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30.07.2015

12:53 Uhr

Migrantenkrise in Calais

Der Tunnel in ein besseres Leben

VonMatthias Thibaut

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab: Tausende von Migranten versuchen hartnäckig über den Ärmelkanal nach England zu kommen. Die wirtschaftlichen Kosten steigen – und die Gefahr für Leib und Leben ist unkontrollierbar.

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ParisSie versuchen es in mehreren Wellen. Um in den Tunnel unter dem Ärmelkanal zu gelangen, haben Migranten im französischen Calais eine besondere Strategie entwickelt. Die ersten rennen auf die Polizeisperren zu und verwickeln die Polizisten in ein Handgemenge. Während sie abgeführt werden, stürmt die zweite Welle heran.

Am Dienstag Abend waren es 1500 Menschen, die auf diese Art versuchten, nach England zu kommen. Immer wieder schaffen es Hunderte von Migranten auf die Verladerampen von Lkw oder in den Tunneleingang. Im Durchschnitt wird dabei einmal pro Woche jemand tödlich verletzt. Acht Todesopfer hat es Berichten zufolge sei Anfang Juni bereits gegeben. Auch am Mittwoch Abend wurde wieder ein Mann tot im Tunnel entdeckt. Zwei weitere liegen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Alle sollen aus dem Sudan stammen.

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Die seit langem angespannte Situation auf beiden Seiten des Ärmelkanals wird zu einer schweren Krise. In London tagte am Mittwoch das Krisenkabinett Cobra, das eigentlich nur bei Kriegen und Terroranschlägen zusammentritt. Die Briten fühlen sich durch die Armee von Migranten jenseits des Ärmelkanals förmlich wie belagert. Lastwagenfahrer sprechen von einer „Kriegszone“. Über 5000 Migranten sollen inzwischen in Zeltlagern bei Calais leben. Sie haben nur ein Ziel: Es über den Kanal nach Großbritannien schaffen.

Täglich liefern sie sich an den mit hohen Zäunen abgesperrten Hafen- und Tunnelanlagen ein Katz-und-Maus-Spiel mit den französischen Polizisten. In diesem Jahr wurden bereits 19.000 Menschen beim Versuch festgenommen, den Kanal illegal zu durchqueren.

„Die Situation ist besorgniserregend. Wir arbeiten eng mit den Franzosen zusammen“, meldete sich Premier David Cameron von seiner Asienreise aus Vietnam. Innenministerin Theresa May bewilligte nach Gesprächen mit Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve in London weitere sieben Millionen Pfund für Zäune und Sicherheitsmaßnahmen in Calais. Frankreich versprach, seine Sicherheitskräfte zu verstärken.

Gemeinsam habe man vereinbart, Migranten aus Westafrika in ihre Heimatländer zurückzuschicken, sagte May. „Nur so können wir den schrecklichen kriminellen Banden, den Menschenschmugglern, die aus dem Elend so vieler Menschen Profit schlagen wollen, das Handwerk legen.“ Wie die Rückführung bewerkstelligt werden soll, blieb unklar.

Lastwagenfahrer berichten, dass Migranten „wie Ameisen“ die auf der A16 bei Calais wartenden Trucks stürmen oder sie mit Steinwürfen zum Halten zwingen. Der irische Trucker Graham Lowndes erzählte dem nordirischen Fernsehen, wie ihn ein Migrant, als er auf der A 16 wartete, um Zigaretten bat und ein anderer, während er abgelenkt war, in seine Fahrerkabine eindrang und ihn mit dem Messer bedrohte. „Ich habe Glück, dass ich noch lebe“.

Kommentare (5)

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Herr Omarius M.

30.07.2015, 13:14 Uhr

Naja.... GB und F haben ja auch jahrzehnte lang ihre Kolonien ausgebeutet..und waren vor ort nicht gerade zimperlich im umgang mit den einheimischen die sich wehrten ...

desweitern ist vorallem GB die letzen dekaden den USA bei sämtlichen Kriegen mehr als zur seite gesprungen..... so denke ich das die im vergleich zu D wesentlich mehr gründe zum Helfen hätten als zb Deutschland....

aber wenn nun D so methoden zur abwehr einrichten würde die die Briten das grad vorhaben...

dann würde im BBC wieder Tag und Nacht schwarzweiss filmchen von fackelumzügen rauf und runter laufen..

schon sehr lustig...anzusehen....

Herr Holger Narrog

30.07.2015, 13:31 Uhr

Dann sollte man den "Flüchtlingen" idealerweise die Merkblätter von FRONTEX zukommen lassen. Dort findet man Sozialhilfesätze, Dauer und Bedingung des "Asylverfahrens" der wesentlichen europäischen Länder. Vermutlich werden sich dann viele "Flüchtlinge" für D umentscheiden.

Aus welchen Gründen immer möchten die Deutschen Politiker und Schlechtmenschen möglichst viele "Flüchtlinge" nach D locken. Dazu werden von der Bundesregierung Flugzeuge gechartert die dann beispielsweise nach Beirut fliegen um "Flüchtlinge" aus dem Libanon und Syrien einzufliegen. Auf einem solchen Flug hatte die Hälfte der "Flüchtlinge" das Merkblatt dabei welches offensichtlich dort freigiebig verteilt wird.

Frau Margrit Steer

30.07.2015, 13:49 Uhr

Die brauchen doch nicht durch den Tunnel, die können doch nach Deutschland kommen, wir nehmen die doh gerne,

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