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13.10.2015

20:23 Uhr

MH17-Absturz

Russland hat „ernsthafte Zweifel“ an Ermittlungen

Wer das Flugzeug MH17 über der Ostukraine auch abgeschossen hat: Absturzursache sei eine Buk-Rakete aus Russland gewesen, so die Ermittler. Die russische Regierung zweifelt daran – und fühlt sich zu Unrecht beschuldigt.

In einer monatelangen Analyse haben niederländische Ermittler das Wrack von MH17 untersucht. Das Ergebnis: Absturzursache soll eine russische Buk-Rakete gewesen sein. AFP

Analyse der Wrackteile

In einer monatelangen Analyse haben niederländische Ermittler das Wrack von MH17 untersucht. Das Ergebnis: Absturzursache soll eine russische Buk-Rakete gewesen sein.

MoskauNach der Vorlage des Abschlussberichts zum Absturz von Flug MH17 über der Osrukraine hat die russische Regierung Zweifel an den Absichten der niederländischen Ermittlern geäußert. Es gebe immer noch „ernsthafte Zweifel“ am „wirklichen Ziel“ der Ermittlungen, erklärte das Außenministerium in Moskau am Dienstagabend. Es sei fraglich, ob es darum gegangen sei, die „wahren Gründe der Katastrophe“ herauszufinden oder „Schuldzuweisungen zu rechtfertigen“. Das Ministerium zeigte sich zudem erstaunt, dass die Ermittler nicht nach Russland gereist seien, um die „Beweise“ des Rüstungskonzerns Almaz-Antey zu untersuchen.

Die niederländischen Ermittler hatten am Dienstag ihren endgültigen Bericht zum Absturz von MH17 vor mehr als einem Jahr vorgelegt. Das Unglück wurde demnach durch eine Buk-Raketen russischer Bauart verursacht, die aus dem Kampfgebiet im Osten der Ukraine abgefeuert wurde. Die Experten vermieden allerdings eine Festlegung, ob die Rakete von prorussischen Rebellen oder ukrainischen Soldaten abgefeuert wurde. Almaz-Antey, der Hersteller der Buk-Raketen, hatte die Angaben der niederländischen Ermittler zurückgewiesen.

Flugabwehrsystem Buk

Was ist Buk?

Das Flugabwehrraketensystem Buk („Buche“) wurde in der sowjetischen Armee 1979 eingeführt. In unterschiedlichen Varianten befindet es sich in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bis heute im Einsatz.

Woraus besteht Buk?

Eine komplette Einheit besteht aus dem Kommandofahrzeug, einem Suchradar und mehreren Raketenfahrzeugen. Letztere verfügen über eigene Leitradare und können damit begrenzt unabhängig agieren.

Wie funktioniert Buk?

Die für den Abschuss der malaysischen Boeing MH17 infrage kommende Modifikation M1 zerstört Ziele in einer Höhe von bis zu 22 Kilometern und ist innerhalb von 5 Minuten feuerbereit. Die Raketen explodieren in mehreren Metern Entfernung vor dem anvisierten Ziel. Die dabei entstehenden Splitter durchlöchern die Außenhaut des Flugzeugs, was zum Absturz führt.

Wer besitzt Buk?

Die ukrainische Armee hatte dem Londoner Internationalen Institut für Strategische Studien zufolge 2014 mehr als 60 Systeme des Typs Buk-M1 im Bestand. Dagegen hatte die Ukraine zuletzt behauptet, sie habe gar keine Buk-Systeme mehr. Russland verfügt über etwa 350 Systeme unterschiedlicher Modifikationen. Auch die prorussischen Rebellen in der Ostukraine sollen Buk-Raketen besitzen oder besessen haben.

Bei dem Absturz der malaysischen Maschine auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur am 17. Juli 2014 waren alle 298 Passagiere und Besetzungsmitglieder ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Niederländer. Westliche Länder wie die USA werfen Russland vor, den Rebellen in der Ostukraine die Rakete zumindest geliefert zu haben. Moskau weist jede Verantwortung kategorisch zurück.

Von

afp

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