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15.08.2011

13:47 Uhr

Merkel trifft Sarkozy

Was beim Euro-Krisengipfel auf die Tagesordnung muss

VonJan Mallien

Morgen wollen sich Kanzlerin und französischer Staatspräsident zum Krisengipfel treffen. Das Handelsblatt hat eine Tagesordnung entworfen. Darauf stehen: Leerverkäufe, Eurobonds, Schuldenbremse und ein EU-Sparkommissar.

Rösler versus Analysten - Streit um Eurobonds

Video: Rösler versus Analysten - Streit um Eurobonds

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DüsseldorfDer Regierungssprecher wirkt etwas bemüht. Als Steffen Seibert heute gefragt wurde, was beim Treffen der Kanzlerin mit dem französischen Staatspräsidenten denn so besprochen werde, dämpft er die Erwartungen. Es ist ja immer besser tiefzustapeln und dann zu überraschen als hochzustapeln und dann zu enttäuschen, mag er sich gedacht haben. Eurobonds, also gemeinschaftliche Anleihen, seien für die Bundesregierung „jetzt kein Thema“, sagte Seibert. Sie würden es auch bei dem Gipfel nicht sein. Stattdessen werde es beispielsweise um den Nahen Osten gehen.

Frankreich und Deutschland im Vergleich

Frankreich und Deutschland im Vergleich.

Während Seibert dabei bleibt, hat das Handelsblatt einmal aufgeschrieben, was auf der Tagesordnung stehen müsste, wenn Angela Merkel und Nicolas Sarkozy morgen wirklich etwas für Europa entscheiden wollen. Die Erwartungen an die beiden Regierungschefs sind sind hoch: Sie müssen einen Weg finden, um die Märkte zu beruhigen. Denn inzwischen sind nicht nur Italien und Spanien, sondern sogar Frankreich ins Visier der Märkte geraten.

Hier wäre ihre Agenda:

Schnelle Einigung erzielen könnten die beiden beim Verbot von ungedeckten Leerverkäufen. Bei diesem hochspekulativen Geschäft verkauft ein Händler Aktien, die er gar nicht besitzt, sondern sich nur leiht. Wenn dann der Kurs sinkt kauft er sie billiger zurück, gibt sie dem ursprünglichen Besitzer zurück und verdient an der Kursdifferenz. Deutschland hatte solche Geschäfte bereits während der Finanzkrise verboten - und stand damit zunächst allein. Nach dem jüngsten Börsencrash haben sich auch Frankreich, Italien, Spanien und Belgien dem Verbot angeschlossen. Ein europaweites Verbot wäre nötig, damit auch die vor allem in London ansässigen Hedge-Fonds, davon erfasst würden.

Weit umstrittener ist dagegen der zweite Punkt auf ihrer Agenda - das Thema Eurobonds. Dabei geht es um Anleihen, für die alle Euro-Länder gemeinschaftlich haften. Die Konsequenz: Der Zinssatz wäre für alle Länder gleich. Die Euro-Krisenländer würden erhebliche Zinskosten sparen und bräuchten sich um ihre Refinanzierung am Kapitalmarkt keine Sorgen mehr machen. Länder mit besonders hoher Kreditwürdigkeit wie Deutschland müssten hingegen aller Voraussicht nach höhere Zinsen zahlen.

Der Konjunktur-Chef des ifo-Instituts, Kai Carstensen rechnet damit, dass Deutschland einen Zinsaufschlag von 2,3 Prozentpunkten zahlen müsste. Unter dem Strich würde dies jährliche Mehrkosten von etwa 47 Milliarden Euro bedeuten. Befürworter der Eurobonds argumentieren jedoch, dass der durchschnittliche Zinssatz der Euro-Anleihen wegen ihrer hohen Verfügbarkeit unterhalb des gewichteten Durchschnitts der einzelnen Euro-Länder liegen würde.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

15.08.2011, 14:29 Uhr

Einen Tagesordnungspunt haben sie vergessen:

Schulung der Presse und Medien in Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft (Themen u.a. Wettbewerb, Konkurs, Leistungsgerechtigkeit, Marktpreisbildung, sozialer Ausgleich, Allgemeinwohlverpflichtung des Eigentums, Kartelle).

Das HB merkt gar nicht, wie es sich in seiner Eurobond-Propaganda zum linkischen Handlanger der krebsgeschwülstig-parasitären Finanzindustrie macht. Gutmensch Mielke lässt grüßen: "Ich liebe Euch doch alle!"

hier-gehts-lang

15.08.2011, 14:56 Uhr

Die hocheffiziente französische Diplomatie und der Referentenstab haben schon alle Optionen durchgespielt.
Auch dieses mal werden Sie Angela sicher durch das Labyrinth und zum gewünschten Ausgang geleiten.

Account gelöscht!

15.08.2011, 15:00 Uhr

Schon wieder so ein Käse! Der Beitrag ist nun wirklich der schlechteste von allen. Ein aus allen Beiträgen zusammengefasster Artikel ohne neuen Inhalt - Hauptsache die Euro-Propaganda läuft weiter und auf der Handesbaltt-Internetseite bewegt sich was. Zuletzt auch schon wieder von der Wirklichkeit eingeholt, da wohl keine Euro-Bonds morgen zum Thema werden! Nochmals: Schecht!

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