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21.06.2013

20:58 Uhr

Mifid

EU legt Positionen zu Finanzmarkt-Richtlinie fest

Die EU will mit der Richtlinie Mifid die Finanzgeschäfte transparenter machen. Am Freitag legten die Finanzminister ihre Positionen dazu fest. Das Gesetz soll auch Spekulationen mit Lebensmittel und Öl eindämmen.

Die EU will Börsen- und Bankgeschäfte durch die Richtlinie Mifid transparenter machen. dpa

Die EU will Börsen- und Bankgeschäfte durch die Richtlinie Mifid transparenter machen.

LuxemburgDie seit langem verhandelten EU-Regeln für Finanzgeschäfte an Börsen und in Banken nehmen allmählich Gestalt an. Die EU-Finanzminister legten am Freitag in Luxemburg ihre Positionen zur Finanzmarkt-Richtlinie Mifid fest, damit die Gespräche mit dem Europäischen Parlament über den Gesetzesvorschlag bald beginnen können. Mit dem Regelwerk sollen Finanzgeschäfte transparenter werden, um sie besser kontrollieren zu können. Dazu wird etwa eine neue Kategorie von Handelsplattformen eingeführt. Die deutsche Kreditwirtschaft forderte angesichts des großen Aufwands, den das Gesetzespaket praktisch bedeutet, genug Zeit zur Umsetzung.

Die EU-Staaten wollen nicht nur außerbörslich gehandelte Anleihen und Derivate auf die Plattform OTF (Organised Trading Facility) lenken, sondern auch Aktien, die bisher überwiegend an Börsen gehandelt werden. Der Aktienhandel wäre damit weniger transparent als bisher, kritisierte der Europa-Abgeordnete Sven Giegold (Grüne). Das Parlament wolle indes noch mehr Finanzinstrumente auf OTFs leiten, die bisher abseits der Aufsicht gehandelt werden.

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Seit Ausbruch der Finanzkrise versucht die EU die Finanzmärkte in den Griff zu bekommen, nun scheint ein wichtiger Schritt geschafft: Das Regelwerk Mifid II ist auf den Weg gebracht. Details werden in Kürze präsentiert.

Deutschland hat in den Verhandlungen der Mitgliedstaaten einen Vorbehalt durchgesetzt, der für die Deutsche Börse und ihre Clearingtochter Eurex Clearing wichtig ist. Mit dem Gesetz soll der Wettbewerb am Markt für die Verrechnung von Finanzgeschäften, das Clearing, verstärkt werden, indem dieser Arbeitsschritt nicht länger am Handelsort vollzogen werden muss. Bei Derivaten soll jetzt aber vor Inkrafttreten des Gesetzes noch einmal überprüft werden, ob die Marktöffnung nicht die Risiken von Terminprodukten erhöht. Bernd Geier, Experte für Finanzaufsichtsrecht von der Kanzlei Allen & Overy, warnte, eine Vernetzung der Clearinghäuser könne neue Gefahren hervorrufen. „Die Kehrseite des stärkeren Wettbewerbs sind latente systemische Risiken“, sagte er.

Mit dem Gesetzespaket sollen außerdem Spekulationen mit Termingeschäften auf Lebensmittel oder Öl sowie beim Hochfrequenzhandel eingedämmt werden. Aber auch hier besetzen Ministerrat und Parlament noch unterschiedliche Positionen. Die Abgeordneten wollen den Hochfrequenzhandel durch eine Mindesthaltefrist von 500 Millisekunden etwas bremsen. Die Finanzminister unterstützen das nicht. Finanzexperte Geier hält das auch für das falsche Mittel, um Risiken eines Crashs im Handel zu bekämpfen. „Eine Mindesthaltefrist würde die Preisfindung erschweren und den Handel ungleich teurer machen“, sagte er. Dies würde allenfalls den Gewinn der Händler schmälern.

Von

rtr

Kommentare (4)

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europawahnsinn

21.06.2013, 23:38 Uhr

Na prima, wir lassen uns zu Tode regulieren und alle glotzen tump, wenn Banken durch diesen Kram die Gewinne wegbrechen und sie sich von Mitabeitern trennen müssen. Und dann schwadronieren sie (steinbrückschäublevonderleyenmerkeltrittinseehofergabrielrothundsoweiter), die Wirtschaft nie persönlich erlebt haben und keine Ahnung haben in Talkshows mit der Bezahlfernsehklique, wo ebenfalls jeglicher Sachverstand fehlt über das, was den doofen deutschen Michel interessiert. Wie schafft er es, dass er andere, die schneller und reger sind, behindert und selbst seinen dicken Bierbauch mit staatlicher Unterstützung in die Sonne halten kann. Schadeschade, erbärmlich das alles ... .

gaul

22.06.2013, 12:18 Uhr

"Na prima, wir lassen uns zu Tode regulieren" - so ein einfach hirnfreier Beitrag nur des Motzens wegen. Sind Sie gerade erst auf die Welt gekommen, so etwa die letzten sechs Monate. Die Zeit davor haben Sie offenbar nicht erlebt.

endrich

22.06.2013, 18:58 Uhr

Den EU-Regulierern sollte man 3 Jahre generelles Handlungsverbot geben. Erst dann werden wir sehen, dass wir den diktierenden EU-Moloch nicht brauchen. Milliarden wären eingespart: für Bildung und die Straßenpflege.

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