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13.06.2016

14:13 Uhr

Merkel in China

Zanken, aber höflich bitte!

VonStephan Scheuer, Thomas Sigmund

Deutschland und China feiern zum Peking-Besuch der Kanzlerin ihre Beziehungen. Doch hinter den Kulissen kriselt es. Angela Merkel und die deutschen Unternehmer prangern Probleme an. Und Chinas Premier kontert.

Die deutsch-chinesische Beziehung braucht neue Orientierungspunkte. AFP; Files; Francois Guillot

Chinas Premier Li Keqiang weist Merkel den Weg

Die deutsch-chinesische Beziehung braucht neue Orientierungspunkte.

PekingEs gibt kaum einen Staatsgast, von der politischen Führung in China so umworben wird, wie Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin erhält die Ehrendoktorwürde, Ministerpräsident Li Keqiang führt sie persönlich durch den kaiserlichen Sommerpalast und Staatschef Xi Jinping lädt sie am Montagabend zum Gala-Dinner ein. Mehr geht nicht, könnte man meinen.

Doch hinter den Kulissen der vierten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen kriselt es gewaltig. Einen seltenen Einblick in die komplexen Beziehungen beider Länder bietet die Pressekonferenz von Li und Merkel am Montag in der Großen Halle des Volkes.

Geht es am Anfang noch sachlich um die vertrauensvolle und ehrliche Zusammenarbeit beider Länder, ist es mit der Harmonie schnell vorbei. Beide betonen zwar, sie wollten einen Handelskrieg zwischen der EU und China vermeiden. Doch die Probleme sind nicht zu übersehen. Vor allem die Forderung Lis nach dem Marktwirtschaftsstatus treibt einen Keil zwischen die EU und seinem Land. China pocht auf ein Versprechen zum WTO-Beitritt der Volksrepublik vor 15 Jahren. Die Kanzlerin lehnt das nicht ab, aber prangert offen die Auswirkungen von chinesischem Billigstahl auf den europäischen Markt an.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Der chinesische Premier lässt das nicht auf sich sitzen. In der EU gebe es informelle Barrieren für chinesische Banken. Diese seien gegenüber europäischen und amerikanischen Finanzinstituten benachteiligt. „Wir müssen weiter diskutieren, wie beide Seiten gleich behandelt werden“, sagt er. Nicht europäische Unternehmen seien in China benachteiligt, sondern chinesische Unternehmen in Europa.

Kurz danach klagt die deutsche Wirtschafte jedoch lautstark Benachteiligungen in China an. Langsames Internet, Joint-Venture-Zwang, mangelnde Cybersicherheit und fehlender Markzugang, zählte Hubert Hans Lienhard, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (APA) auf.

Doch aus dem Partner darf kein Rivale werden. Alleine die deutschen Dax-Konzerne erwirtschaften mittlerweile 13 Prozent ihrer Umsätze in der Volksrepublik. Und das Geschäft wird härter. Die Bedeutung der Beziehungen unterstreichen auch die Deals, die am Montag abgeschlossen werden. Im Beisein von Merkel und Li unterschreiben die Wirtschafts- und Regierungsvertreter insgesamt 24 Abkommen im Gesamtwert von rund drei Milliarden Euro.

Handelsblatt vor Ort – Merkels China-Reise

„Der Kuka-Deal kommt“

Handelsblatt vor Ort – Merkels China-Reise: Kanzlerin Merkel in heikler Mission: „Der Kuka-Deal kommt“

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Kommentare (9)

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Frau Annette Bollmohr

13.06.2016, 15:30 Uhr

„Zanken, aber höflich bitte!“

Genau: Höflich. Aber knallhart in der Sache.

Letzteres setzt natürlich voraus, dass man weiß, wo man selber steht. Und vor allem, was man erreichen will (und wie).

Höflich zu bleiben bringt zwar nicht viel, aber unhöflich zu werden bringt garantiert gar nichts (außer noch mehr Probleme).

Account gelöscht!

13.06.2016, 15:34 Uhr

Diese Merkel will China also was über den Rechts- und Ordnungstaat erzählen...Merkel die selbst das Recht und die Ordung in Deutschland nach eigener Willkür und zum Schaden des eigenen Volk/Gesellschaft auslegt.
Eine Grün-Sozialistische Merkel Diktatur die die NGOs dieser Welt bedient und dabei das eigene Volk, die eingenen Sozial- und Steuersysteme zur Plünderung freigibt....also diese Merkel will also den Chinessen eine Geschichte über Recht und Ordnung erzählen.

Account gelöscht!

13.06.2016, 16:04 Uhr

Die Dame hat doch nicht zu melden, ein 80 Millionen Volk am Rande des Kontinents
einfach lächerlich.

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