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13.01.2014

12:38 Uhr

Michoacán in Flammen

Bürgerwehren überrennen Westen Mexikos

Im Kampf gegen das Drogenkartell Tempelritter nehmen Selbstverteidigungsgruppen ein Dorf nach dem anderen ein. Ihre Gegner blockieren Straßen und stecken Häuser in Brand. Die Sicherheitskräfte wirken überfordert.

Bürgerwehren haben im Westen Mexikos Tradition, die jüngste Offensive ist aber selbst für diese Region ungewöhnlich. AFP

Bürgerwehren haben im Westen Mexikos Tradition, die jüngste Offensive ist aber selbst für diese Region ungewöhnlich.

ApatzingánVor einem Jahr haben sie zu den Waffen gegriffen, jetzt wollen sie die Entscheidung erzwingen: Dorf für Dorf erobern die Bürgerwehren den westmexikanischen Bundesstaat Michoacán, am Wochenende kesselten sie Apatzingán ein. Die Kreisstadt in der Region Tierra Caliente gilt als Hochburg der Erzfeinde der selbst ernannten Gemeindepolizisten. Hier hat das Drogenkartell „Caballeros Templarios“ (Tempelritter) das Sagen.

Die Männer sind mit modernen Sturmgewehren und schusssicheren Westen ausgerüstet, in Pick-up-Jeeps patrouillieren sie durch die von ihnen kontrollierten Ortschaften. „Die Bürger haben nach uns gerufen“, sagte der Anführer der Bürgerwehr von La Ruana und einer der prominentesten Sprecher der Bewegung, Hipólito Mora, im Interview der Zeitung „Cambio de Michoacán“.

Doch die Bürgerwehren sind nicht überall willkommen. Ihr Vormarsch auf Apatzingán wird von heftigen Auseinandersetzungen begleitet. Immer wieder stellen Unbekannte Lastwagen und Busse quer zur Straße und zünden die Fahrzeuge an. In Apatzingán wurden Brandanschläge auf die Rathäuser und Geschäfte verübt. Örtliche Medien berichten von Schießereien.

Wer hinter den Angriffen steckt, ist unklar. Die Bürgerwehren machen Handlanger der Tempelritter für die Attacken verantwortlich. Mindestens zwei Menschen wurden bei Gefechten in Múgica und Antúnez erschossen. Die Selbstverteidigungsgruppen nahmen mehrere mutmaßliche Informanten des Kartells fest. Einer direkten Auseinandersetzung gehen die „Caballeros Templarios“ bislang aus dem Weg.

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Am Wochenende rückten zusätzliche Einheiten der Streitkräfte und rund 1500 Bundespolizisten in den bereits stark militarisierten Bundesstaat ein. Sie lösten mehrere Straßenblockaden auf und patrouillierten im Stadtzentrum von Apatzingán. Den bürgerkriegsähnlichen Zuständen auf dem Land konnten sie bislang jedoch kein Ende setzen.

Offiziell lehnt die mexikanische Regierung die Selbstverteidigungsgruppen ab. Die Bürgerwehren stünden außerhalb der Rechtsordnung und würden von den Behörden sich anerkannt, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Freitag. Tatsächlich werden die Gruppen von den völlig überforderten Sicherheitskräften in der Region wohl zumindest geduldet.

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