
raushalten aus ihrer seit Menschheitsgedenken
perversen Schlachten..Das ist eine unendliche Geschichte.
Kinder brauchen dringendst überall mit ihren Müttern
Schutzräume in Form von Land welches in Zeiten von Gewalt,
Männern unzugänglich gemacht wird..

Karma

10.07.2012, 14:08 Uhr

Pfui, schämt euch, das Geschäft mit dem TOD


Geht es noch ekelhafter, ihr ethischen Halbaffen

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