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14.10.2014

04:38 Uhr

Mexiko

Studenten setzen Regierungssitz in Guerrero in Brand

Erneute Demonstrationen in Mexiko: Studenten haben den Regierungssitz in Guerrero in Brand gesetzt. Sie fordern Klarheit über die 43 vermissten Kommilitonen, die vor zwei Wochen verschleppt wurden.

Aufgebrachte Studenten haben den örtlichen Regierungssitz im mexikanischen Bundesstaat Guerrero in Brand gesteckt. AFP

Aufgebrachte Studenten haben den örtlichen Regierungssitz im mexikanischen Bundesstaat Guerrero in Brand gesteckt.

ChilpancingoMehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden von mehr als 40 Studenten im Südwesten Mexikos haben aufgebrachte Kommilitonen den Sitz der Regionalregierung des Bundesstaates Guerrero in Brand gesteckt. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei drangen sie am Montag (Ortszeit) in das Verwaltungsgebäude in der Provinzhauptstadt Chilpancingo ein und legten in einigen Büros Feuer.

Zuvor hatten die Lehramtsstudenten der linken Hochschule Ayotzinapa die Zugänge des Regierungspalastes besetzt und Aufklärung über das Schicksal ihrer verschleppten Kommilitonen gefordert. Nachdem sie stundenlang keine Antwort der Behörden erhielten, griffen sie das Gebäude an.

In der Stadt Iguala waren am 26. September nach Auseinandersetzungen mit der Polizei 43 junge Menschen verschwunden. Mittlerweile wurden in der Region mehrere Massengräber mit zahlreichen Leichen entdeckt. Ob es sich bei den Toten tatsächlich um die verschleppten Studenten handelt, ist bislang unklar. Die örtlichen Sicherheitskräfte sind nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft von kriminellen Organisationen unterwandert.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen der Sicherheitschef und der Bürgermeister von Iguala sowie dessen Ehefrau, die Verbindungen zur Drogenbande Guerrero Unidos haben sollen. Es besteht der Verdacht, dass Mitglieder der Bande die Studenten im Auftrag der Ehefrau des Bürgermeisters ermordeten, um eine Protestaktion am folgenden Tag zu verhindern.

Bei einem anderen Vorfall nahe Chilpancingo schossen Polizisten einen deutschen Austauschstudenten an. Die Beamten hätten das Feuer auf das Auto einer Studentengruppe der Universität Tecnológico de Monterrey eröffnet, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft mit. Der Deutsche wurde mit einer Schusswunde am Gesäß in ein Krankenhaus in Mexiko-Stadt gebracht. Sein Zustand sei stabil, teilte die Universität in Monterrey mit. Die deutsche Botschaft stehe mit dem Betroffenen in Kontakt und bemühe sich gemeinsam mit den örtlichen Behörden um Aufklärung, hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.

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Die Polizisten waren am Sonntag eigentlich im Einsatz, um gegen Entführerbanden vorzugehen. Bei einer Schießerei mit Verdächtigen war dabei ein Beamter ums Leben gekommen. Kurz danach ignorierten die Studenten einen Kontrollposten der Polizei im Norden von Chilpancingo. Als sie die Straßensperre passierten, soll demnach ein lauter Knall wie bei einer Explosion zu hören gewesen sein - die Polizisten schossen daraufhin auf den Kleinbus der jungen Leute.

Die Beamten seien festgenommen und ihre Waffen beschlagnahmt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Studentengruppe aus zwei Deutschen, zwei Franzosen und sechs Mexikanern hatte den Angaben zufolge das Wochenende in dem Badeort Acapulco an der Pazifikküste verbracht und war auf dem Rückweg, als sie in die Polizeikontrolle geriet.Wütende Studenten haben bei Protesten im mexikanischen Bundesstaat Guerrero den örtlichen Regierungssitz teilweise in Brand gesteckt. Hunderte Studenten und Dozenten forderten am Montag in der Regionalhauptstadt Chilpancingo Klarheit über das Schicksal von 43 Studenten, die vor zwei Wochen in Guerrero von der Polizei verschleppt wurden und getötet worden sein könnten. Die Demonstranten zerschlugen die Fenster des Regierungssitzes und steckten ihn in Brand, nachdem sie den Angestellten erlaubt hatten, das Gebäude zu verlassen.

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