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30.08.2012

11:26 Uhr

Merkel in Peking

China verliert die Geduld mit Europa

VonFinn Mayer-Kuckuk

Pekings Sorgen wachsen, dass Europa die Euro-Krise nicht in den Griff bekommt und Chinas Wachstumschancen gefährdet. Im Gespräch mit der Kanzlerin macht Premier Wen Druck - und legt Chinas Engagement in die Waagschale.

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PekingPremier Wen Jiabao schickte seiner Kernbotschaft einige diplomatische Phrasen voraus. China habe Vertrauen in Europa und vor allem in seinen Gast, Kanzlerin Angela Merkel, sagte er zunächst. Doch dann kann er zur Sache: „Wir sehen in letzter Zeit eine weitere Verschlechterung der Lage in der Eurozone.“ Die chinesische Regierung sei von „großer Sorge“ um die Entwicklung in der EU erfüllt.

Als er vom „Verbleib Griechenlands in der Eurozone“ sprach, klang das so, also sei dieser aus seiner Sicht alles andere als sicher. Für Italien und Spanien nannte er einen „Antrag auf umfassende Hilfe“ eine mögliche Option. Statt sich asiatisch-indirekt zu äußern, sprach er damit die Katastrophenszenarien an, an die Merkel die Investoren eigentlich lieber nicht erinnern will.

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Zugleich gab China der Kanzlerin aus eigener Erfahrung Tipps für die Wirtschaftspolitik mit auf den Weg. Wen wies sie darauf hin, dass ein Land mit Sparpolitik allein nicht aus der Krise kommt, sondern auch Konjunkturpolitik dazukommen müsse. China selbst hat sich von bitterarmen Verhältnissen Anfang der 80er-Jahre durch geschickten Einsatz von Kapital zur Wirtschaftsmacht hochgearbeitet – und dabei stets auf großzügige staatliche Investitionen gesetzt.

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China ist nun mit Reserven in Höhe von 3,2 Billionen Dollar der reichste Deviseninvestor weltweit. Wenn die angeschlagenen Euroländer und die Schutzschirm-Fonds eine Chance auf günstige Refinanzierung haben wollen, dann kommen sie um China nicht herum. Wenn die Volksrepublik einen Teil ihrer Reserven in Euro-Papiere umschichten würde, würde das die Zinsen drücken.

Kommentare (62)

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Petra

30.08.2012, 11:33 Uhr

Wann verliert endlich DEUTSCHLAND die Geduld mit Europa?

Account gelöscht!

30.08.2012, 11:34 Uhr

Die Chinesen sind cleverer als die Deutschen:

Sie verschenken nichts ohne etwas dafür zu bekommen. Wir hingegen verschenken sinn- und kopflos unsere Steuergelder an die Dolce-Vita-Staaten und als Dank werden wir höchstens als N...zis beschimpft.

China wird zurecht die Welt beherrschen.

pro-d

30.08.2012, 11:35 Uhr

Ein sehr weise Mann.

Wohl denen, die verstehen, was er sagt
Noch besser, wenn man versteht, was er will.


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Ich bin stolz auf die Deutschland-AG.
Und ich freue mich auf die chinesischen Verhältnisse in Deutschland.
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