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06.01.2017

12:37 Uhr

Mexiko

Mehrere Tote bei Protesten gegen Benzinpreis

Die Erhöhung der Spritpreise hat Teile Mexikos ins Chaos gestürzt: Geschäfte und Tankstellen wurden geplündert. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. Präsident Nieto hält an der Preiserhöhung fest.

Nach der Benzinpreiserhöhung kam es in Mexiko zu gewaltsamen Protesten. Hunderte Menschen wurden festgenommen, ein Polizist und ein Passant wurden getötet. AFP

Benzinpreiserhöhung in Mexiko

Nach der Benzinpreiserhöhung kam es in Mexiko zu gewaltsamen Protesten. Hunderte Menschen wurden festgenommen, ein Polizist und ein Passant wurden getötet.

Mexiko-StadtDie gewaltsamen Proteste gegen den Anstieg der Benzinpreise in Mexiko haben sich ausgeweitet und mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. Am Donnerstag kamen ein Polizist und ein Passant bei den Unruhen ums Leben, wie die Behörden mitteilten. In der Hafenstadt Veracruz wurden nach Plünderungen ebenfalls zwei Tote gefunden. Wie diese beiden genau ums Leben gekommen sind, sei aber noch nicht klar, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft.

Landesweit wurden mindestens 300 Geschäfte geplündert und mehr als 700 Personen festgenommen. Am vergangenen Wochenende hatte die Regierung die Spritpreise um 20 Prozent angehoben. Der Schritt gilt als Teil von Bemühungen um eine Deregulierung des Energiesektors. In großen Teilen der Bevölkerung löste die Maßnahme indes Wut aus. Protestler blockierten Autobahnen und Tankstellen, einige brachen in Geschäfte ein und trugen Waren heraus.

Nach Behördenangaben wurden in Mexiko-Stadt ein Polizist überfahren und ein weiterer schwer verletzt, als sie an einer Tankstelle Plünderungen zu stoppen versuchten. Im Bundesstaat Veracruz kam es zu einer ähnlichen Tragödie: Dort floh der Fahrer eines Lieferwagens während der Plünderung eines Geschäfts vor der Polizei und erfasste dabei einen Fußgänger. Das Opfer starb, wie Behördenvertreter meldeten.

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto kündigte an, trotz der Proteste an der Preiserhöhung festzuhalten, mit der Subventionen für Brennstoffe wegfallen und die Benzinpreise an internationale Standards angepasst werden. „Ich weiß, dass es eine schwierige Veränderung ist, die Benzinpreise auf das weltweite Niveau anzuheben“, sagte Nieto in einer Fernsehansprache.

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„Aber als Präsident ist es meine Aufgabe, jetzt schwierige Entscheidungen zu treffen, um noch schlechtere Konsequenzen in der Zukunft zu verhindern.“ Die Benzinpreise weiter künstlich niedrig zu halten, bedeute, den Ärmsten Geld wegzunehmen und es den Reichsten zu geben, sagte Nieto.

Die mexikanischen Handelskammern warnten, dass die Besetzungen von Autobahnen, Häfen und Terminals sowie Plünderungen diese Woche schon viele Geschäfte und Unternehmen zur Schließung gezwungen hätten. Dies bedrohe die Auslieferung von Grundgütern und Treibstoff. Die Proteste seien ausgebrochen, als Eltern Geschenke für ihre Kinder zum Dreikönigstag kaufen wollten. In Mexiko erhalten die Kinder ihre Weihnachtsgeschenke traditionell am 6. Januar.

Der Gouverneur des Staates Veracruz, Miguel Angel Yunes Linares, versuchte am Donnerstag, Menschen von der Plünderung eines Ladens abzuhalten, indem er ihnen Einkaufsgutscheine im Wert von 500 Pesos (etwa 22 Euro) anbot. Später sagte Yunes, die Gutscheine seien mehr als finanzielle Unterstützung für alleinerziehend Mütter gedacht gewesen, damit sie Geschenke für ihre Kinder kaufen könnten.

Im Staat Mexiko, der an die Hauptstadt Mexiko-Stadt grenzt, wurden 529 Menschen wegen mutmaßlicher Plünderung festgenommen. Vier Polizisten wurden entlassen. Eine Videokamera hatte festgehalten, wie die Beamten geplünderte Waren in ihre Streifenwagen legten.

Von

ap

Kommentare (1)

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06.01.2017, 13:11 Uhr

Geht doch.

Das ist der große Vorteil der Inflation.

Scheinbar wünscht man sich in Brüssel ähnliche Szenen in Europa...
Hauptsache die Deflation kommt nicht, sonst hätte jeder etwas davon.

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