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28.07.2014

22:11 Uhr

MH-17 Absturz

Internationales Ermittlungsteam geplant

Die Aufklärung des Passagierflugzeug-Absturzes wird auf breite Füße gestellt: Die Ukraine einigte sich mit elf Ländern, ein internationales Expertenteam zu bilden. Auch Interpol und Europol sind dabei.

Auch Europol wird bei der Aufklärung des Absturzes der Passagiermaschine von Malaysian Airlines über der Ukraine eingeschaltet. ap

Auch Europol wird bei der Aufklärung des Absturzes der Passagiermaschine von Malaysian Airlines über der Ukraine eingeschaltet.

Den Haag Die Ukraine und elf Länder mit Opfern beim MH17-Absturz haben sich am Montag auf die Bildung eines gemeinsamen Ermittlungsteams geeinigt, das auch strafrechtliche Aspekte in den Blick nehmen soll.

In einer Erklärung von Eurojust, der EU-Behörde für Justizzusammenarbeit, hieß es, die Einigung sei bei einem Treffen im niederländischen Den Haag zustande gekommen.

Vertreten waren Australien, Belgien, Deutschland, Großbritannien, Indonesien, Kanada, Malaysia, Neuseeland, die Niederlande, die Philippinen, die Ukraine und die USA sowie die Polizeibehörden Interpol und Europol.

Abschüsse von Passagierflugzeugen

Seit dem zweiten Weltkrieg

In der Geschichte der zivilen Luftfahrt sind seit dem Zweiten Weltkrieg mehrere Abschüsse von Passagierflugzeugen bekannt geworden. Zu ihnen gehören:

21. Februar 1973

Am 21. Februar 1973 wird über dem Sinai ein libyscher Passagierjet von einem israelischen Kampfflugzeug abgeschossen. Dabei kommen 108 der 113 Insassen der Boeing 727 des Flugs 114 ums Leben.

1. September 1983

Am 1. September 1983 wird ein Jumbo-Jet der Korean Airlines wegen angeblicher Verletzung des damaligen sowjetischen Luftraums von einem Kampfflugzeug über internationalen Gewässern westlich der Insel Sachalin abgeschossen. Alle 269 Menschen an Bord von Flug KAL 007 kommen ums Leben.

3. Juli 1988

Am 3. Juli 1988 wird eine iranische Linienmaschine auf einem Kurzstreckenflug nach Dubai über dem Persischen Golf vom US-Kriegsschiff USS Vincennes mit einer Rakete abgeschossen. Alle 290 Menschen an Bord der Maschine des Flugs 655 kommen ums Leben.

4. Oktober 2001

Am 4. Oktober 2001 wird eine Tupolew Tu-154 der russischen Fluggesellschaft Sibir auf dem Weg von Tel Aviv nach Nowosibirsk in der Nähe von Sotschi von einer Flugabwehrrakete getroffen. Untersuchungen ergeben, dass die Maschine von einer ukrainischen Flugabwehrrakete getroffen worden war, die sich bei einem Übungsschießen auf der Krim selbstständig gemacht hatte. Alle 78 Insassen des Flugzeugs sterben.

Der Vertreter der Niederlande, Han Moraal, erklärte, die Aufgabe sei "beträchtlich". Bei einem "so breiten Ansatz" und dem "Willen zur Zusammenarbeit" bestehe aber die Chance, die Unglücksursache herauszufinden und den 298 unschuldigen Opfern an Bord des abgestürzten Passagierflugzeugs Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur in der Ostukraine abgestürzt.

Die Regierung in Kiew und die Rebellen werfen einander gegenseitig vor, Flug MH17 abgeschossen zu haben

Von

afp

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