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30.06.2012

09:31 Uhr

Mexiko vor der Wahl

Der Krieg gegen die Drogenkartelle

Am Sonntag wählen die Mexikaner ein neues Staatsoberhaupt. Die eigentliche Macht im Staat haben aber die Drogenbosse. Die Präsidentschaftskandidaten versprechen, den Drogenhandel zu bekämpfen. Die Frage ist nur: Wie?

Der Drogenkrieg in Mexiko nimmt überhand. Dass Drogenkartelle, wie hier Verdächtige von „Los Zetas“, vor Gericht kommen, ist selten. AFP

Der Drogenkrieg in Mexiko nimmt überhand. Dass Drogenkartelle, wie hier Verdächtige von „Los Zetas“, vor Gericht kommen, ist selten.

Mexiko-StadtAm internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt erschießen Angreifer drei Polizisten, in Panik gehen Touristen in Deckung. Stunden später räumt die Regierung ein: Die Mörder kommen aus den Reihen der Polizei und arbeiten nun für die Drogenkartelle.

Soldaten verkünden die Festnahme eines Sohnes des gesuchten Drogenbarons Joaquin „Shorty“ Guzman, die USA als Empfängerland der meisten Drogen aus Lateinamerika applaudieren prompt. Doch einen Tag später muss die Staatsanwaltschaft erklären: Sie haben den falschen Mann gefasst.

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Enrique Peña Nieto will am Sonntag neuer Präsident von Mexiko werden. Wie er die Wirtschaft ankurbeln will, welche Rolle der Energiemarkt dabei spielt und wer den Drogenkrieg stoppen soll, erklärt er im Gespräch.

Währenddessen liefern sich im ganzen Land täglich Banden rivalisierender Drogenkartelle blutige Kämpfe; Auftragskiller überfallen Hochzeitsfeiern und Entzugsklinken. Die Leichen ihrer Entführungsopfer tauchen später mit Folterspuren und meist geköpft vor Polizeistationen, Parteizentralen und Zeitungsverlagen auf.

Und somit steht wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Mexiko zumindest eines fest: Der scheidende Staatschef Felipe Calderon ist mit seinem Krieg gegen die Drogenkartelle gescheitert. Zwar schickte der konservative Politiker gleich nach Amtsantritt Ende 2006 mehr als 50.000 Soldaten in den Kampf im eigenen Land. Die Armee sollte nun die Arbeit der vielerorts korrupten Polizei erledigen und die Gewalt eindämmen. Doch die Strategie ging nicht auf - im Gegenteil: Mexiko versank in Kugelhagel und Blutvergießen. So starben seit Anfang 2007 mehr als 55.000 Menschen im Drogenkrieg, darunter viele Zivilisten.

„Calderon hat sich damals für eine sehr plakative Strategie entschieden, die am Anfang auch viel Applaus erntete“, erklärt die ehemalige Staatssekretärin für Innere Sicherheit im Bundesstaat Michoacan, Minerva Bautista. Die Linkspolitikerin überlebte 2010 nur knapp einen Angriff, bei dem Auftragskiller ihr gepanzertes Fahrzeug mit mehr als 2700 Kugeln durchsiebten. Die Entscheidung, die Armee in den Konflikt hineinzuziehen, habe aber nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. „Es ist nicht der richtige Weg, auch weil die Wurzeln des Problems nicht angepackt werden“, sagt Bautista und verweist auf die immer noch große Armut in vielen Teilen des Landes.

Kommentare (2)

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anacondafucker

30.06.2012, 10:16 Uhr

Oscar Naranjos Bruder wurde in Deutschland mit 110 kg Kokain festgenommen und verurteilt.
Nach 2 Jahren Gefängnisaufenthalt war er wieder in Kolumbien. Noch Fragen?

pizzarro53

14.11.2012, 08:11 Uhr

Wan kapiert eigentlich der dümmste Politiker, dass nur die Freigabe der Kriminaliltät den Boden entzieht? Oder sind die alle selbst mit im Geschäft und deswegen gegen die Freigabe?

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