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01.05.2017

09:52 Uhr

Merkel in Abu Dhabi

Emirate warnen Merkel vor radikalen Predigern

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Montag von Saudi-Arabien nach Abu Dhabi gereist. Mit dem Kronprinzen der Vereinigten Arabischen Emirate spricht sie über den G20-Gipfel – und die deutsche Flüchtlingspolitik.

Auf Angela Merkel wartet ein Treffen mit dem Kronprinzen Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan. AP

In den Vereinigten Arabischen Emiraten

Auf Angela Merkel wartet ein Treffen mit dem Kronprinzen Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten angekommen. In Abu Dhabi trifft sie den Kronprinzen Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan. Mit ihm will sie, wie schon am Sonntag mit dem saudi-arabischen Königshaus in der Hafenstadt Dschidda, über den Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) im Juli in Hamburg sprechen. Dabei geht es unter anderem um Klimaschutz und Frauenförderung. Ferner sind die Konflikte in der Region – in Syrien, Libyen und Jemen – wichtige Themen.

Die Gastgeber haben zudem ein großes Interesse, über Merkels Flüchtlingspolitik zu sprechen. So wollen die Vereinigten Arabischen Emirate in der Flüchtlingshilfe und beim Kampf gegen die Armut mit Deutschland zusammenarbeiten. „Die VAE sind, pro Kopf gerechnet, der größte Geber weltweit und Deutschland ist auf diesem Gebiet auch sehr aktiv“, sagte der Botschafter der Emirate in Berlin, Ali Abdullah al-Ahmed, der Deutschen Presse-Agentur vor dem Besuch von Merkel in Abu Dhabi. Sein Land sehe deshalb neue Möglichkeiten für eine Kooperation mit Deutschland, das für die VAE bislang in erster Linie ein Handelspartner sei.

Die Vereinigten Arabischen Emirate – Partner Deutschlands

Wichtiger Handelspartner

Obwohl die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) offiziellen Angaben zufolge nur etwas mehr als neun Millionen Einwohner haben, von denen viele Gastarbeiter aus Indien und Pakistan sind, ist der Golfstaat der wichtigste Handelspartner Deutschlands in der arabischen Welt. Mit den ölreichen Emiraten erzielte die Bundesrepublik 2016 einen Handelsüberschuss von mehr als 13,6 Milliarden Euro – der fünfhöchste insgesamt.

Exportschlager Autos

Den weitaus größten Teil der deutschen Exporte machten dabei Autos und Autoteile aus. Dahinter folgen Maschinen, Elektronik und Elektrotechnik. Aus den Emiraten beziehen deutsche Firmen vor allem Aluminiumprodukte. Erdöl wird aus dem Land nicht importiert. In den VAE arbeiten 900 deutsche Firmen – 600 davon im Emirat Dubai.

Diplomatische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen bestehen zu dem Land, das Scheich Chalifa bin Said al-Nahjan seit 2004 führt, seit 1972. Seit 2004 sind Berlin und Abu Dhabi in einer strategischen Partnerschaft verbunden.

„Föderale konstitutionelle Monarchie“

Der Golfstaat wird vom Auswärtigen Amt als „Föderale konstitutionelle Monarchie“ bezeichnet. Obwohl das Land mit seinen modernen Metropolen in der arabischen Welt als fortschrittlich gilt und beispielsweise Berufskarrieren von Frauen wesentlich leichter ermöglicht als andere Länder der Region, moniert Amnesty International eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen.

Außenpolitik

Die Außenpolitik der Emirate ist auf die Wahrung der Stabilität in der Golfregion bedacht und eng an die sunnitischen Regionalmacht Saudi-Arabien angelehnt. Zudem gelten die VAE als enge Partner des Westens, insbesondere der USA.

Al-Ahmed riet zur Wachsamkeit gegenüber radikalen islamischen Predigern in Deutschland. „Es ist sehr wichtig, dass man darauf achtet, welche Art von Botschaft Prediger in der Moschee in Europa an die Einwanderer weitergeben“, sagte er. Merkels Entscheidung, Hunderttausende muslimischer Flüchtlinge aufzunehmen, sei eine humanitäre Geste gewesen, aber nicht ohne Risiko. „Als die Kanzlerin während der Krise 2015 sagte, „wir heißen sie willkommen“, ohne irgendwelche Zahlen zu nennen, dachte ich, dass dies als eine noble Geste in die Geschichtsbücher eingehen wird, eine humanitäre Geste.“ Erst später hätten sich die Menschen gefragt: „Kann unsere Gesellschaft die Ankunft all dieser Menschen verdauen, und was sind die Risiken? Wird es ein Sicherheitsproblem geben?“

Merkel-Besuch in Saudi-Arabien: Eine erste Annäherung

Merkel-Besuch in Saudi-Arabien

Eine erste Annäherung

Viel unterschiedlicher als Deutschland und Saudi-Arabien können zwei Länder kaum sein. Und doch: Nicht dorthin zu reisen, wäre für Merkel die schlechtere Lösung. Und es gibt Hoffnung auf eine Öffnung.

Zu Forderungen deutscher Politiker, die reichen Golf-Monarchien sollten mehr arabische Flüchtlinge aufnehmen, sagte er, in den VAE lebten 275.000 Syrer. Sein Land habe außerdem zugesagt, in den nächsten drei Jahren 15.000 Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Die VAE hätten ein Flüchtlingslager in Jordanien finanziert und unterstützten Griechenland beim Aufbau eines Flüchtlingslagers.

Die USA haben sich aus Sicht der VAE unter Präsident Barack Obama schrittweise aus der arabischen Welt zurückgezogen. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump „sehen wir eine andere Art von Führungsstil“, sagte Al-Ahmed. Das unter Obama vereinbarte Atomabkommen mit dem Iran habe einen Mangel: „Man hat damals nur auf die Nuklearfrage geschaut und dabei völlig vernachlässigt, was der Iran im Irak, in Syrien, in Bahrain, im Libanon und im Jemen tut.“ Er warf der schiitischen Führung in Teheran vor, so zu tun, als seien schiitische Muslime in anderen Staaten „seine Staatsbürger“.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Herr ARNO WAHL

01.05.2017, 12:29 Uhr

nicht nur die EMIRATE, eigentlich fast alle Medien warnen die MERKEL vor radikalen Predigern: Unglaublich dass in BERLIN niemand in der Lage erfolgreich gegen diese
vielen Hasstiraden vorzugehen. Diese Woche, aus Angst vor den NRW WAHLEN hört man vom Innenminister schärfere Töne ! diese GroKo mzss weg, bevor sie uns Bürger restlos verkaufen wird, Absurdistan diese Politik, zum fremdschämen !

Herr Heinz Keizer

01.05.2017, 14:54 Uhr

wo kommen die denn her, und wer bezahlt die? Diese Leute sind gefährlich und wollen D unterwandern.

Frau Nelly Sachse

01.05.2017, 15:12 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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